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Hier soll nach Vorarbeiten neu angepflanzt werden. Wieland Schröder und Claudia Bast vor den trockenen Fichten.

Schäden durch Trockenheit, Pilz und Borkenkäfer

  • VonKarl-Josef Graf
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Reiskirchen (kjg). Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Verkehr und Infrastruktur (BUVI) waren zu einer Exkursion im Reiskirchener Forst. Etwa 50 Personen nahmen teil, rund die Hälfte Mandatsträger. Vom alten Waldsportplatz in Ettingshausen ging es auf einer dreistündigen Wanderung in Richtung Westen und zurück. Fachlich begleitet wurde die Gruppe vom Reiskirchener Revierleiter Wieland Schröder und Alina Kratofil (Betriebsleitung Produktion, beide HessenForst), die an vier Standorten Probleme erläuterten.

Eingeladen hatte Ausschussvorsitzende Claudia Bast (CDU).

Seit Anfang des Jahres, mit Vorstellung des Waldwirtschaftsplanes 2021, der mit einem Minus von 159 047 Euro abschließt, wurde in mehreren Sitzungen der Ausschüsse und des Parlamentes die Situation des Waldes erläutert. Dabei wurde über Schäden durch Trockenheit, Pilzbefall und Borkenkäfer diskutiert, die durch Schröder vor Ort gezeigt wurden.

Im Reiskirchener Revier gibt es insgesamt 1300 Hektar Wald, davon gehören 550 Hektar der Gemeinde, 505 Hektar werden regelmäßig bewirtschaftet. Rund 800 Hektar sind Staatswald. Der Ettingshäuser Wald, in dem die Begehung stattfand, liegt auf einer Höhe von 220 Metern, gehört zum »vorderen nordwestlichen Vogelsberg«.

Schwierige Standorte

Geologisch wird der Boden durch Basalt mit Lößüberlagerungen dominiert. Dieser Boden ist sehr nährstoffreich. Mit 710 Millimeter pro Jahr sind die Niederschläge unterdurchschnittlich. All das führt dazu, dass die Pflanzen nur über geringes Wasser im Boden verfügen. Stellenweise sind die Standortverhältnisse sehr schwierig.

Der Pflegeaufwand bei 75 Prozent Laub- und 25 Prozent Nadelholz sei hoch, was insbesondere dem jungen Alter des Waldes geschuldet sei, aber die Erlöse seien gering, erklärte der Revierleiter. Das Waldbild in Abteilung 141 hat eine freiflächenähnliche Struktur mit einem stark heterogenen Gefüge aus Eiche, Birke, Buche und Douglasie, das aufgrund seiner Struktur kein waldtypisches Innenklima hat. Es sind Schäden an den Bäumen zu erkennen, die durch Hitze, Frost, zu hohe Verdunstung bei zu geringen Niederschlägen und Fraßschäden von Mäusen entstanden sind. Besonders auf Freiflächen mit einer dichten Gras- und Kräuterdecke finden die Nager zum Schaden des Waldes optimale Bedingungen.

Es sei ein schwieriger Standort, erläuterte Schröder, weil es nur einen geringen Wasserspeicher gebe. Er zeigte abgestorbene Douglasien, die aufgrund ihrer Herkunft an dieser Stelle nicht hätten gepflanzt werden dürfen. Generell sei die Douglasie dort zwar passend, aber nicht diese Unterart. An weiteren drei Stellen machte Schröder auf massive Schäden aufgrund der Trockenheit, eine geplante Pflanzung und einen 30 Jahre alten Mischwald aufmerksam und erläuterte Probleme.

Freiflächenähnliche Strukturen und Vergrasungen seien sehr schwierig zu bearbeiten, denn die Vergrasung verhindere die Naturverjüngung und das Gedeihen der Neuanpflanzung. Trotzdem gebe es verschiedene Möglichkeiten, darauf zu reagieren, unter anderem durch Pflanzen eines Vorwaldes, Baggeranpflanzungen und selektives Aufreißen der Grasnarbe für die ankommende Naturverjüngung.

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