+
2016 wurde auf dem ehemaligen Reiskirchener Bolzplatz im Fliederweg eine Unterkunft für Geflüchtete eingerichtet. Die Container sind längst abgebaut. Nun sollen auf dem Gelände zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Dagegen regt sich Widerstand. (Archivfoto: us)

Widerstand gegen Bauprojekt am Fliederweg

  • schließen

Reiskirchen (la). Erneut befasste sich der Ortsbeirat Reiskirchen mit dem Tagesordnungspunkt "Bebauung des bisherigen Bolzplatzes am Fliederweg". Interesse besteht seitens eines Reiskirchener Investors, der auf dem Gelände zwei Häuser mit jeweils zehn Wohneinheiten sowie 48 Parkplätze errichten möchte. Das Erdgeschoss soll altersgerecht ausgebaut werden. Die Maximalhöhe der Häuser beträgt zwischen 7,63 und 9,3 Metern inklusiv3 Dachgeschoss und liegt damit nicht oder nur gering über der Dachhöhe angrenzender Familienhäuser.

Anbindung über die Schulstraße?

Der Ortskanal in der Schulstraße wurde geprüft. Danach ist ein Anschluss problemlos möglich. Wasser- und Stromleitungen sind über den Fliederwerg anzubinden. Ein- und Ausfahrt sollten über den Fliederweg erfolgen, um Kosten zu sparen. Alternativ ist jedoch auch der Anschluss an die Schulstraße möglich, was allerdings mit zusätzlichen Kosten für den Investor verbunden wäre.

Bereits in einer Sitzung im Frühjahr hatte der Ortsbeirat empfohlen, nicht mehr als sechs Wohneinheiten pro Haus zuzulassen. Darüber hinaus sollte das Dachgeschoss nicht als Penthouse gebaut werden. Altersgerechtes Wohnen sollte möglich sein. Die Erschließung sollte über die Schulstraße erfolgen. In der Diskussion sprachen sich alle Ortsbeiratsmitglieder gegen das Vorhaben in dieser Form aus. Ingo Galesky betonte, dass die CDU nicht zustimmen werden, wenn es bei den vorliegenden Plänen bleibe. Vielmehr sollte der Gemeindevertretung empfohlen werden, die Bauplätze privaten Bauherren anzubieten. Helga Rahmanzadeh und Katarina Hartel beklagten für die SPD, dass auf die Bedenken des Ortsbeirates in keiner Weise eingegangen worden sei.

Dr. Joachim Bill (FW) sprach sich für eine Erschließung über die Schulstraße aus. Auch Edwin Damm bevorzugte die Erstellung von privaten Wohnungen. Generell sollte man die Gemeindevertretung um eine Alternative bitten. Schließlich sprachen sich auch weitere Ortsbeiratsmitglieder dafür, bei der ursprünglichen Empfehlung zu bleiben und zusätzlich auch noch Privatinteressenten mit einzubeziehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich vor Jahren auf dem Gelände eine Flüchtlingsunterkunft befand, sei eine geballte Erschließung keineswegs erforderlich. Strom sei auf der Fläche bereits vorhanden. Bei einer Enthaltung sprachen sich sechs Ortsbeiratsmitglieder für die erörterten Empfehlungen aus.

Bis 2016 hatte sich auf dem Gelände im Fliederweg der Bolzplatz befunden, dann wurden die mittlerweile wieder rückgebaute Flüchtlingsunterkunft errichtet. Ein neuer Bolzplatz befindet sich am Festplatz.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare