Kritik

SPD Reiskirchen wittert Gefahr auf dem Schulweg

  • schließen

Wer in Reiskirchen zu Fuß zur Schule geht, ist nicht sicher. Dieser Auffassung zumindest ist die SPD. In einem Antrag fordert sie den Gemeindevorstand zum Handeln auf.

Er hat schon bessere Tage gesehen: Der Zebrastreifen in der Freiherr-vom-Stein-Straße Höhe Sonnenstraße in Reiskirchen ist als solcher kaum noch zu erkennen, die weiße Farbe an vielen Stellen abgenutzt.

Anlass für die Sozialdemokraten, das Thema in dieser Sitzungsrunde auf den Plan zu rufen. Weil sie den Schulweg für nicht sicher halten, fordern sie in einem Antrag, dass die Querungshilfe auf der Fahrbahn wieder sichtbar gemacht wird.

Wegen der dunklen Jahreszeit soll der Gemeindevorstand zeitnah aktiv werden. Ein zweiter Punkt des Antrages betrifft die Einrichtung eines Zebrastreifens an anderer Stelle, nämlich in der Burkhardsfelder Straße Höhe Friedensstraße/Sonnenstraße. Die Beigeordneten sollen diese Möglichkeit prüfen.

Andere Fraktionen skeptisch

Im Sozialausschuss am Montagabend warb SPD-Frontfrau Anja Stark für den Antrag. Doch aus den anderen Fraktionen kam Gegenwind. Ebenso vom Bürgermeister.

Eine Prüfung führe möglicherweise zu dem Ergebnis, dass der Zebrastreifen nicht mehr den aktuellen Richtlinien entspricht, befürchtete Dietmar Kromm. "Dann müssen wir richtig Geld in die Hand nehmen, um ihn wieder herzustellen."

Kein Problem für Anja Stark. Sie forderte "ein klares Signal nach außen, was die Kinder uns wert sind".

Doch auch Christdemokraten und Freie Wähler sahen diesen Teil des Antrags kritisch. "Nur mit Anmalen ist es nicht getan", erklärte Petra Süße (CDU).

Gerhard Albach (FW) warnte davor, "dieses Fass aufzumachen". Zwar sollten die Kinder den Gemeindevertretern das Geld wert sein. Doch neben der Freiherr-vom-Stein-Straße gebe es "viele andere Stellen", an denen ebenfalls Handlungsbedarf bestehe.

Zudem wies Albach darauf hin, dass die Polizei vor ampelfreien Querungshilfen auf Schulwegen warne, da sie eine "Sicherheit suggerieren, die nicht da ist".

Nicht genug Fußgänger?

Was die Situation in der Burkhardsfelder Straße angeht, überwog im Plenum ebenfalls die Skepsis. Es wurde befürchtet, dass die für einen Zebrastreifen notwendigen Fahrzeug- und Fußgängerzahlen fehlen.

Die Antwort von Hessen Mobil werde nicht anders ausfallen, als bei der B 49, war sich Albach sicher. Sowohl für den Ortseingang in Reiskirchen auf Höhe der Sporthalle, als auch in Lindenstruth auf Höhe der Bushaltestelle hatte man in der Vergangenheit Querungshilfen beantragt.

Seitens der Straßenverkehrsbehörde waren beide Anliegen abgelehnt worden. Zwar stimmten an der Bundesstraße die Anzahl der Fahrzeuge, nicht aber die der Fußgänger.

Seitens des Plenums wurde der antragstellenden Fraktion nahegelegt, Punkt eins zurückzuziehen. Süße: "Sonst können wir nicht zustimmen."

Anja Stark wollte dies aber nicht ohne Rücksprache entscheiden, forderte stattdessen eine getrennte Abstimmung der Punkte. Weil die Mehrheit der Auffassung war, dass dies nicht geht, wurde der Antrag bei einer Gegenstimme (CDU) und sechs Enthaltungen abgelehnt.

Keine Beschwerden von Eltern und Schule

Und was sagt der Landkreis zu der Kritik, der Schulweg sei für die Kinder nicht sicher? Die zuständige Dezernentin Dr. Christiane Schmahl weist dies zurück. Landkreis und Schule hätten den Schulwegeplan gemeinsam erarbeitet und dabei auf Sicherheit geachtet.

Schmahl: "Zum Zeitpunkt der Erstellung handelt es sich um einen aus unserer Sicht sicheren Schulweg." Hätten sich in der Folgezeit Gegebenheiten geändert, sei es Sache von Schule und/oder Kommune darauf aufmerksam zu machen. Das sei nicht geschehen.

Weder von Schule noch von Eltern lägen Beschwerden vor, auch die Kommune habe den Landkreis seit 2011 nicht kontaktiert. Sollte die Gemeinde jetzt Handlungsbedarf sehen, "wird in gegenseitigem Einvernehmen eine Lösung erarbeitet".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare