Schwarzarbeit

Zoll kontrolliert Baustellen: Beamten bietet sich erschreckendes Bild

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Kontrollen des Zoll im Kreis Gießen: Es gab mehrere Festnahmen wegen Schwarzarbeit. Erschreckend war das Bild, dass sich den Beamten in Reiskirchen bot.

Bedienstete der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Gießener Zolls haben am Dienstag und Mittwoch auf einer Baustelle und in einem Wohnhaus zehn ausländische Arbeiter wegen des Verdachtes auf illegalen Aufenthalt und Schwarzarbeit festgenommen.

Als die Zöllner am Dienstag in Heuchelheim den Neubau von zwei Häusern inspizierten, gingen ihnen dort vier moldawische Bauarbeiter ins Netz, die keinen Aufenthaltstitel und keine Arbeitsberechtigung besaßen und für einen Bauunternehmer aus dem Landkreis Gießen arbeiteten. Einer von ihnen war bereits wegen illegaler Einreise polizeilich bekannt. Sie wurden vorläufig festgenommen und nach Einbehaltung ihrer Pässe und einer Sicherheitsleistung von je 300 Euro später, mit der Auflage sich am nächsten Tag bei der Ausländerbehörde zu melden, wieder entlassen.

Katastrophale Zustände

Am Mittwoch vollstreckten die Schwarzarbeitsfahnder einen Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Gießen in einem Mehrfamilienhaus in Reiskirchen. In dem Haus werden zur Zeit Sanierungsarbeiten durchgeführt. Durch einen konkreten Hinweis erhärtete sich der Verdacht, dass auf der Baustelle ausländische Bauarbeiter beschäftigt werden, die auch dort wohnen. Das führte zur Einleitung von Ermittlungen durch den Zoll und dem richterlichen Beschluss.

Als die Kontrolleure auf der Baustelle eintrafen, flüchtete sofort ein Mann aus dem ersten Stockwerk über ein Vordach in den Garten des Nachbargrundstückes, wurde aber dort von den Zöllnern eingefangen.

Beim Betreten der Wohnräume bot sich den Beamten ein erschreckendes Bild: In drei Räumen wohnten insgesamt zehn Männer auf Schlaflagern, die aus Paletten und schimmeligen Matratzen hergerichtet waren. Die gesamte Wohnung war stark verdreckt und in einem katastrophalen hygienischen Zustand. In Bad und Toilette gab es kein fließendes Wasser, sondern lediglich Eimer mit Wasch- und Spülwasser.

Die zwischen 28 und 46 Jahren alten Männer aus Moldawien, die offensichtlich zum Arbeiten auf der Baustelle wohnten, besaßen alle keine gültigen Aufenthaltspapiere und Arbeitsgenehmigungen. Lohn hatten sie bislang keinen bekommen.

Ermittlungen gegen Arbeitgerber

Sechs von ihnen wurden vorläufig festgenommen und auf der Dienststelle des Zolls mittels Dolmetschern befragt. Die anderen vier waren den Zöllnern gut bekannt. Es waren die Arbeiter, die sie einen Tag zuvor auf der Baustelle in Heuchelheim angetroffen hatten. Sie hatten den gleichen Arbeitgeber wie die sechs Festgenommenen.

Als der Arbeitgeber auf der Baustelle eintraf, eröffneten ihm die Beamten, dass sie gegen ihn wegen illegaler Ausländerbeschäftigung ermittelt wird. Darüber hinaus wurden Unterlagen als Beweismittel sichergestellt und auch hier von jedem Arbeiter eine Barsicherheit von 300 Euro einbehalten.

Die Ausländerbehörde des Landkreises Gießen beendete den illegalen Aufenthalt mit der Ausweisung der zehn Männer.

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