Grüne stimmen gegen Fotovoltaik

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Reiskirchen (con). "Ja" zur Fotovoltaik: Am Mittwoch stimmten die Reiskirchener Gemeindevertreter mit großer Mehrheit für den Bebauungsplan "Solarpark Lindenstruth". Lediglich die beiden Gemeindevertreter der Grünen stimmten gegen die Planungen, ein Fraktionsmitglied der SPD enthielt sich seiner Stimme. Damit steht das Projekt jetzt für die Sonnenland-Genossenschaft offen. Derzeit werden die Möglichkeiten der Einspeisung ins Netz geprüft.

Die Sonnenland wird sämtliche Kosten für Bauleitplanung und Baumaßnahmen tragen. Kritik zum Projekt kam von der Grünen-Fraktion - ein merkwürdiger Umstand, der auch den Fraktionsmitgliedern auffiel: "Hier stimmt die Grünen-Fraktion gegen ein Projekt zur Schaffungen alternativer Energiequellen - das ist schon merkwürdig", nahm Renz Bernd Hornischer (Grünen) bereits Nachfragen vorweg. "Unsere Kritik beruht auch nur drauf, dass hier landwirtschaftliche Flächen zugebaut werden. Diese sollten aber vor allem der Nahrungsproduktion dienen."

Entsprechende Flächen müssen erst einmal vorhanden sein, befand Reinhard Strack-Schmalor (SPD): "Eine Energiewende funktioniert nur auf Kosten anderer Ressourcen." Auch würde die Fläche nicht komplett zur landwirtschaftlichen Nutzung entfallen. Eine Beweidung, zum Beispiel mit Schafen, müsse weiterhin stattfinden. Doch die Fraktion blieb bei ihrer Kritik, fügte jedoch hinzu: "Sollte die Mülldeponie an der A5 mit Solaranlagen ausgestattet werden, wären wir sofort dabei."

Daneben beschloss die Gemeindevertretung einstimmig die Teilnahme am Bundesprogramm "Demokratie leben!". Damit befinden sich jetzt alle Kommunen des nördlichen Landkreis in dem Projekt. Thematisch eng damit verbunden ist auch die Mitwirkung an der Resolution "Hessisches Plädoyer für ein Solidarisches Zusammenleben": Mit der Resolution will sich "ein breites gesellschaftliches Bündnis in Hessen gegen Diskriminierung und Hetze stellen", heißt es in dem Schriftstück.

Das negative Ergebnis im Waldwirtschaftsplan von minus 27 000 Euro lässt sich vermutlich nicht halten, berichtete Bürgermeister Dietmar Kromm. Stattdessen wird sich das Defizit noch einmal um rund 80 000 Euro auf minus 107 000 Euro verschlechtern. Das liegt an den großen Baumschäden, welche die Trockenheit der letzten Jahre mit sich brachte. Reinhard Strack-Schmalor (SPD) brachte als Anregung ein, sich mit der Forstbehörde auseinanderzusetzen und zu ermitteln, ob man hier etwas tun kann, um weitere Schäden einzugrenzen - "denn vermutlich werden die derzeitigen Waldschäden noch nicht das Ende der Fahnenstange sein."

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