Der Krimi wartet im Briefkasten: Die Gemeindebücherei Saasen bringt im Lockdown die Bücher zu den Lesern.		FOTO: PAD
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Der Krimi wartet im Briefkasten: Die Gemeindebücherei Saasen bringt im Lockdown die Bücher zu den Lesern. FOTO: PAD

Mord im Briefkasten

  • vonPatrick Dehnhardt
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Reiskirchen (pad). Im Lockdown hat man genug Zeit, um in Ruhe ein oder mehrere Bücher zu lesen. In die Bücherei gehen und nach passendem Lesestoff suchen, ist derzeit nicht möglich. In Saasen muss man dennoch nicht auf lustige, interessante und spannende Lektüre verzichten. Dort bietet die Gemeindebücherei nun einen Lieferservice an.

Das System ist einfach gehalten: In einem Aushangkasten am Gemeindehaus werden die frisch eingetroffenen Neuerscheinungen vermeldet. Sollte man diese oder ein anderes Buch ausleihen wollen, meldet man sich via E-Mail unter gemeindebuecherei-saasen@ gmx.de.

Leiterin Susanne Becker schaut sich immer montags die Bestellungen an, stellt diese zusammen und fährt sie dann im Dorf aus. »Die Leute melden sich auch per Whats-app, wenn sie ein Buch wollen«, berichtet sie.

Frisches Programm

Zwar mag die kleine Bücherei keine eigene Homepage oder einen Online-Katalog haben. Dafür gibt es einen guten Service. So sind Nachfragen, ob ein bestimmtes Buch vorrätig ist, via E-Mail möglich.

Becker berät auch dabei, wenn jemand gerne Bücher zu einem bestimmten Genre liest, jedoch nicht weiß, welches er nun ausleihen soll. »Wenn die Leute uns sagen, welche Richtung sie suchen, dann suchen wir die passenden Bücher heraus.« In der Regel kommen die Empfehlungen gut an.

Zumal niemand befürchten muss, einen alten vergessenen Schinken zugeteilt zu bekommen. »Wir haben hier ein aktuelles Bücherangebot, das sich auch auf Bestsellerlisten findet«, sagt Leiterin Susanne Becker. Damit dies auch so bleibt, werden ehemalige Bestseller aussortiert, wenn sie niemand mehr ausleihen möchte. Derzeit steht etwa Mankells Wallander auf der Streichliste. »Der Trend ist vorüber.« Gerade ältere Saasener nutzen den Bücherlieferdienst bereits sehr gut. Becker hofft, dass nun auch Menschen, die bislang wenig mit der Bücherei zu tun hatten, auf das Angebot aufmerksam werden. »Wir freuen uns über jeden Leser.«

Besonders vermisst sie derzeit die Besuche der Familien in der Bücherei. »Die Kinder haben dann immer nach Büchern gesucht, die sie kennen, oder die ihnen vom Cover her gefallen«, erinnert sich Becker. Bislang sind Familien eher rückhaltend, den Lieferdienst in Anspruch zu nehmen. Aber vielleicht ändert sich das; schließlich gibt es genügend Bücher, die darauf warten, gelesen zu werden.

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