Die Arbeiten auf dem Gelände des "FKK Village" in Reiskirchen sind abgeschlossen, doch eröffnen kann der Bordellbetrieb vorerst nicht. FOTO: AGE
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Die Arbeiten auf dem Gelände des "FKK Village" in Reiskirchen sind abgeschlossen, doch eröffnen kann der Bordellbetrieb vorerst nicht. FOTO: AGE

"Fkk Village"

Kein Betrieb: Bordell in Reiskirchen darf wegen Pandemie nicht eröffnen

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Das "FKK Village" in Reiskirchen kann nicht wie geplant eröffnen. Die Betriebserlaubnis ist erteilt, aber wegen der Corona-Pandemie ist der Betrieb bis Ende Januar verboten.

In Kleinanzeigen in örtlichen Mitteilungsblättern wurde zum 1. November Reinigungspersonal "rund um die Uhr" gesucht, auf der eigenen Homepage und in einschlägigen Portalen hieß es: "Coming soon....": Doch das Bordell im Gewerbegebiet von Reiskirchen, an dessen Eingang seit Wochen ein großes Schild mit der Aufschrift "FKK Village" hängt, kann nicht wie geplant eröffnen. Der Betrieb von Prostitutionsstätten ist wegen der Corona-Beschränkungen nach jetzigem Stand bis zum 31. Januar verboten, wie die Pressestelle des Landkreises auf Anfrage mitteilt.

Mehrmonatiger Baustopp

Grundsätzlich jedoch spricht aus Sicht der Genehmigungsbehörden nichts gegen die Eröffnung des "FKK Village" im ehemaligen Hotel Alberg. Bürgermeister Dietmar Kromm zitierte jüngst in der Sitzung der Reiskirchener Gemeindevertretung eine Mitteilung des Landkreises, wonach die Betriebserlaubnis erteilt werden kann.

Wie die Kreispressestelle erläutert, besteht für eine solche Erlaubnis ein Rechtsanspruch, sofern die Antragsteller die Voraussetzungen des Prostitutionsschutzgesetzes erfüllen. Dazu gehöre unter anderem ein umfassendes Betriebskonzept. "Typische organisatorische Abläufe, die Verteilung von Verantwortlichkeiten sowie geplante Maßnahmen zur Sicherstellung des Schutzes von Prostituierten und weiteren Personen sind in diesem Zusammenhang ausführlich und überprüfbar darzulegen", schreibt die Pressestelle. Wenn sich keine Anhaltspunkte ergäben, die die Verletzung von Schutzgütern wie Zwangslagen, Ausbeutung, Sicherheitsrisiken oder Gesundheitsrisiken erwarten ließen, sei die Betriebserlaubnis zu erteilen.

Rückblende: Vor ziemlich genau drei Jahren wurde bekannt, dass das Hotel Alberg in der Carl-Benz-Straße schließen wird. Ein Antrag auf Nutzungsänderung war zu diesem Zeitpunkt vom Landkreis bereits positiv beschieden worden,

Die Genehmigungsbehörde konnte nicht anders handeln, Bordellbetriebe sind in Gewerbegebieten grundsätzlich zulässig. Der Umbau zog sich allerdings in die Länge. Wegen ungenehmigter Arbeiten auf dem Gelände verhängte der Kreis 2019 einen mehrmonatigen Baustopp, der erst im Dezember wieder aufgehoben wurde. Gleichzeitig genehmigte der Kreis den Umbau der benachbarten Villa zum Boardinghaus.

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