Kommunalwahl im Kreis Gießen

Wahl der Gemeindevertretung in Reiskirchen: FW sind stärkste Fraktion

  • vonChristina Jung
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In der Reiskirchener Gemeindevertretung werden auch künftig vier Fraktionen vertreten sein, allerdings mit verändertem Kräfteverhältnis. Die Grünen gewinnen zwei zusätzliche Mandate und auch die Freien Wähler legen zu.

Reiskirchen (ti). In der Reiskirchener Gemeindevertretung werden auch künftig vier Fraktionen vertreten sein, allerdings mit verändertem Kräfteverhältnis. Die Grünen gewinnen zwei zusätzliche Mandate und belegen fünf statt drei Sitze. Auch die Freien Wähler legen zu, können ihr Ergebnis nach 2016 erneut verbessern und sind mit zehn Sitzen nun stärkste Fraktion. Federn lassen müssen dagegen CDU und SPD, letztere verlieren ein Mandat (9), die Christdemokraten sogar zwei (7).

Warum haben die Wähler so entschieden? Spielten politischen Themen vor Ort eine Rolle, etwa die in der Bevölkerung emotional diskutierte geplante Erweiterung des Gewerbegebiets in Ettingshausen? Oder ist eher die landes- bzw. bundesweite Situation bei der Ergebnisbewertung zu berücksichtigen? Sowohl als auch.

Bei den Grünen, denen vor drei Monaten mangels Bewerbern noch das Aus für die Kommunalwahl gedroht hatte und die nun als die klaren Sieger aus dieser hervorgegangen sind, sieht Heidemarie Hagemann-Haag die »allgemeine Stimmung« als Ursache für das gute Abschneiden ihrer Partei. »Das ist kein Reiskirchener Phänomen« und habe auch nichts mit der Situation in Ettingshausen zu tun.

FW-Spitzenkandidat Gerhard Albach, der für das positive Wahlergebnis seiner Partei deren sachliche Politik und Themensetzung sowie die Mischung aus erfahrenen und neuen Gesichtern verantwortlich macht, sieht sehr wohl einen Bezug zu Ettingshausen. In dem Ortsteil fuhren die FW mit 20,04 Prozent ihr drittschlechtestes Ergebnis ein. Weniger holten sie nur in Hattenrod und der SPD-Hochburg Saasen. Zur Erinnerung: Die FW hatten mit der CDU in Sachen Gewerbegebietserweiterung für die Aufstellung eines Bebauungsplanes gestimmt, Grüne und SPD dagegen.

Den Genossen hat das allerdings nicht geholfen. Wie bei den Freien Wählern kommt auch ihr drittschlechtestes Ergebnis aus Ettingshausen. Eine Ursache für den Stimmen- und damit Sitzverlust mag SPD-Frontfrau Anja Stark auch nicht ausmachen. Der sei bedauerlich, aber für die SPD letztlich Ansporn, besser zu werden.

CDU-Spitzenkandidatin Petra Süße, die mit ihrer Partei den Verlust von zwei Mandaten verkraften muss, sagt zur Begründung: »Das ist immer schwierig zu beurteilen, viele orientieren sich an Wiesbaden oder Berlin.« Sie glaubt aber nicht, dass »unsere Politik vor Ort« ausschlaggebend war.

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