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Der Sportplatz – hier auf einem Archivfoto.

Wogen um Reiskirchener Sportplatz glätten sich

Rund um die geplante Bebauung des Sportplatz Reiskirchen glätten sich die Wogen. Mit großer Mehrheit hat die Gemeindevertretung am Mittwoch die Offenlage des geänderten Bebauungsplans beschlossen. Ein Investor will auf der Fläche Mehrfamilienhäuser bauen, deren Maximalhöhe nun aber reduziert wurde.

Reiskirchen (us). Für die einen ist es ein "Paradebeispiel für Demokratie", die anderen sprechen von einem Projekt, das im Eiltempo "durchgedrückt" wurde. Dennoch: Die Wogen um die geplante Bebauung des Reiskirchener Sportplatzes scheinen sich geglättet zu haben. Mit großer Mehrheit hat die Gemeindevertretung am Mittwochabend im Beisein von rund 20 Zuschauern die erneute Offenlage des geänderten Bebauungsplanes beschlossen.

Nach heftiger Kritik der Anrainer war das Projekt in Absprache mit dem Investor in wesentlichen Punkten geändert worden. Die Höhe der Gebäude wurde reduziert, ebenso die Zahl der zulässigen Wohneinheiten in den geplanten Mehrfamilienhäusern.

Zur Erinnerung: Ein privater Investor will den mitten im Dorf gelegenen, sanierungsbedürftigen Sportplatz an der Jahnstraße als Baugebiet für Einfamilien-, Doppel- und Mehfamilienhäuser erschließen. Als Ersatz soll eine neue Sportanlage samt TSG-Vereinsheim an der neuen Sporthalle entstehen. Als Bauherrin wird die TSG auftreten, Eigentümerin der Fläche bleibt jedoch die Gemeinde.

Grüne: Zeitdruck ist fragwürdig

Christian Lütje (Bündnis ’90/Die Grünen) räumte ein, dass in Reiskirchen Bauplätze fehlen. Der Zeitdruck, mit dem nun das Sportplatzprojekt vorangetrieben werde, sei aber fragwürdig. Hier sollten wohl in einem halben Jahr die Fehler der letzten drei, vier Legislaturperioden wettgemacht werden. Lütje bemängelte auch, dass den Gremien verschiedene Gutachten (Verkehr, Turmfalken-Vorkommen) nicht zur Kenntnis gegeben worden seien.

Sein Fraktionskollege Dr. Rolf Tobisch hält auch die 850 000 Euro, die der TSV Reiskirchen für den Bau eines neuen Sportplatzes bekommt, für problematisch. Andere Sportvereine bekämen nicht mal einen neuen Rasenmäher.

Bürger können Einwände vorbringen

Reinhard Strack-Schmalor (SPD) hingegen lobte die erzielten Kompromisse, an denen viele hart gearbeitet hätten. Herausgekommen sei eine "Win-win-Situation". Auch Karl-Heinz Scherer (Freie Wähler) bewertet das Projekt positiv. "Das Baugebiet ist für Reiskirchen unheimlich wichtig.

" Mit Ausnahme der Grünen sprachen sich schließlich alle Gemeindevertreter für die Abwägung der eingegangenen Anregung und die erneute Offenlage des Bebauungsplanes aus. Vier von fünf Grünen stimmten gegen die Abwägung, sprachen sich aber für die erneute Offenlage aus. Im Rahmen dieses Verfahrens haben die Bürger erneut die Gelegenheit, Einwände und Bedenken vorzutragen. Das Verfahren kann in dieser Legislaturperiode nicht mehr abgeschlossen werden. Den Beschluss über den Bebauungsplan wird nach der Kommunalwahl die neue Gemeindevertretung zu fassen haben.

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