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Freude über die Eröffnung: Für Ortsvorsteherin Petra Süße (4. v. l.) dürfte das zerschnittene Band der Eröffnung ein symbolträchtiges Souvenir sein. Seit 2017 war die Kreisstraße immer wieder Baustelle, nun ist sie endgültig fertiggestellt.

Hubbelfrei nach Ettingshausen

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Reiskirchen (pad). Es gibt ein Schachmatt in drei Zügen - eine schnelle Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen. Und es gibt eine Straßensanierung in drei Zügen - das ist dann allerdings eine Variante, die meist wesentlich länger dauert. Umso zufriedener sind die Bürger von Ettingshausen nun, dass die Kreisstraße 159 nach Queckborn fertiggestellt ist. Zum Ende hin ging alles sogar schneller als gedacht, gestern wurde die Straße offiziell freigegeben.

Rückblick: Im Juli 2017 rückten die Bauarbeiter erstmals an. Damals wurde auf rund zwei Kilometern die Fahrbahn im sogenannten Hocheinbauverfahren von Queckborn bis kurz vor Ettingshausen erneuert. Dabei wurde ein Teil der vorhandenen Fahrbahn abgefräst und auf diese eine acht Zentimeter dicke Tragschicht sowie eine vier Zentimeter dicke Deckschicht asphaltiert. Rechts und links wird die Fahrbahn seitdem von Rasengittersteinen begrenzt. Die Arbeiten damals dauerten knapp zwei Monate und kosteten 580 000 Euro.

Kanal macht letzte Meter teuer

Rund 150 Meter Straße blieben jedoch im alten Zustand. Das hatte einen Grund: Die 1872 erbaute Äschersbachbrücke war in die Jahre gekommen und sollte durch einen Neubau ersetzt werden. Im Juni 2018 rückten hier die Bagger an, im Mai 2019 war die neue Brücke fertig. Das kostete rund 750 000 Euro.

Zum Abschluss wurden die verbliebenen 130 Meter marode Fahrbahn zwischen Brücke und der Kreuzung Bessinger Straße/Rathausstraße/Brauhausgasse saniert. Zudem wurden die Bürgersteige auf beiden Seiten auf 1,50 Meter verbreitert und ein Gehweg bis hin zur Friedhofsgasse neu angelegt. Dabei wurden auch barrierefreie Übergänge geschaffen, sagte Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl bei der Freigabe. Das kostete noch einmal rund 730 000 Euro.

Die Kosten für dieses kurze Stück sind deshalb so hoch, weil gleichzeitig die Wasser- und Abwasserleitungen sowie ein Teil der Hausanschlüsse erneuert wurden. Hierfür trägt allerdings die Gemeinde Reiskirchen die Kosten von rund 330 000 Euro. "Alles unter der Straße ist sein Feld", sagte Schmahl in Richtung des Reiskirchener Bürgermeisters Dietmar Kromm.

Schmahl hatte zwei gute Nachrichten: Zum einen förderte das Land Hessen die Arbeiten mit 70 Prozent. Zum anderen sind diese einen Monat früher fertig als geplant. Eugen Reichwein von Hessen Mobil sagte hierzu: "Es liegt nicht daran, dass wir sonst nicht arbeiten wollen, sondern oft etwas finden, das uns aufhält." Diesmal gab es aber keine bösen Überraschungen im Untergrund, dieser war sogar besser als zuvor prognostiziert. Zudem konnte länger parallel an den beiden Bauabschnitten inner- und außerorts gearbeitet werden.

Bürgermeister Kromm dankte nicht nur den Anwohnern für ihr Verständnis, sondern auch den Ettingshäusern, an deren Häusern vorbei Autofahrer versuchten, irgendwie die Baustelle zu umfahren. Jetzt könne man mit dem Ergebnis zufrieden sein - jedenfalls in Ettingshausen. Kromm hatte natürlich bereits weitere marode Straßen im Sinn, die auch noch saniert werden müssen. Schmahl verwies hierzu auf die Prioritätenliste des Landkreises: "Da gibt es von jedem Bürgermeister Vorschläge."

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