1. Gießener Allgemeine
  2. Kreis Gießen
  3. Reiskirchen

Gemeinde profitiert

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Reiskirchen (zy). Projektleiter Robin Schade von der Firma »Energiequelle« stellte den Mitgliedern des Bau-, Umwelt-, Verkehrs- und Infrastrukturausschusses in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend das Projekt Fotovoltaik in Bersrod und Lindenstruth vor. Zudem stand er dem Gremium Rede und Antwort.

Sein Unternehmen könne Planung, Entwicklung, Bau, Finanzierung und Betriebsführung von Projekten mit erneuerbaren Energien übernehmen, erläuterte er in seinem Vortrag. Das erste mögliche Planungsgebiet für ein Fotovoltaik-Feld umfasse knapp sieben Hektar Acker- und Grünfläche und soll sich östlich von Bersrod in der Nähe der Bahnlinie befinden.

Erste Gespräche

In Lindenstruth sieht es ähnlich aus: Dort könne ein Fotovoltaik-Feld östlich von Lindenstruth auf einer Acker- und Grünfläche (zehn Hektar) entstehen. Auch dort befindet sich wieder eine Bahnlinie im Umkreis. Diese Gebiete »liegen innerhalb der ›Vorbehaltsgebiete-PV‹ aus dem Regionalplan«, informierte Schade.

Die Generatoren würden dabei in Bersrod ein Megawatt Peak von zirka neun erreichen, in Lindenstruth wären es fast zehn. Was hat also die Gemeinde für eine Energieerzeugung zu erwarten? Sowohl für Bersrod als auch für Lindenstruth gibt der Projektleiter einen spezifischen Jahresertrag von 1050 Kilowattstunden an, was im Falle Bersrod etwa 2570 Haushalten entspreche. In Lindenstruth wären es sogar fast 3000. Dabei könnten beide Ortsteile fast 4000 Tonnen CO2 einsparen.

Auch gut für die Gemeinde: Die Firma würde die Kosten für die Erstellung des Bebauungsplans tragen, möglichst mit Partnern in der Region zusammenarbeiten, »faire Pachtverträge« mit Flächeneigentümern schließen. Außerdem erhalte die Gemeinde Gewerbesteuern. Sie profitiere auch vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Bis zu 0,2 Cent pro Kilowattstunde wären dann ohne Zweckbindung für die Kommune. Bei einem Projekt ohne EEG wäre aber auch eine Förderung durch die firmeneigene Stiftung möglich.

Mit den Flächeneigentümern haben die Planer schon gesprochen. »Die sind der Idee gegenüber, eine Fotovoltaikanlage dort zu planen, grundsätzlich aufgeschlossen. Es hat aber noch keiner irgendwas unterschrieben«, versicherte Schade.

Trotzdem gab es gerade daran Kritik aus dem Plenum, etwa von Gerhard Albach (Freie Wähler): »Es macht doch mehr Sinn, die Gemeinde zuerst zu fragen. Denn wenn die sich dagegen ausspricht, brauchen Sie doch den Anwohnern keine Versprechungen mehr zu machen.«

Schade verteidigte das Vorgehen, da die Gremien unnötig beansprucht würden, wenn sich am Ende die Eigentümer gegen das Projekt aussprechen. »Irgendwo müssen wir eben auch zuerst anfragen«, so Schade.

Auch interessant

Kommentare