Werden sich die Autofahrer auf der B 49 an diesen Blick auf Saasen gewöhnen müssen, wenn der Windpark Reiskirchen/Reinhardshain gebaut wird? Diese Fotomontage der Bürgerinitiative "Gegenwind Reinhardshain und Umgebung e.V" soll zumindest den Eindruck erwecken. Doch wie bei den bereits veröffentlichten "Vorbildern" des Projektierers bleibt die Frage unbeantwortet: Ist das realistisch?
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Werden sich die Autofahrer auf der B 49 an diesen Blick auf Saasen gewöhnen müssen, wenn der Windpark Reiskirchen/Reinhardshain gebaut wird? Diese Fotomontage der Bürgerinitiative "Gegenwind Reinhardshain und Umgebung e.V" soll zumindest den Eindruck erwecken. Doch wie bei den bereits veröffentlichten "Vorbildern" des Projektierers bleibt die Frage unbeantwortet: Ist das realistisch?

Windkraft

Widerstand gegen Windpark Reiskirchen formiert sich

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Die Bürgerinitiative "Gegenwind Reinhardshain und Umgebung", jetzt ein eingetragener Verein, verstärkt ihren Kampf gegen den Windpark. Die Planung hat derweil eine Änderung erfahren.

"Sofern sich keine Hindernisse auftun, bleibt ein Bau 2021 realistisch", erklärte gestern Stefan Siegmund, Projektleiter des geplanten Windparks Reiskirchen/Reinhardshain. Bekanntlich will "sein" Unternehmen "energiequelle" im Staatsforst neun Mühlen errichten - eventuell eine zehnte auf einer Fläche der Gemeinde Reiskirchen.

Nicht nur den Zeitplan, sondern das Vorhaben an sich torpedieren will die Bürgerinitiative "Gegenwind Reinhardshain und Umgebung". Die Protestbewegung formiert sich, hat kürzlich einen Vorstand gewählt und ist jetzt im Vereinsregister eingetragen. Etwa 70 Mitglieder seien es aktuell, berichtete Vorsitzender Bernd Hohl. Die meisten stammten aus Reinhardshain, sieben aus Bersrod und Saasen.

Das Ziel des neuen Vereins ist breit gefasst, erinnert an die bereits bestehende "Schutzgemeinschaft Wasser und Wald Reinhardshain", von der sich die Windparkgegner wegen mangelnder Unterstützung abgewandt haben. Also wird nicht nur das Verhindern der zehn "Mühlen", sondern jeglicher "schädlicher Eingriffe in die Natur" als Vereinsziel formuliert. Klar, dass ein "Kahlschlag" im Wald dazu zählt. Die Bezeichnung "Windpark", so sieht es auch diese BI, trifft es im Übrigen nicht. Tatsächlich entstehe links und rechts der A 5 ein "Industriepark". Mit schädlichen Folgen auch für den Menschen.

Eine "Mühle" wandert nach Grünberg

Hohl: "Wir fordern wie in Bayern die 10H-Regel." Bei einer hier vorgesehenen Anlagenhöhe von 247 Metern hieße das 2,4 Kilometer Abstand - der Windpark Reiskirchen, der den in Hessen geltenden Mindestabstands von 1000 Metern zu geschlossenen Ortslagen einhält, wäre gestorben.

Der Verein hat unterdessen ein eigenes naturschutzfachliches Gutachten in Auftrag gegeben, investiert Hohl zufolge dafür rund 3000 Euro. Geplant sei auch ein eigener Infoabend, bei dem alle relevanten Aspekte beleuchtet würden; von den ökologischen Folgen der Öffnung des Waldes über Wasserschutz, Alternativen der Energiegewinnung bis zu den Folgen für die Gesundheit.

Auch Energiequelle plant eine weitere Infoveranstaltung, ähnlich jener in Bersrod im Mai 2019. Bis dato, so Projektleiter Siegmund, habe sich an der Planung im Wesentlichen - was Anlagentyp und -zahl angeht - nichts geändert. Allerdings: Auch wenn 2019 bereits umfängliche Kartierungen erfolgten, seien insbesondere die naturschutzfachlichen Begutachtungen noch nicht abgeschlossen. Erst danach sei die Planung fix. Eine kleine Änderung aber gibt es bereits: Statt einem befänden sich nun zwei Standorte auf Grünberger Gemeindegebiet.

Seitens HessenForst ward im Übrigen aufs Neue betont, die Standorte seien in Abstimmung mit den Forst- und Naturschutzbehörden festgelegt worden, sodass nur "gestörte Waldbereiche oder schon vorhandene Freiflächen" untersucht würden. Naturschutzbereiche seien mithin ausgespart worden, ebenso Flächen mit Bodendenkmälern.

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