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Wall und Stützmauern müssen weg, dann darf am ehemaligen Hotel Alberg weiter gebaut werden. 

Neues Bordell

Bordell und "Boardinghaus" kommen - Anwohner von Gerücht beunruhigt

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Der Landkreis Gießen hat den Baustopp am ehemaligen Hotel Alberg in Reiskirchen aufgehoben. Die Umnutzung zum Bordellbetrieb wurde bereits vor mehr als drei Jahren genehmigt. Nun gab der Kreis auch grünes Licht für den Umbau der angrenzenden Villa zum Boardinghaus.

Reiskirchen - Die Arbeiten am geplanten Bordellbetrieb in der Carl-Benz-Straße in Reiskirchen können fortgeführt werden. Kurz vor Weihnachten hat der Landkreis Gießen den im vergangenen August verhängten Baustopp auf dem Gelände hinter dem früheren Hotel Alberg aufgehoben. Gleichzeitig wurde für die Villa, die hinter dem Hotel steht, eine Genehmigung zum Umbau als "Boardinghaus" erteilt. 

Auch für die Gestaltung des großzügigen Grundstücks als Freizeitgelände gab die Behörde grünes Licht. Dort war bereits vor dem Baustopp ein Swimmingpool ausgeschachtet worden. Seit dem Spätsommer aber ruhten die Arbeiten. Erst seit dieser Woche haben Nachbarn wieder Bautätigkeit registriert. Auf dem Gelände steht das Fahrzeug eines Garten- und Landschaftsbauers, auf dem aufgeschütteten Wall am Ostrand des Grundstücks ein roter Bagger.

Reiskirchen: Bordellbetrieb bei Gießen bereits abschließend genehmigt

Genau dieser Erdwall hatte die Kreisverwaltung vor sechs Monaten zum Einschreiten bewogen. Weder der Wall noch die angrenzenden Stützmauern hätten die erforderlichen Abstände eingehalten, erläuterte die Kreispressestelle. Die Genehmigung für das Boardinghaus und das Freizeitgelände seien jetzt nur unter der Voraussetzung erteilt worden, dass die Erdaufschüttungen abgetragen und die Stützmauern abgerissen werden. An der Ostseite des Geländes habe der Kreis in einem Abstand von drei Metern zu den Nachbargrundstücken einen Zaun in Höhe von 4,50 Metern genehmigt. Der bereits abschließend genehmigte Bordellbetrieb im ehemaligen Hotel Alberg sei von dem neuen Verfahren nicht betroffen, konkretisierte die Pressestelle.

Reiskirchen: Gerüchte unter Anwohnern um neues Bordell bei Gießen

Schon Ende 2015 hatte der Kreis einer Nutzungsänderung für das einstige Hotel Alberg zugestimmt. Die Behörde hatte keine andere Wahl, denn das Gebäude liegt in einem Gewerbegebiet. Dort sind Bordellbetriebe zulässig. 

Seither beunruhigt die Nachbarn das Gerücht, in der Carl-Benz-Straße solle "eine zweite FKK-World" entstehen. Und tatsächlich: Nicht nur das ehemalige Hotel wurde umgebaut. Im Frühjahr 2019 entwickelte sich auch auf den Nachbargrundstücken rege Bautätigkeit. Bäume wurden gerodet, ein Pool ausgekoffert, Terrassen angelegt. Die Genehmigung ihres am 23. April gestellten Bauantrags hatten die Investoren allerdings nicht abgewartet.

Info: Was ist ein Boardinghaus?

Bei einem Boardinghaus handelt es sich laut Wikipedia um einen Beherbergungsbetrieb, welcher Zimmer oder Apartments mit hotelähnlichen Leistungen vermietet. Im Gegensatz zu einer Pension oder einem Hotel sind Boardinghäuser für einen längeren Aufenthalt gedacht. Im Falle Reiskirchens allerdings für maximal zwei Monate, da sich der Standort in einem Gewerbegebiet befindet. Für welchen Personenkreis das Boardinghaus gedacht ist, weiß man beim Kreis nicht.

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