Respekt vor dem Neustart

  • Gabriele Krämer
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Zuletzt standen die acht Musiker der Tom-Pfeiffer-Band vor rund einem Jahr gemeinsam auf der Bühne, nun sind sie endlich wieder im Konzertmodus. Eine Bestandsaufnahme mit dem Frontmann in Linden.

Die Klassiker von Queen, Supertramp, Toto und Co. beherrschen sie aus dem Effeff. Selbst nach monatelanger Bühnenabstinenz fällt den »alten Hasen« das gemeinsame Musizieren leicht. Die coronabedingte Zwangspause vermag einem eingespielten Team wie der Tom-Pfeiffer-Band - acht Musikern und ihrem Tontechniker - kaum etwas anzuhaben. Und doch gehe man mit einem gewissen Respekt wieder auf die Bühne, merkt Frontmann Tom Pfeiffer im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung an.

Nach einem ersten kleineren Open-Air-Konzert vor wenigen Tagen im Hohen Vogelsberg wird sich die Band aus Linden demnächst am Dutenhofener See vor einem vergleichsweise größerem Publikum präsentieren. Aber ob mit angezogener Handbremse in der Location - sprich: Hygieneregeln, Abstand, Vorsicht - die gewohnte unbeschwerte Stimmung vor und auf der Bühne aufkommen wird? »Kleine Veranstaltungen sind eigentlich nicht unser Ding. Wir sind die Stadtfest-Fraktion«, unterstreicht Pfeiffer im Rückblick auf die Auftritte der »HR 1-Band 2009« bei Mammut-Veranstaltungen wie etwa den diversen Hessentagen. Vermisst haben sie das, was zwischen Bühne und Publikum entsteht: »Die rational nur schwer erklärbare Energie, die hin- und hergeht und uns so oft zu Höchstleistungen motiviert hat.«

Für Pfeiffer, den IT-Fachmann und Geschäftsführer der P.O.T.-GmbH in Linden, ist die Musik mindestens so etwas wie eine zweite Heimat. Deswegen war es für ihn im Frühjahr 2020 auch eine Herzensangelegenheit, eine Hilfe für freischaffende Künstler auf die Beine zu stellen. Ziel war es, ein Netzwerk aufzubauen, das in ihrer Existenz gefährdete Kreative mit Unternehmen und Privatleuten verbindet. Das Feedback indes blieb aus.

Pfeiffer hat dafür eine simple Erklärung: »Die haben sich entweder untereinander verknüpft - oder sogar etwas ganz anderes angefangen.« Aus seinem unmittelbaren Musiker-Kollegenkreis weiß er, dass durchaus der Anspruch bestehe, es auch ohne Unterstützung »von außen« zu schaffen: »Hut ab, wie die Szene mit der Pandemie umgeht. Es gibt da Leute, die sind einfach unfassbar stark!«

Der bevorstehende Gig am Dutenhofener See soll Abschluss einer »verrückten Zeit« und zugleich ein Neubeginn für die Musiker Tom Pfeiffer, Erhard Koch, Andreas Dieruff, Daniel Skiera, Peter Fett, Christian Krauß, Dieter Steinmann und Achim Farr sowie Techniker Matthias Zörb sein. Auf der Homepage der Band versichern sie: »Es wird nie wieder so selbstverständlich sein wie vorher. Wir werden jeden Moment, jede Note, jedes Mitsingen, Mitklatschen, jeden Applaus und die Stimmung einsaugen und einfach nur genießen.«

Fans, die bislang noch zögerlich waren, sollten sich nun aber sputen: Das Konzert mitten im »LakeNight S ummer« ist so gut wie ausverkauft. Wenn die Tom-Pfeiffer-Band am Samstag, 28. August, um 20 Uhr die Bühne am Dutenhofener See entert, dürften alle 400 Plätze besetzt sein. »Ein geniales Konzept« bescheinigt Pfeiffer den Machern Markus Strasser und Dirk Daniels.

Der weitere Terminplan der Band für 2021 ist noch recht übersichtlich. »Nächstes Jahr wird sich all das ballen, was verschoben worden ist«, prognostiziert Pfeiffer. Wenn’s gut läuft, gibt’s wieder viel zu tun für die Stadtfest-Fraktion.

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