Die Fahrzeughalle der Feuerwehr soll schnellstmöglich ein neues Dach bekommen. Einem entsprechenden Antrag der CDU stimmte die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung zu. FOTO: TI
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Die Fahrzeughalle der Feuerwehr soll schnellstmöglich ein neues Dach bekommen. Einem entsprechenden Antrag der CDU stimmte die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung zu. FOTO: TI

Die Zeit drängt

  • vonChristina Jung
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Reiskirchen(ti). Seit gut zehn Jahren beschäftigt sich die Reiskirchener Kommunalpolitik mit der Zukunft von Feuerwehrgerätehaus und Bauhof. In ihrer Sitzung Anfang September hatten die Gemeindevertreter eine Entscheidung über den geplanten Umbau des Standortes an der Freiherr-vom-Stein-Straße aber noch einmal vertagt, weil die Kosten für das Vorhaben um eine Million auf nunmehr 3,6 Millionen Euro gestiegen sind. Stattdessen soll nun auf Antrag der CDU geprüft werden, ob eine Verlegung des Bauhofes sinnvoll ist.

Weil das Dach des Gebäudes, in dem Bauhof und Feuerwehr (Fahrzeughalle) untergebracht sind, aber undicht ist und längst nicht mehr dem Stand der Technik entspricht, sehen sich die Mandatsträger zum Handeln gezwungen. Das Parlament brachte einen CDU-Antrag auf den Weg, der unter anderem die Renovierung des Daches im kommenden Jahr vorsieht. Allerdings nicht vor besagter Prüfung der Bauhof-Verlagerung.

Das sahen die Freien Wähler kritisch. Fraktionsvorsitzender Gerhard Albach plädierte dafür, bereits im November mit der Umsetzung zu beginnen, sollten bis dahin keine Informationen dazu vorliegen. Darauf allerdings ließen sich die Christdemokraten nicht ein. In dieser Angelegenheit gelte es, "alle Informationen einzuholen und uns nicht zeitlich zu gängeln". Reinhard Strack-Schmalor schlug in diesem Zusammenhang vor, in die nächste Sitzungsrunde erneut den Gemeindebrandinspektor einzuladen, um ihn zu den Planungen zu hören. Die Kosten für die Sanierung des Daches, die sich auf das alte Gebäude, in dem die Fahrzeughalle untergebracht ist, beschränken soll und den neueren Anbau außen vor lässt, werden auf 826 000 Euro geschätzt.

SPD scheitert mit Dringlichkeitsantrag

Ebenfalls Teil des CDU-Antrages war die Prüfung einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Buseck. Das Parlament beauftragte den Gemeindevorstand, Gespräche mit der Nachbarkommune aufzunehmen, um die Möglichkeit eines gemeinsamen Bauhofes zu prüfen. Die Freien Wähler sprachen sich als einzige Fraktion gegen diesen Punkt des Antrages aus. Zwar sei man grundsätzlich für interkommunale Zusammenarbeit, aber hier dränge die Zeit, so Gerhard Albach. Auch mit Blick auf die Finanzierung des Projektes.

Den Grund dafür hatte Ralf Hofmann, Leiter der Reiskirchener Finanzabteilung, zu Beginn der Sitzung erläutert. Für den Umbau des Feuerwehr-Standortes hatte die Gemeinde 1,4 Millionen Euro aus der Hessenkasse beantragt. Wenn sie dieses Geld einsetzen will, muss die Maßnahme Ende 2024 abgeschlossen sein.

Zum Thema Feuerwehr/Bauhof lag auch ein Dringlichkeitsantrag der Sozialdemokraten vor, der allerdings an der notwendigen Zweidrittelmehrheit scheiterte und es nicht auf die Tagesordnung schaffte. Die Genossen forderten den unverzüglichen Start der ersten Projektphase, konkret die bereits im CDU-Antrag enthaltene Dachsanierung, außerdem das Aufstellen von Raumlüftern und Trocknungsgeräten in den Umkleiden der Brandschützer.

Die Sache dulde keinen Aufschub. "Es muss ein Start kommen", begründete Reinhard Strack-Schmalor (SPD) den Antrag seiner Fraktion. Doch nur ein Vertreter der Grünen sah neben den Sozialdemokraten die Dringlichkeit gegeben und votierte für den Antrag. Die CDU und der Rest der Grünen-Fraktion enthielten sich, die Freien Wähler votierten dagegen. "Wir sehen die Dringlichkeit nicht", sagte Gerhard Albach. Außerdem sei der Antrag zu allgemein formuliert, der zweite Teil ohnehin reines Verwaltungshandeln und nicht die Zuständigkeit des Parlamentes. Noch dazu überflüssig, wie Bürgermeister Dietmar Kromm die Gemeindevertretung wissen ließ. Trocknungsgeräte seien bereits aufgestellt worden.

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