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In der Sitzung der Gemeindevertretung werden langjährige Feuerwehr-Aktive geehrt.

Streit um Innenverdichtung

  • VonConstantin Hoppe
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Reiskirchen (con). Wie soll sich die innerörtliche Bebauung entwickeln? Um diese Frage zu klären, eine Begrenzung der Bebauung zu erreichen und eine entsprechende Planung aufzustellen, diskutierte die Gemeindevertretung einen Antrag der Fraktion der Freien Wähler. Es sei aufgefallen, dass beispielsweise alte Hofreiten aufgekauft wurden und dann in Billigbauweise möglichst viele Wohnungen eingerichtet wurden, erklärte Gerhard Albach (FW) den Antrag.

»Die örtliche Struktur geht dadurch kaputt, und wir sollten schauen, ob wir solche Vorgehen begrenzen können.«

Deshalb soll durch den Gemeindevorstand geprüft werden, ob Regulierungsmöglichkeiten bestehen, das zu verhindern. Die Ergebnisse und mögliche Folgekosten sollen vor den Haushaltsberatungen vorgelegt werden.

CDU und SPD signalisierten ihre Zustimmung zu dem Antrag: »Es muss Klarheit geschaffen werden, was und wie in den Ortskernen gebaut werden kann«, erklärte Reinhard Strack-Schmalor (SPD). Kritik kam von den Grünen: Eine Innenverdichtung sei nötig, um nicht noch mehr Flächen zu versiegeln, sagte Renz Hornischer. »Mir ist eine ausgebaute Scheune im Ortskern lieber, als ein neues Baugebiet am Ortsrand.« Mit 18 Ja- und vier Gegenstimmen bei einer Enthaltung wurde der Antrag angenommen.

Zwei weitere Anträge der Freien Wähler beschäftigen sich mit der Erstellung von Konzepten für Blühflächen und Radwegen - beide erhielten den Zuspruch der Gemeindevertretung. Ebenso ein Antrag der SPD-Fraktion auf Schaffung eines Klimaschutzmanagers für die Gemeinde. Es soll auch die Option einer interkommunalen Zusammenarbeit geprüft werden.

Anerkennung für Feuerwehrkräfte

Für die Änderung des Flächennutzungsplans im Bereich »Alte Straße« in Lindenstruth gingen zahlreiche Stellungnahmen von Bürgern und Behörden ein. Zwei Varianten standen zur Diskussion: Variante eins sieht ein Gewerbegebiet mit Kindertagesstätte vor, Variante zwei ist ohne Kita. Kritik kam von den Grünen: »Wir sind nicht komplett gegen dieses Baugebiet, aber einige der Stellungnahmen gehen deutlich über reine Bedenken hinaus. Beispielsweise die Abteilung für den ländlichen Raum und der NABU kommunizieren das ganz deutlich, auch Bürger äußern sich sehr kritisch«, sagte Hornischer. Er zitierte aus der Stellungnahme des Bereichs Landwirtschaft des Regierungspräsidiums: »Die insgesamt 6,7 Hektar große Fläche wird derzeit noch intensiv landwirtschaftlich genutzt, sodass ein Verlust des Standortes in dieser Größenordnung aus agrarstruktureller Sicht nicht tolerierbar ist.« Die Gemeindevertretung nahm die Stellungnahmen zur Kenntnis und stimmte der Offenlage der Planungen für Variante eins (mit Kita) bei einer Gegenstimme zu.

Seit 2011 gibt es Anerkennungsprämien für langjährige Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, um deren selbstloses Engagement hervorzuheben. In der Sitzung der Gemeindevertretung wurden Aktive der Reiskirchener Wehren ausgezeichnet: Eine Anerkennungsprämie über 10 Jahre aktiven Dienst erhielten Kai Rosenzweig, Fabian Krug, Pascal Möbus, Phillip Pleyer, Patrick Stoll, Jan Doebler, Lars-Patrick Grün, Eric Teuscher, Tanja Uhl und Dylan Weißmann. Für 20 Jahre im aktiven Dienst wurde Sandra Langsdorf mit einer Prämie bedacht, seit 30 Jahren gehören Frank Oliver Damm und Jörg Riedmann ihren Einsatzabteilungen an. Bereits seit 40 Jahren versehen Thomas Köhler und Thomas Ruhl ehrenamtlichen Dienst zum Wohle und zur Sicherheit ihrer Mitbürger.

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