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Die Neugestaltung muss warten: Das Außengelände der Kindertagesstätte in Ettingshausen sollte eigentlich in diesem Jahr gemacht werden. Doch das muss warten. Zu viel liegt in den kommunalen Einrichtungen im Argen. Ein Gesamtkonzept soll her.

Volle Kitas und kein Platz

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Reiskirchen (ti). Bereits vor vier Jahren hatte die Gemeinde Reiskirchen die Neugestaltung des Außenbereichs der Ettingshäuser Kindertagesstätte Zugvögel in Angriff genommen. Weil die damalige Planung einer Mehrheit der Mandatsträger nicht zusagte, wurde das Projekt auf Eis gelegt. Jetzt gibt es einen neuen Entwurf. Vor vier Wochen wurde er Elternbeirat, Ortsbeirats- und Ausschussmitgliedern vorgestellt.

Doch auch dieser wird so schnell nicht umgesetzt werden. Der Grund: Bei einer Besichtigung aller kommunalen Betreuungseinrichtungen durch den Gemeindevorstand und die zuständige Fachaufsicht stellte sich heraus, dass in Ettingshausen weit mehr als das Freigelände im Argen liegt und in anderen Kitas ebenfalls Handlungsbedarf besteht. Die Verwaltung soll jetzt ein Gesamtkonzept erarbeiten.

Außengelände zurückgestellt

"Wir haben festgestellt, dass erhebliche Dinge gemacht werden müssen", berichtete Bürgermeister Dietmar Kromm im Sozialausschuss von der Besichtigung der Ettingshäuser Kindertagesstätte. Trotz mehrfacher baulicher Erweiterungen in der Vergangenheit, sei es in der Einrichtung zu eng, die Räumlichkeiten nicht mehr zeitgemäß. Kromm: "Es macht wenig Sinn, einen sechsstelligen Betrag in das Außengelände zu investieren, wenn wir später feststellen, dass neu gebaut werden muss."

Petra Süße (CDU), die in Ettingshausen Ortsvorsteherin ist, drängte darauf, dass es zeitnah zumindest eine "kleine Lösung" für die Zugvögel gibt. Denn schon seit Längerem dringt nach Starkregen immer wieder Wasser in die Räumlichkeiten an der Sport- und Kulturhalle ein, zudem ist die Barrierefreiheit nicht gegeben, was mit Blick auf die steigende Zahl an U3-Kindern, die zudem häufig von ihren Großeltern gebracht und abgeholt würden, in Süßes Augen zeitnah behoben werden müsse. Bezüglich des eindringenden Wassers stimmte ihr Dr. Rolf Tobisch (Grüne) zu: "Es sollte in absehbarer Zeit etwas passieren."

Passieren muss auch an anderer Stelle etwas, denn nicht nur in Ettingshausen hatten Beigeordnete und Fachaufsicht bei ihrer Besichtigungstour Handlungsbedarf festgestellt. Im Reiskirchener Spatzennest beispielsweise ist die Küche mittlerweile zu klein, weil immer mehr Kinder auch über Mittag bleiben, wie Kromm berichtete. Zu wenig Platz zudem in Wickelraum und Besprechungszimmer. Es fehlt an einem Rückzugsort für das Personal in der Pause und, und, und. Auch in Saasen müssen die Kinder in Etappen Mittagessen, weil der Platz nicht da ist. Immerhin: In den anderen Einrichtungen sind es nur Kleinigkeiten, wie Kromm ausführte.

Für drei der fünf kommunalen Kitas - Reiskirchen, Ettingshausen und Lindenstruth - gilt: Eine Erweiterung am Standort ist nicht mehr möglich. Irgendwo in der Gemeinde aber muss ein zusätzliches Betreuungsangebot geschaffen werden, denn die Tendenz der Kinderzahlen in Reiskirchen ist steigend. Noch ist die Betreuung gewährleistet, aber die Einrichtungen sind voll, so Kromm. Bei der Fachaufsicht sieht man die Schaffung weiterer Kita-Plätze als erforderlich an. Weil sich das aber auch wieder ändern kann, plädiert der Rathauschef für eine "Modulbauweise, um eine zielgerichtete und zeitgemäße Kinderbetreuung anzubieten". Diese sei schnell realisierbar.

Das wäre auch bei einem Waldkindergarten möglich, den die Grünen bereits vor zweieinhalb Jahren genau aus diesem Grund ins Gespräch gebracht hatten. Kromm meinte, dass dieser Vorschlag in ein Gesamtkonzept einfließen werde, mit dessen Erarbeitung die Verwaltung beauftragt sei. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, wollte Ausschussvorsitzende Claudia Bast (CDU) wissen. "Wir werden versuchen, das so schnell wie möglich hinzubekommen", so Kromm. Er sagte zu, spätestens Ende Oktober eine Grobkonzeption vorzulegen.

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