Schwieriges erstes Jahr

Reiskirchen (zy). Etwas über ein Jahr lang ist Lucas Richter nun schon Ansprechpartner für Gemeinwesenarbeit in der Gemeinde Reiskirchen. Bis 2025 ist diese Unterstützung des Landkreises zunächst angelegt worden, der diese Arbeit auch finanziell unterstützt. Auch das Land Hessen fördert dieses Angebot.

Im Sozialausschuss stellte Richter nun die Anstrengungen des Landkreises in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Arbeit und Umwelt (ZAUG gGmbH) vor.

Drei Mal musste Richters Vortrag im Ausschuss schon verschoben werden - es war also Zeit für einen Zwischenbericht an die Gemeindevertreter, aber auch eine Erinnerung für die Öffentlichkeit, dass jeder Mensch dieses Angebot nutzen kann. Denn bisher wird es noch nicht so stark in Anspruch genommen, wie es sich Richter wünschen würde.

»Gemeinwesenarbeit für jeden, der sie benötigt«, ist dabei das Credo. Auftraggeber und Gesellschafter der ZAUG gGmbH ist dabei der Landkreis Gießen, der Richter nun in diversen Kommunen einsetzt, nämlich neben Reiskirchen auch in Allendorf, Rabenau, und Staufenberg. Richters Kollegen sind auch in weiteren Kommunen des Landkreises tätig.

In Reiskirchen hat Richter ein Büro in der alten Schule neben dem Rathaus, das an die Räume der Jugendpflege angeschlossen ist. Da kam gewissermaßen zusammen, was zusammen gehört - schließlich ist die Jugend, neben Kindern, Senioren und Frauen, eine ausgewählte Zielgruppe von ZAUG. Das Angebot dabei ist vielfältig und soll zwar alle Menschen, aber insbesondere hilfebedürftige Personen ansprechen und ihnen »eine beratende und vernetzende Anlaufstelle in der Gemeinde bieten«.

Viele Angebote

Außerdem geht es um Integration, etwa für körperlich benachteiligte Menschen oder Zugewanderte. Letztere benötigten oft Hilfe beim Umgang mit der deutschen Bürokratie oder hätten Schwierigkeiten, Zugang zu Bildung oder einem Beruf zu finden. Für die ältere Generation könnten Digitalisierungs- und Bewegungsangebote vermittelt werden. Allen soll so die Möglichkeiten aufgezeigt werden, mehr an der Gesellschaft teilzuhaben. »Hilfe zur Selbsthilfe« werde dabei groß geschrieben.

Das Ehrenamt soll etwa unterstützt werden, dass Netzwerke unter den Vereinen entstehen und sie sich bei ihrer Gemeinwesenarbeit besser absprechen und gemeinsame Projekte angegangen werden können. Auch ein wichtiges Anliegen von Richter: Extremistischen Tendenzen in Kommunen entgegenwirken und bei möglichen Konflikten unterstützend zur Seite stehen.

Sein auch von der Pandemie geprägtes erstes Jahr sei dabei jedoch »ein schwieriges Jahr« gewesen, erzählte Richter. »Es gab einige Rückschläge und es musste viel recherchiert werden, mit wem wir uns in der Gemeinde vernetzen können.« Allzu viele Rückmeldungen habe es nach einer Kontaktaufnahme, sofern sie denn gelang, dabei jedoch nicht gegeben.

So manches geplante Projekt konnte wegen der Pandemie nicht umgesetzt werden, wie etwa ein Treff für Gespräche in der Weihnachtszeit. Das gab die aktuelle Pandemielage nicht her. Jedoch zählte er eine Weihnachtskartenaktion mit Grundschülern auf und hofft, dass im nächsten Jahr das Bewusstsein für die Angebote der Gemeinwesesarbeit größer ist.

Richters Büro in der Schulstraße 13 ist mittwochs von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Tel. 0151/6525 7952, Mail an gwa-reiskirchen@zaug.de .

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