Dieser ehemalige Klassenraum in der Alten Schule kann nun von der "Tafel" als Ausgabestelle genutzt werden. FOTO: GECK
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Dieser ehemalige Klassenraum in der Alten Schule kann nun von der "Tafel" als Ausgabestelle genutzt werden. FOTO: GECK

Genau zur rechten Zeit

  • Alexander Geck
    vonAlexander Geck
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Reiskirchen(age). Die Situation der "Tafeln" hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschlechtert. Ohnehin schon am Limit arbeitend mussten mit erheblichem Aufwand coronabedingt die Ausgabekonzepte angepasst werden, beschreiben Holger Claes und Anna Conrad vom Diakonischen Werk die Lage bei einem für sie erfreulichen Termin. In Reiskirchen können nun neue und vor allem größere Räume für die Ausgabe genutzt werden, die am Dienstag vorgestellt wurden.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Mit einem Zelt vor den Kellerräumen in der Ahornstraße hatte man zuletzt die Ausgabe coronagerecht gestemmt. Und hatte Glück mit dem Wetter, wie die ehrenamtliche Mitarbeiterin Edith Peter berichtet, die mit ihrem Mann im elften Jahr die "Tafel" tatkräftig unterstützt. Seit letzter Woche können die Räume in der Alten Schule direkt neben der Gemeindeverwaltung kostenfrei genutzt werden. Gerade rechtzeitig vor Beginn der Kälte- und Nässeperiode.

"Sonst hätten wir im Nassen gestanden", sagt Peter. Zusammen mit Milena Schieferstein, Susan Christensen und Gundi Römer gewährleistet sie die Ausgabe für Bedürftige in Reiskirchen und Buseck.

Die Räume sind dafür gut geeignet. In den Nebenräumen sind die Kühlschränke untergebracht. Am Eingang gibt es Unterstellmöglichkeiten bei schlechtem Wetter. Ausgegeben werden die Lebensmittel zu fest vereinbarten Terminen. Zu den mit Grundnahrungsmitteln bepackten Kisten gibt es gekühlte Ware und Brot. Man ist der Gemeinde um Bürgermeister Dietmar Kromm sehr dankbar für die Unterstützung, sagte Claes. Möglich geworden war der Umzug, weil die Schülerhilfe in den Jugendtreff ausweichen konnte.

Zu tun haben die Helfer wahrlich genug. Die Zahl der Bedürftigen ist wegen Corona noch einmal gestiegen. Die durch Kurzarbeit bedingten Einnahmeausfälle könne nicht jeder einfach so wegstecken, gibt Claes zu bedenken.

Doch auch die "Tafel" hat weitere Probleme. "Durch den erhöhten organisatorischen Aufwand brauchen wir mehr Helfer", sagt Claes. Außerdem hätten einige langjährig tätige Helfer aufgehört. Angesichts der Corona-Auflagen und der fixen räumlichen Verhältnisse könne man nur etwa 80 Prozent der Bedürftigen versorgen.

Und: Seit August verzeichnet man einen deutlichen Rückgang beim Wareneingang. Zwischen 25 und 40 Prozent betrage dieser. Auch um diesen Ausfall durch Analyse der Lieferketten zumindest etwas abfangen zu können, brauche man personell weitere Unterstützung.

Sachspenden, wie sie bei Lebensmittelmärkten angeboten werden, würden helfen. Aber auch Geldspenden seien willkommen. Etwa, um die Fahrzeuge zu finanzieren. Auch die Pfandbons, die an Getränkeautomaten angebracht seien, kämen direkt den örtlichen "Tafeln" zugute.

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