Sozialstation Reiskirchen hat sich personell neu aufgestellt

Reiskirchen (rüg). Die Sozialstation Reiskirchen hat sich personell neu aufgestellt, die Leitung der Einrichtung ist auch vom 1. Januar 2014 an gesichert: Diese Position übernimmt die bisher stellvertretende Pflegedienstleiterin Katharina Tröller.

Nach der Entwicklung der vergangenen zwei Wochen und der Entscheidung des Parlaments in Sachen Sozialstation hatte es bei manchem Zweifel gegeben, ob die Gemeinde ihre ambulante Pflege weiterbetreiben kann, zumal mit der Genossenschaft ein Konkurrent auf diesem Gebiet ab dem 1. Januar antreten will, der auch mit einem Wechsel der Mitarbeiterinnen rechnet.

Diese Bedenken scheinen nun gegenstandslos: Am Dienstag informierten Bürgermeister Dietmar Kromm, die stellvertretende Pflegedienstleiterin Katharina Tröller und die kaufmännische Leiterin Nicole Frank über den aktuellen Stand, und der besagt: Die gemeindliche Sozialstation kann ab dem 1. Januar ohne personelle Einschränkungen weiterarbeiten.

Der langjährige Favorit auf die Übernahme der Einrichtung, die Johanniter-Unfallhilfe, hatte ihr Angebot am Montag vergangener Woche zurückgezogen, nachdem die im Sommer gegründete Genossenschaft bekundet hatte, am 1. Januar definitiv eine ambulante Pflege in Reiskirchen anbieten zu wollen.

Da die bisherige Pflegedienstleiterin sowie zwei weitere Mitarbeiterinnen zur Genossenschaft wechseln wollten, stand die Befürchtung im Raum, dass die Gemeinde nicht mehr genügend Personal für ihr Angebot haben könnte oder teure externe Hilfe in Anspruch nehmen müsste.

Auch wenn die Leitung gekündigt habe, werde die Sozialstation ohne Einschränkung weitergeführt, erklärte Bürgermeister Dietmar Kromm gestern in einem Pressegespräch, bei dem auch die Mitarbeiterinnen der Station und Corinna Hessler-Kutscher zugegen war. »Damit haben die Kunden der Sozialstation die Gewissheit, dass ihre Wünsche auch in Zukunft von motivierten Mitarbeiterinnen pflichtbewusst erledigt werden«, freute sich der Bürgermeister.

»Keine personellen Engpässe«

Die Betriebskommission habe am Montagabend getagt und die Grundlagen hierfür in personeller und technischer Hinsicht (Leasingfahrzeuge) gelegt. Die bislang stellvertretende Pflegedienstleiterin werde die Leitungsfunktion bis Jahresende übernehmen und dann ab 1. Januar offiziell Leiterin sein. Außerdem gebe es »drei motivierte Festangestellte« und zwei Aushilfskräfte. Darüber hinaus werde eine Halbtagskraft zunächst befristet mit 19,5 Stunden eingestellt.{newPage}

Damit, so Kromm, habe man einen identischen Mitarbeiterstamm wie bisher und es seien keine personellen Engpässe in der Betreuung der rund 50 Patienten zu befürchten. Man werde sich aber bemühen, weitere Kräfte zu gewinnen. Zwei ursprünglich wechselwillige Mitarbeiterinnen bleiben bei der Gemeinde. Man könne damit auf erfahrene Pflegekräfte bauen, die das Vertrauen ihrer Kunden haben.

»Sicherlich wurden die Bediensteten in der Vergangenheit hin und her gerissen, und sicherlich war das auch keine einfache Zeit für alle Beteiligten«, meinte Kromm. Die Mitarbeiterinnen hätten jedoch signalisiert, sich für einen reibungslosen Ablauf einzusetzen. »Dies ist nicht nur erfreulich, es ist besonders lobenswert, zudem wir uns um zusätzliches Personal bemühen.«

Gleichwohl weiß Kromm, dass die gemeindliche Pflegeeinrichtung natürlich in Konkurrenz zu (möglicherweise) den Johannitern und der Genossenschaft stehen wird. Deswegen sei es wichtig, »das Ohr ganz nah am Kunden zu haben«, sagte Kromm, der jedoch eher mit einem Zuwachs als einem Rückgang der Patienten der gemeindlichen Sozialstation rechnet. Wie sich das Verhältnis zum Förderverein entwickle, der laut seiner geänderten Satzung auch die Genossenschaft unterstützen will, bleibe abzuwarten. . Hierzu seien Gespräche geplant, aber noch nicht terminiert.

Da die Möglichkeiten der Gemeinde, das Angebot an Leistungen zu erweitern, beschränkt seien, biete sich für die Genossenschaft hier vielleicht ein Alleinstellungsmerkmal. Die Frage, ob die Gemeinde ihre Sozialstation dennoch abgeben werde, nannte Kromm eine »nachrangige Spekulation«. Zunächst bleibe sie verlässlich für ein bis zwei Jahre in Gemeindehand.

Dass das Thema auch ihre Patienten beschäftigt hat, bestätigte die stellvertretende Pflegedienstleiterin Tröller: »Wir wurden jeden Tag gefragt. Die meisten Patienten waren schon verunsichert, auch wegen einer Entscheidung zwischen Stammpersonal und neuen Kräften.« Jetzt seien die Patienten erleichtert, dass es die gewohnten Pflegerinnen sind die kommen.

Johanniter zu Sozialstation: Übernahme keine Option mehr Reiskirchener Sozialstation bleibt in Gemeindehand

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