In Reiskirchen hält die Vogelsbergbahn, in Lindenstruth nicht. Einstimmig spricht sich der Verkehrsausschuss für Gespräche zu einem Haltepunkt in Lindenstruth aus. ARCHIVFOTO: AGE
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In Reiskirchen hält die Vogelsbergbahn, in Lindenstruth nicht. Einstimmig spricht sich der Verkehrsausschuss für Gespräche zu einem Haltepunkt in Lindenstruth aus. ARCHIVFOTO: AGE

Zeichen für Bahnhaltepunkt setzen

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Reiskirchen(la). Gerne wird dazu aufgefordert, das Auto stehen zu lassen und mehr Bus und Bahn zu nutzen. Auf dem Land scheitert dies oft daran, dass es keine Zugverbindung gibt und die Busse selten fahren. Der Bau-, Verkehrs- und Umweltausschuss Reiskirchen beriet nun über einen Antrag der Freien Wähler, der die Frage aufwirft, wie bessere Busverbindungen in allen Ortsteilen erreicht werden können. Dies gilt sowohl für den Anschluss an die größeren Zentren als auch untereinander.

Ortsteile schlecht angebunden

Gerhard Albach sagte, dass ständig aufgefordert werde, mehr die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Dazu müssten aber erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden, dass sie für jedermann überhaupt nutzbar sind. Es habe sich gezeigt, dass gute, moderne Angebote angenommen würden. Schlechte Angebote, wie derzeit im Großteil der Ortsteile zur Verfügung stünden, blieben nur Alibi und seien keine Alternative zum Individualverkehr.

Die Freien Wähler und Grünen stimmten für den Antrag, SPD und CDU lehnten ihn als "zu schwammig" ab. Albach kritisierte, dass so nichts passiere.

Die Freien Wähler wollen mit einem Antrag den Gemeindevorstand beauftragen, für einen Bahnhaltepunkt in Lindenstruth zu kämpfen. Dazu sollten Gespräche mit den zuständigen Verkehrsträgern geführt werden. Als Argument führen die Freien Wähler an, dass es in Lindenstruth eine Firma mit fast 1000 Arbeitsplätzen gibt. Daher bestehe Potenzial, dass Menschen vom Auto auf den Zug umsteigen, um zum Arbeitsplatz zu kommen. Zudem würden die Lindenstruther damit eine bessere Nahverkehrsanbindung nach Grünberg, Gießen und Buseck erhalten. Die Busverbindungen seien in beide Richtungen sehr schlecht und nicht mehr zeitgemäß. Der Antrag wurde einstimmig empfohlen.

Ein weiterer Antrag der Freien Wähler formuliert den Auftrag an die Gemeinde, ein Radwegekonzept für Reiskirchen zu entwickeln und den Fraktionen vorzulegen. Da E-Bikes immer stärker genutzt würden, sollten weitere Radwege erschlossen und bestehende ertüchtigt werden, begründete Albach den Antrag. Auch Anschlüsse der Radwege an die Nachbarkommunen seien zu prüfen. Zuschussmöglichkeiten seien auf allen denkbaren Ebenen bis hin zur Europäischen Union zu prüfen.

Reinhard Strack-Schmalor (SPD) sieht derzeit nicht den richtigen Zeitpunkt dafür. Der Reiskirchener Bürgermeister Dietmar Kromm sprach sich für eine Zurückstellung des Antrages aus, um die entsprechenden Voraussetzungen abzuwarten. Auch Michael Seipp-Wallwaey (SPD) wollte entsprechende Förderprogramme von Land und Kreis abwarten. Schließlich änderte Albach den Antrag in einen Prüfantrag um, der dann die einhellige Zustimmung des Gremiums fand.

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