Witteck spricht bei SPD-Empfang

  • schließen

Reiskirchen(pm). Ein CDU-Redner beim Neujahrsempfang der SPD? Diese ungewöhnliche Kombination gab es nun bei der SPD Hattenrod. Der ehemalige Regierungspräsident und aktuelle Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen, Dr. Lars Witteck, trat dabei ans Rednerpult. Wittek wies auf die unerträgliche Verrohung im Umgang mit Politikern in den sogenannten "Sozialen Medien" hin: Ein AfD-Politiker beleidigte die Kanzlerin - bisher ungestraft - als "Merkel-Nutte". In PEGIDA-Aufmärschen wurden Plakate mit Galgen präsentiert - als Drohung an die Kanzlerin und ihren damaligen Stellvertreter Sigmar Gabriel (SPD). Renate Künast von den Grünen wurde im Internet als "Sondermüll" bezeichnet, nannte Witteck Beispiele.

Der Umschlag von Hass und Hetze in kaltblütigen Mord sei bei seinem Freund und ehemaligen Kollegen, Regierungspräsident Walter Lübcke, grausame Wirklichkeit geworden. Dass 75 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz wieder eine Synagoge mit einer Schusswaffe angegriffen wurde und zwei Passanten getötet wurden lässt befürchten, dass auch der Antisemitismus kein abgeschlossenes Kapitel der deutschen Geschichte sei.

"Fremdenfeindlichkeit in ihren verschiedenen Varianten - gegen Muslime, Kriegsflüchtlinge, Armutsmigranten, jüdische Mitbürger bleibt also auf der Tagesordnung", sagte Witteck.

Der Referent ging auch auf strukturelle Veränderungen in der Industrie ein. In der Auto-Branche werde der Rückgang an herkömmlichen Verbrennungsmotoren vermutlich auch Zulieferer im heimischen Raum und damit Arbeitsplätze betreffen.

Erwin Roth vom Ortsbezirk hatte mit bewährten Helfern am Backofen und hinter der Theke wieder für Stärkung und Erfrischung für die Gäste gesorgt. Die "Young Voices" sangen im Rahmenprogramm "Scarborough Fair" und "The Rose". Michael Seipp führte durch das Programm.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare