Firmen wollen nach Ettingshausen

  • vonConstantin Hoppe
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Reiskirchen (con). In recht ungewöhnlicher Konstellation trafen sich am Mittwoch die Mitglieder des Bau-, Umwelt-, Verkehrs- und Infrastrukturausschusses der Gemeinde Reiskirchen zur voraussichtlich letzten Sitzung der laufenden Legislaturperiode: Denn einerseits fehlte Bürgermeister Dietmar Kromm krankheitsbedingt, und auch der Ausschussvorsitzende Reinhard Strack-Schmalor musste sich vertreten lassen.

Inhaltlich ging es gleich dreimal um Bauprojekte: Am Rande von Ettingshausen soll das Gewerbegebiet »Holzweg-Stirn« erweitert werden. Im nördlichen Bereich soll Raum für die Erweiterung einer heimischen Firma geschaffen werden. Nötig wird die Erweiterung, weil derzeit keine freien Flächenkapazitäten für eine gewerbliche Entwicklung in der Gemeinde zur Verfügung stehen.

Die entsprechenden Planungen wurden von Planer Mathias Wolf vom Planungsbüro Fischer vorgestellt. Problematisch ist, dass das benötigte Gelände derzeit landwirtschaftlich genutzt werde. »Die Inanspruchnahme dieser Flächen muss entsprechend begründet werden«, erklärte Wolf. Daneben muss auch noch der Artenschutz abgearbeitet werden, die Fläche liegt in einem Grundwasserschutzgebiet. Allesamt Hürden, die noch genommen werden müssen.

Die Haupterschließung des Gebiets soll über den Holzweg erfolgen, jedoch könnte eine zweite Erschließungsstraße im nördlichen Bereich geschaffen werden. Auch weitere Unternehmen haben Interesse bekundet, auf der Fläche zu bauen. Vorteilhaft für die Gemeinde sei, dass die Interessenten die Vorbereitung der Bauleitplanung beauftragt haben, sodass hier keine weiteren Kosten für die Kommune entstehen.

Parkplatz noch in diesem Jahr

Zwar erhielten die Planungen schließlich die mehrheitliche Zustimmung des Ausschusses, aber kritiklos blieb das Vorhaben nicht: »Insgesamt sollen dort rund 17 Hektar Fläche beansprucht werden, davon zehn Hektar landwirtschaftliche Fläche. Ein Riesenprojekt für Ettingshausen, und Fläche ist auf unserem Planeten eine endliche Ressource«, wandte sich Renz Bernd Hornischer (Grüne) gegen die Vorlage. »Warum will man überhaupt vergrößern? Wir müssen doch irgendwann mal erkennen, dass wir so nicht weitermachen können.« Bei nur einer Gegenstimme wurde der Vorlage schließlich zugestimmt.

Auch in Burkhardsfelden soll gebaut werden: Dort soll in der Albacher Straße ein neues Wohngebäude in zweiter Reihe errichtet werden, was eine kleinere Änderungen der bestehenden Bauleitplanung erfordert. Hierzu gab es ein einstimmiges Votum.

Und auch in Reiskirchen könnte noch in diesem Jahr gebaut werden, denn schon länger ist die Parksituation im Bereich von Rathaus/Bürgerhaus/Kindergarten ein Thema. Aktuell steht die Aufhebung des Haushaltssperrvermerks für die Schaffung des Parkplatzes an, der westlich des Kindergartens entstehen soll. Neben Pkw-Stellplätzen sind auch Abstellplätze für Lastenräder und E-Ladesäulen im Gespräch.

Der geplante Baubeginn ist für den Oktober vorgesehen, da ab diesem Zeitpunkt wieder Bäume gerodet werden dürfen. Die Fertigstellung der Baumaßnahme soll bis April 2022 erfolgen. Auch hier gab es die einstimmige Zustimmung der Ausschussmitglieder.

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