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Um die mögliche Erweiterung des Gewerbegebietes »Holzweg-Stirn« in Ettingshausen ging es in der letzten Sitzung des Gemeindeparlaments am Mittwoch.

Mehrheit für Aufstellungsbeschluss

  • vonConstantin Hoppe
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Reiskirchen (con). Auf ein großes Interesse bei den Bürgern stießen die Reiskirchener Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl. Aufgrund der geltenden Kontaktbeschränkungen gab es zwar nicht so viele Besucherplätze im Bürgerhaus wie sonst, diese waren aber bis auf den letzten besetzt.

Der Grund für das Interesse waren die Planungen für das Gewerbegebiet »Holzweg-Stirn« am westlichen Ortsrand von Ettingshausen. Es dauerte nur wenige Minuten, bis Rainer Schmack-Schmalor (SPD) den ersten Antrag auf Sitzungsunterbrechung stellte, damit Bürgermeister Dietmar Kromm eine kurzfristig an ihn übergebene Unterschriftensammlung aus Ettingshausen lesen konnte - ein Antrag der allerdings mehrheitlich abgelehnt wurde. Insgesamt haben die Einwohner Ettingshausens rund 130 Unterschriften innerhalb eines Tages gesammelt, um ihren Standpunkt zu dem Projekt deutlich zu machen.

Sie äußern darin ihre Befürchtungen zur möglichen Erweiterung des Gewerbegebiets. Dort will sich ein heimisches Unternehmen vergrößern. Ein großer Teil der betroffenen Flächen befindet sich bereits im Besitz dieses Unternehmens. Daneben soll in dem rund 17 Hektar großen Gebiet auch Platz für weitere Gewerbeansiedlungen geschaffen werden. Die Einwohner in Ettingshausen haben Bedenken aufgrund des vermutlich mit der Erweiterung einhergehenden verstärkten Lkw-Verkehrs entlang des Holzwegs und vorbei an Grundschule und Schwimmbad.

»Die gesamte Fläche befindet sich in einem Wasserschutzgebiet«, gab Renz Bernd Hornischer (Grüne) zu bedenken. Zudem sei nahezu die gesamte Fläche Ackerland - »auch das ist ein Lebensraum für Arten, und Ackerland wird überall immer weniger«.

Flora und Fauna begutachten

Eine Kritik, der sich Strack-Schmalor anschloss: »Dieses Gewerbegebiet ist vor sehr langer Zeit mit deutlich weniger Verkehr geplant worden.« Deshalb stellten die Sozialdemokraten den Antrag, eine Entscheidung über die Vorlage zu vertagen, gleichzeitig ein Umweltgutachten für das Gebiet in Auftrag zu geben, um bei einer positiven Entscheidung keine Zeit zu verlieren: »So hätten wir auch eine seriöse Grundlage, über die man diskutieren kann.«

Anders sahen Freie Wähler und CDU die Situation: »Es geht hier nur um einen Aufstellungsbeschluss für eine Bauleitplanung. Das heißt noch lange nicht, dass hier auch ein Gewerbegebiet entsteht«, meinte Gerhard Albach (FW). Ein Aufstellungsbeschluss für eine Bauleitplanung sei nicht zu verwechseln mit dem Beschluss über den Bebauungsplan. Mit einem solchen werde nur ein entsprechendes Verfahren initiiert. Durch den Beschluss werde erst die Erstellung eines faunistischen Gutachtens möglich, die eine ganzjährige Begutachtung der Flora und Fauna erfordere. »Wir stehen erst am Anfang und müssen viele, viele Fragen klären. Aber dafür braucht man erst einmal einen Aufstellungsbeschluss«, stimmte Tobias Breidenbach (CDU) zu. Und auch eine Entscheidung in einer »Nacht-und-Nebel-Aktion«, wie es in einem Schreiben betroffener Bürger an die Gemeindevertreter stand, käme nicht infrage: »Es ist nur der Startschuss. Es können alle Fragen noch geklärt werden, auch die Öffentlichkeit kann sich hierzu noch einbringen«, erklärte Breidenbach.

Die Gemeindevertretung sprach sich schließlich bei elf Gegenstimmen von SPD und Grünen mehrheitlich für den Aufstellungsbeschluss aus. Der Änderungsantrag der SPD-Fraktion erhielt keine Zustimmung.

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