Ein Glückliches Paar: Angela und Günter Horil.
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Ein Glückliches Paar: Angela und Günter Horil.

Hessens Helden

Frau rettet ihrem Ehemann zweimal das Leben: „Bei dieser Diagnose sterben zwei von drei Patienten“

  • Vonred Redaktion
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Sie gehört nun offiziell zu Hessens Helden: Angela Horil aus Reiskirchen im Kreis Gießen. Die Geschichte der doppelten Lebensretterinnen hat es nicht nur in die Zeitung geschafft.

Reiskirchen – Für Günter Horil ist seine Frau Angela (66) auf jeden Fall eine Heldin. Kein Wunder, hat sie ihm durch ihre Geistesgegenwart doch schon zweimal das Leben gerettet. »Wäre ich irgendwo anders gewesen, egal wo, dann wäre ich gestorben«, sagt Horil im Gespräch mit HR4 und der Gießener Allgemeinen Zeitung. Gestern konnten HR4-Hörer im ganzen Sendegebiet seine Geschichte als eine der ersten im Rahmen von »Hessens Helden« miterleben.

Beim ersten Mal, im Jahr 2017, war es ein Herzinfarkt, der Horil mitten in der Nacht ereilte und fast das Leben gekostet hätte. Beim zweiten Mal, im Jahr 2020, hätte ihn ein »Totalausfall der inneren Organe« beinahe umgebracht, wie er sagt. Beide Nieren, die Leber und seine rechte Herzkammer hatten plötzlich ihre Funktion eingestellt. Die Ärzte in der Gießener Uni-Klinik stellten außerdem eine beidseitige Lungenembolie und eine Lungenentzündung fest.

Hessen-Heldin aus dem Kreis Gießen ist ganz bescheiden

»Laut dem behandelnden Chefarzt sterben bei dieser Diagnose zwei von drei Patienten«, sagt Horil. »Gut war es, dass ich unverzüglich und sofort ärztlich betreut wurde. Und das habe ich nur meiner Frau zu verdanken, die das Richtige im richtigen Moment getan hat.«

Als Horil seine Geschichte erzählt, ist er sichtlich ergriffen. Eigentlich »gibt es keine Worte für das, was ich für sie empfunden habe und heute noch empfinde«, sagt er über seine Frau. Diese gibt sich indes bescheiden: »Ich bin keine Heldin. Ich bin froh, dass er noch da ist und dass er mir dafür dankbar ist«, sagt Angela Horil. Nach kurzem Überlegen korrigiert sie sich dann aber doch: »Na ja, eine kleine Heldin vielleicht.« Aber noch einmal wolle sie dergleichen möglichst nicht erleben.

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Ihr Mann sieht das genauso. Wenn es nach ihm gehe, dann dürfe es in nächster Zeit gerne weniger dramatisch zugehen. »Die paar Tage, die wir noch auf der Welt sind«, hebt er an und ergänzt: »Also ich möchte zumindest noch meine Enkelkinder aufwachsen sehen.«

Wenn auch Sie Menschen kennen, die Sie zu Hessens Helden zählen, können Sie Ihre Helden unter www.hr4.de oder per E-Mail an die Redaktion dieser Zeitung unter redaktion@giessener-allgemeine.de nominieren. Gemeinsam stellen Radio und Zeitung die besten Geschichten vor. Einsendeschluss ist der 20. November. (bf)

Ein Lebensretter ist auch Emanuel Dayan aus Gießen. Ohne ihn hätten zwei 80-Jährige die Flut im Ahrtal wohl nicht überlebt.

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