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"Am Noll" in Reiskirchen sind am Samstag die von der Rußrindenkrankheit befallenen Ahornbäume gefällt worden.

Rußrindenkrankheit

Kranke Bäume in Reiskirchen gefällt

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Die von der Rußrindenkrankheit betroffenen Bäume im Gebeit "Am Noll" wurden am Samstag gefällt. Das Holz soll nun vor Ort verrotten. Ein Förster erklärt warum.

Lich, Grünberg, Hungen, Reiskirchen: Die Rußrindenkrankheit zieht im Landkreis Gießen ihre Kreise. Der Befall von Ahornbäumen "Am Nonn" in Reiskirchen war im März festgestellt worden. Am Samstag hat eine Fachfirma aus Mecklenburg-Vorpommern die betroffenen Bäume gefällt. Am Waldrand wurden außerdem Bäume beseitigt, die der Borkenkäfer befallen hatte.

Stämme bleiben liegen

Laut Harald Voll, dem Leiter des Forstamtes Wettenberg, war die Rußrindenkrankheit in einem etwa 1,5 Hektar großen Waldstück hinter der Kirschbergschule aufgetreten. "Ein Kahlschlag ist nicht vorgesehen", sagte Voll am Freitag. "Nicht alle Bäume sind befallen."

Die Rußrindenkrankheit wird durch einen Pilz (Cryptostroma corticale) ausgelöst. Er führt zum Absterben der befallenen Bäume. Im Endstadium der Erkrankung entwickeln sich an der Baumrinde schwarze Sporen. Sie können zu Atembeschwerden und Allergien führen.

Anders als zum Beispiel in Lich oder Nonnenroth sollen die gefällten Bäume in Reiskirchen nicht verbrannt werden, sondern liegen bleiben und verrotten. "Nach neuen Erkenntnissen sind die Sporenwolken nicht so gefährlich, wie anfangs dargestellt", sagt Voll. Die Flugperiode sei nur kurz, die Konzentration in der Luft niedrig. Zudem sterbe der Pilz an den gefällten Bäumen ab, so dass sich keine neuen Sporen mehr entwickeln können. Vermarkten lasse sich das Holz aber nicht. Auch als Brennholz wolle man es sicherheitshalber nicht anbieten.

Nach Auskunft des Forstamtsleiter soll das Waldstück "Am Nonn" auch nach Abschluss der Baumfällung weiter überwacht werden. "Sollten sich erneut Fruchtkörper ausbilden, werden wir weitere Bäume entnehmen."

Die Rußrindenkrankheit hat ihr Hauptverbreitungsgebiet in Nordamerika. 2006 wurde sie erstmalig in Deutschland nachgewiesen. Befallen waren bislang meist einzelne Bäume, vermehrt in Parks und öffentlichen Grünanlagen. Das flächenmäßige Auftreten der Rußrindenkrankheit ist in Deutschland ein neues Phänomen.

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