Vertragsunterzeichnung in Reiskirchen: (v. l.) Beigeordneter Willi Launspach, Bürgermeister Heinrich Mengel (beide Hattenrod) Karl Fink (Schriftführer), Bürgermeister Helmut Becker, Beigeordneter Wilhelm Damm XII. (beide Reiskirchen), Bürgermeister Heinrich Bach, Beigeordneter Wilhelm Schepp (beide Saasen), Beigeordneter Günter Knoblauch und Bürgermeister Ludwig Fechner (beide Winnerod). REPRO: LA
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Vertragsunterzeichnung in Reiskirchen: (v. l.) Beigeordneter Willi Launspach, Bürgermeister Heinrich Mengel (beide Hattenrod) Karl Fink (Schriftführer), Bürgermeister Helmut Becker, Beigeordneter Wilhelm Damm XII. (beide Reiskirchen), Bürgermeister Heinrich Bach, Beigeordneter Wilhelm Schepp (beide Saasen), Beigeordneter Günter Knoblauch und Bürgermeister Ludwig Fechner (beide Winnerod). REPRO: LA

Als Reiskirchen geboren wurde

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Reiskirchen(la). Vor einem halben Jahrhundert begann die Gemeindegebietsreform für Reiskirchen. Das entsprechende Dokument wurde am Montag, 14. Dezember 1970, unterzeichnet. Willi Launspach, der einzige noch lebende Unterzeichner, erinnert sich noch sehr gut an die Monate vor der Unterzeichnung. Die vor allem in den kleineren Gemeinden geführten Diskussionen mit zum Teil gegenseitigen Anfeindungen und heftigen Beleidigungen sind jedoch längst vergessen.

Zur Unterzeichnung trafen sich für Reiskirchen Bürgermeister Helmut Becker und Beigeordneter Wilhelm Damm XII., für Hattenrod Bürgermeister Heinrich Mengel und Beigeordneter Willi Launspach, für Saasen Bürgermeister Heinrich Bach und Beigeordneter Wilhelm Schepp sowie für Winnerod Bürgermeister Ludwig Fechner und Beigeordneter Pfarrer Günter Knoblauch.

Tauziehen in Hattenrod

Ziel der Gemeindegebietsreform war es, durch größere Verwaltungseinheiten leistungsfähigere Kommunen und Landkreise zu schaffen, wodurch auch die Zahl der Gemeinden erheblich reduziert wurde. Das war auch in Reiskirchen der Fall. So schlossen sich im Dezember 1970 Reiskirchen, Hattenrod, Saasen und Winnerod freiwillig zusammen. Der Vorteil dieses Zusammenschlusses war ein Vertrag, in den die Gemeinden ihre Wünsche einbringen konnten, was im Verlauf der Gemeindegebietsreform nicht mehr der Fall war. Saasen zum Beispiel wünschte den Bau einer Mehrzweckhalle, eines Kindergartens und die Sportplatzerweiterung.

Im April 1972 kam Burkhardsfelden dazu. Die Gemeinden Bersrod, Ettingshausen und Lindenstruth komplettierten schließlich 1977 die heutige Kommune.

Wie heftig diskutiert wurde und umstritten manche Entscheidung war, sei am Beispiel Hattenrod erläutert: In Ettingshausen bemühte sich Bürgermeister Robert Keil um ein Verwaltungszentrum, wozu auch Hattenrod gehören sollte. Nach einem Beschluss der Gemeindevertretung Hattenrod sollten aber weiterhin Verhandlungen mit den beiden Gemeinden Reiskirchen und Ettingshausen geführt werden. In einer Bürgerversammlung votierten von 45 anwesenden Bürgern 18 für und sechs gegen einen Zusammenschluss, 21 enthielten sich der Stimme, waren unentschlossen. Die Entscheidung oblag jetzt der Gemeindevertretung, die sich am 23. November 1970 mit sieben Stimmen gegen zwei für einen Zusammenschluss aussprach. Anschließend gab es jedoch ein Patt, denn es votierten drei Gemeindevertreter für Reiskirchen, aber auch drei für Ettingshausen. Das Tauziehen ging weiter.

Schließlich entschieden sich nach einer sehr erregten Debatte am 7. Dezember sechs Gemeindevertreter in Hattenrod für einen freiwilligen Zusammenschluss mit Reiskirchen.

Keinen Streit gab es um den Namen der künftigen Gemeinde: Reiskirchen. Der Auseinandersatzungsvertrag beinhaltete den Bau eines Dorfgemeinschaftshauses, das am 2. Juli 1976 eingeweiht wurde.

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