Im Reiskirchener Gewerbegebiet soll eine ehemalige Lagerhalle zwischen Carl-Benz-Straße und Siemensstraße zu einem dreigruppigen Kindergarten umgebaut werden. Auf dem Luftbild kann man den Flachbau ein Stück oberhalb des Edeka-Markts erkennen. Heutzutage ist er von Garagen und Speicherboxen umgeben, die es noch nicht gab, als das Foto vor rund drei Jahren entstand. ARCHIVFOTO: HENSS
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Im Reiskirchener Gewerbegebiet soll eine ehemalige Lagerhalle zwischen Carl-Benz-Straße und Siemensstraße zu einem dreigruppigen Kindergarten umgebaut werden. Auf dem Luftbild kann man den Flachbau ein Stück oberhalb des Edeka-Markts erkennen. Heutzutage ist er von Garagen und Speicherboxen umgeben, die es noch nicht gab, als das Foto vor rund drei Jahren entstand. ARCHIVFOTO: HENSS

Neue Kita schon im August?

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Reiskirchen(us). Für ein drängendes Problem zeichnet sich eine rasche Lösung ab: Wenn alles glattgeht, könnte schon nach der Sommerpause im Gewerbegebiet zwischen Carl-Benz-Straße und Siemensstraße ein neuer, dreigruppiger Kindergarten eröffnen. Neu gebaut werden muss er nicht. Die Kita soll in eine ehemalige Lagerhalle einziehen, die sich auf einem Grundstück zwischen Siemensstraße und Carl-Benz-Straße befindet. Der Eigentümer will das Gebäude auf eigene Kosten umbauen und für zunächst zehn Jahre an die Gemeinde vermieten. In einem Änderungsantrag zum Haushalt, der am Donnerstag vom Haupt- und Finanzausschuss befürwortet wurde, beziffert Bürgermeister Dietmar Kromm die jährlichen Mietkosten samt Nebenkosten auf 112 728 Euro.

In Sachen Kita-Betreuung kämpft Reiskirchen mit Engpässen. "Anfang des Jahres mussten wir Kinder ablehnen", berichtete der Bürgermeister. Vor allem der Bedarf an Kleinkinderbetreuung steige stetig. In der Siemensstraße sollen gleich zwei U3-Gruppen entstehen, die dritte Gruppe soll altersgemischt sein. Eine Betriebserlaubnis habe der Landkreis bereits in Aussicht gestellt.

Kromm erinnerte daran, dass die Gemeinde zunächst einen Neubau im Fliederweg angepeilt habe. Parallel dazu habe man jedoch andere Möglichkeiten ausgelotet und mit der ehemaligen Lagerhalle einen Glücksgriff getan.

Auf den Haushalt hat das Projekt einige Auswirkungen. Der Stellenplan muss geändert werden, denn es müssen drei zusätzliche Erzieherinnen und eine Leitung eingestellt werden. Außerdem soll die Gemeinde die Kosten für Möbel, Inneneinrichtung, Spielgeräte, EDV und Telefon übernehmen. Beim Hochbau können die Kosten für den Kita-Neubau jedoch reduziert werden: statt 750 000 Euro nur noch 610 000 Euro. Auch in den Ortsteilen werde man bauliche Veränderungen an Kitas vornehmen müssen, erläuterte Kromm auf Nachfrage. Die SPD möchte diese Mittel bis zur Vorlage eines Gesamtkonzepts mit einem Sperrvermerk belegen. Einen entsprechenden Antrag kündigte Frank Arnold für die Gemeindevertretersitzung in der kommenden Woche an.

Hauptamtlicher Gerätewart

Ein weiterer Änderungsantrag des Bürgermeisters zum Haushalt betraf die Feuerwehr. Für alle sieben Wehren soll ein hauptamtlicher Gerätewart eingestellt werden. Die vielfältigen Aufgaben seien ehrenamtlich kaum mehr zu stemmen, erläuterte Gemeindebrandinspektor Jan Feldbusch. Nach den Vorstellungen des Wehrführerausschusses soll sich künftig ein Hauptamtlicher um Wartung und Überprüfung von Fahrzeugen und Geräten, um die Schlauchverwaltung und auch um Unterhaltungsarbeiten an den Gerätehäusern kümmern. Dazu soll er die Einsatzabteilung unterstützen, Stichwort Tagesbereitschaft.

Der Antrag des Bürgermeisters wurde mehrheitlich befürwortet, die SPD enthielt sich. "Wir konnten das in der Fraktion noch nicht besprechen", monierte Frank Arnold. Den Antragstext habe er erst am Montagabend erhalten, dabei stamme der Vorstoß der Wehrführer bereits vom Juni. "Warum kriegen wir die Infos erst jetzt? Das ist für Ehrenamtliche unzumutbar", monierte der Sozialdemokrat. Ausschussvorsitzender Gerhard Albach (Freie Wähler) gab ihm recht: "Das war ein bisschen unglücklich."

Im weiteren Verlauf der Sitzung behandelte der Haupt- und Finanzausschuss eine Reihe von Änderungsanträgen aus den Fraktionen.

Die Freien Wähler setzen sich für eine zusätzliche Aufwandsentschädigung für die Altersvorsorge der ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr ein. Dafür sollen im Haushalt 30 000 Euro eingeplant werden. Außerdem schlagen sie vor, auf die Sanierung der Wieseckbrücke Nr. 8 in Lindenstruth zu verzichten. Sie sei für landwirtschaftliche Maschinen ohnehin zu schmal und soll künftig nur noch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden dürfen.

Die CDU will die Einrichtung eines Jugendparlaments mit 5000 Euro fördern. Zudem schlägt sie einen Sperrvermerk für die Straßenbaumaßnahme "Im Kleegarten" in Ettingshausen vor.

Die SPD beantragt 10 000 Euro für zusätzlichen Son- nenschutz auf den Spiel- plätzen. Außerdem sollen 25 000 Euro für die Erweiterung des Hauptstromanschlusses in der Sport- und Kulturhalle Saasen vorgesehen werden.

Die abschließende Entscheidung über die Anträge fällt am kommenden Mittwoch die Gemeindevertretung.

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