Sieben Menschen verloren am 30. Juli bei einem Dachstuhlbrand in Hattenrod ihr Zuhause. Die Gemeinde hatte kurz darauf ein Spendenkonto eingerichtet. ARCHIVFOTO: CON
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Sieben Menschen verloren am 30. Juli bei einem Dachstuhlbrand in Hattenrod ihr Zuhause. Die Gemeinde hatte kurz darauf ein Spendenkonto eingerichtet. ARCHIVFOTO: CON

Feuer

Reiskirchen spendet - Große Hilfsbereitschaft nach Dachstuhlbrand

  • vonChristina Jung
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Sieben Menschen haben am 30. Juli nach einem Dachstuhlbrand in Hattenrod ihr Zuhause verloren. Die Gemeinde hatte anschließend ein Spendenaufruf gestartet. Die Hilfsbereitschaft ist enorm.

Eine dunkle Rauchsäule stand am frühen Morgen des 30. Juli über Hattenrod. Sie kündete von einem Dachstuhlbrand in der Straße Am Rain. Sieben Menschen verloren durch das Feuer ihr zu Hause, eine Familie mit kleinem Kind ihren gesamten Besitz. Doch die Menschen im Dorf trugen zusammen, was sie entbehren konnten und die Gemeinde richtete ein Spendenkonto ein. Dort sind mittlerweile mehr als zweitausend Euro zusammengekommen.

"Es war ein sehr hohes Maß an Hilfsbereitschaft da", erinnert sich Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm. Die Bevölkerung habe innerhalb kürzester Zeit nahezu alles herangeschafft, was man für das tägliche Leben braucht. Nachbarn stellten jenen, die nicht alles verloren hatten, Abstellmöglichkeiten für ihr Hab und Gut zur Verfügung und versorgten die Feuerwehrleute mit Essen und Getränken.

"Das war bemerkenswert", bestätigt Hattenrods Wehrführer Jörg Langsdorf, der an jenem Tag die Einsatzleitung hatte. Ein Tag, den er so schnell nicht vergessen wird, wie er sagt. Bis auf die Bersröder waren am 30. Juli alle Feuerwehren der Gemeinde vor Ort, vom frühen Morgen bis in die Abendstunden hinein. Gegen 22 Uhr wurde die Einsatzstelle letztmals geprüft.

Ausgebrochen war das Feuer in einer der beiden Dachgeschosswohnungen. Die erste Schadensschätzung belief sich auf rund 100 000 Euro. "Zu wenig", sagt Langsdorf, Die Brandwohnung sei ein Totalschaden, zwei weitere Apartments erheblich beschädigt, das Haus nicht bewohnbar. Der Wehrführer schätzt den Schaden auf eine viertel Million Euro.

Die Gemeinde stellte der durch das Feuer obdachlos gewordenen Familie eine Notunterkunft zur Verfügung, eine kleine Wohnung über dem Dorfgemeinschaftshaus in Hattenrod, wo sie ein paar Tage lebte, bis etwas anderes gefunden war. Die anderen Betroffenen seien bei Verwandten oder Freunden unter gekommen, so Kromm.

2062 Euro auf Spendenkonto

Darüber hinaus richtete die Kommune ein Spendenkonto ein, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, den Opfern zu helfen. Einer der Gemeindevertreter war damals mit der Idee an mich herangetreten, erzählt der Rathauschef, der den Vorschlag gut fand. Allerdings galt es zunächst zu klären, ob das überhaupt möglich ist. "Eigentlich dürfen wir neben dem Haushalt keine anderen Konten aufmachen", so Kromm. Doch nach Rücksprache mit der Revision stand fest, dass es geht, und das Kreditinstitut stellte das Konto kostenlos zur Verfügung.

Bis gestern gingen dort 2062 Euro ein. Vergangene Woche verständigten sich Bürgermeister Dietmar Kromm, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Michael Seipp-Wallwaey und Hattenrods Ortsvorsteher Achim Döbler darauf, das Spendenkonto noch einige Wochen aufrecht zu erhalten. In der Gemeindevertretersitzung am 11. November soll das Geld dann den Opfern übergeben werden.

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