Feuerwehr Bersrod: 60 Jahre von Kontinuität geprägt

Reiskirchen (la). Auch in Bersrod wurde über viele Jahrzehnte der Brandschutz durch eine Pflichtfeuerwehr sichergestellt. Das änderte sich vor 60 Jahren. Am 6. September 1952 trafen sich 35 Bürger in der Alten Schule, um eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.

Erster Ortsbrandmeister wurde Karl Wagner, der 1957 von Heinrich Seng abgelöst wurde, danach aber von 1961 bis 1966 erneut an der Spitze der Einsatzabteilung stand. Insgesamt hatte der Verein in den sechs Jahrzehnten lediglich sechs Vorsitzende, was für Kontinuität spricht. Der runde Geburtstag wird am Wochenende mit einem Festkommers und einem musikalischen Frühschoppen groß gefeiert.

Werner Magold, "ein Feuerwehr-Urgestein", stand von 1978 bis 2003 an der Spitze des Vereins und ist seit dieser Zeit Ehrenvorsitzender. Nachfolger von Magold wurde Jürgen Möbus, der bereits von 1988 bis 2003 als stellvertretender Vorsitzender und stellvertretender Wehrführer fungierte. Weitere Vorsitzende waren Kurt Häuser (1966 bis 1974) sowie Willi Bötz (1974 bis 1978).

Knapp ein Jahr nach der Gründung gab es den ersten größeren Einsatz: ein Waldbrand. Die Einsätze nahmen zu, was auch eine größere Ausstattung nach sich zog. Die sich noch heute unter dem Lindenplatz befindliche Löschwasserzisterne konnte am im September 1957 eingeweiht werden. 1961 wurde das Inventar um die langersehnte Tragkraftspritze erweitert werden. Das erste Fahrzeug, ein Ford MK für sechs Mann Besatzung, folgte 1963. Im Laufe der Zeit kamen neben der Brandbekämpfung weitere Aufgaben dazu. So bewahrte die Wehr 1966 die Bürger mit enormem Einsatz vor größerem Hochwasserschaden.

Das 25-jährige Bestehen konnte 1977 im Rahmen der Kirmes gebührend gefeiert werden. Unter anderem veranstaltete man einen Kommersabend. Im gleichen Jahr gründete man im Juli die Jugendfeuerwehr, die somit auf ihr 35-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Dass das ein großer Schritt in Richtung Zukunftsplanung war, zeigt die Tatsache, dass sechs von insgesamt zehn Mitgliedern des heutigen Vorstandes den Gründerjahren der Jugendfeuerwehr entstammen.

Die zunehmende Zahl technischer Hilfeleistungen führte dazu, dass die Räume des Feuerwehrgerätehauses nicht mehr ausreichten und auch das Feuerwehrfahrzeug den Anforderungen nicht mehr entsprach. Man entschied sich daher für den Bau eines neuen Gerätehauses. Des Weiteren wurde bei der Gemeinde Reiskirchen die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeugs beantragt.

Viel Eigenleistung fürs Gerätehaus

Im September 1983 war es dann soweit: der Grundstein konnte gelegt werden. Der Rohbau des Gebäudes wurde von einer Baufirma erstellt, während die Wehrmänner den Innenausbau und die gesamte Außenanlage in mühevoller Eigenleistung besorgten. Ein Jahr später, am 22. September 1984, wurde im Rahmen einer großen Feier das neue Gerätehaus offiziell eingeweiht.

Dieser Tag wird wahrscheinlich der herausragendste in der Geschichte der Wehr bleiben, da gleichzeitig das Löschfahrzeug LF8 übergeben wurde. Seitdem findet immer am ersten Wochenende im September ein Grilltag der Einsatzabteilung auf dem Feuerwehrgelände statt, der sich bei Alt und Jung großer Beliebtheit erfreut, zumal die Einsatzabteilung stets mit einer herausragenden Übung aufwartet.

Nicht nur der praktische Umgang am Gerät ist für die Feuerwehrleute wichtig und notwendig, auch die theoretische Ausbildung muss immer auf dem neuesten Stand gehalten werden. Da hierfür ein geeigneter Schulungsraum fehlte, entschloss man sich, die alte Viehwaage dazu umzubauen. Unterstützt durch finanzielle Mittel der Gemeinde wurden die Mitglieder wieder aktiv, um dies in Eigenleistung zu bewerkstelligen. Im September 1988 wurde das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt.

Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben war das Fest zum 40-jährigen Bestehen im Juni 1992. Im März 1993 konnte eine neue Tragkraftspritze in Betrieb genommen werden, die die bisherige TS aus dem Jahre 1961 ablöste.

Das Tätigkeitsfeld der Feuerwehr Bersrod erstreckte sich aber nicht nur auf den eigentlichen Hilfeleistungsbereich, sondern man trug auch seinen Teil zum Naturschutz bei. Durch Entbuschungsmaßnahmen in Absprache mit der Naturschutzbehörde konnte 1998 eine wertvolle Magerrasenfläche in Dorfnähe freigelegt werden. Um alle Feuerwehrleute an den Einsatzort bringen zu können, wurde im Juni 1999 ein zweites Fahrzeug (Ford-Transit) auf Kosten des Vereins gekauft.

Einen ihrer größten Einsätze in der Vereinsgeschichte hatte die Wehr allerdings ausgerechnet zu Beginn des Jubiläumsjahres, nämlich am Neujahrstag 2002 in den Abend- und Nachtstunden. Bei einem Scheunenbrand in der Grohgasse mussten die beteiligten Wehren bei eiskalten Temperaturen ausrücken. Hinzu gerufen wurden auch zwei Feuerwehrdrehleitern sowie ein Atemschutzgerätewagen, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen. Durch das aber immer wieder auflodernde Feuer bei den in der Scheune gelagerten Heuballen waren einige Bersröder Feuerwehrleute mit der Brandwache beauftragt, die bis in den nächsten Tag andauerte.

50-jähriges Jubiläum zünftig gefeiert

Das Jahr 2002 war geprägt vom 50-jährigen Jubiläum. Die Festveranstaltungen fanden im Mai auch mit einem volkstümlichen Abend mit dem aus Funk und Fernsehen bekannten Oswald Sattler statt. Außerdem konnte die Jugendfeuerwehr ihr 25-jähriges Bestehen feiern. Mit der Brandschutzerziehung im örtlichen Kindergarten begann man 2003. Sie wird jährlich angeboten.

Da die Mietwohnung im ersten Obergeschoss in der benachbarten Alten Schule frei wurde, entschied man sich, diese zu einem Schulungsraum auszubauen, wobei die anfallenden Arbeiten fast gänzlich in Eigenleistung ausgeführt wurden. Der bislang genutzte Schulungsraum sollte als Umkleideraum mit Spinden genutzt werden. Zur längerfristigen Nachwuchssicherung wurde 2005 eine Mini-Feuerwehr gegründet.

Im Rahmen des Grilltages konnte auch das neue Mannschaftstransportfahrzeug (MTW), das zu 100 Prozent von der Gemeinde finanziert wurde, übergeben werden. Dieses löste den seinerzeit auf Kosten des Vereins angeschafften Ford-Transit (die "Omma") ab, der aus Altersgründen an einen Privatmann verkauft wurde.

Das Vorstandsmitglied Klaus Möbus, der zunächst die Funktion des Rechners (1988-1998) und dann das Amt des Schriftführers (1998-2009) wahrnahm, schied nach langjähriger Tätigkeit aus dem Vorstand aus und wurde in der Hauptversammlung 2009 zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt. Nachfolger als Schriftführer wurde Frank Arnold.

Der Mitgliederstand des Vereins betrug zum 31. Dezember 2011 insgesamt 239 Mitglieder, davon sind 38 aktive und 201 passive Mitglieder. Schon seit vielen Jahren veranstaltet der Verein alljährlich den Martinsumzug in Bersrod, der sich eines großen Zuspruchs erfreut.

Das Jubiläumsfest findet auf dem dem Feuerwehrhaus benachbarten Lindenplatz statt. Das Programm sieht für den morgigen Samstag, 1. September, um 18 Uhr eine Totenehrung auf dem Friedhof vor. Danach folgt um 19 Uhr ein akademischer Abend. Groß ist die Zahl der Ehrungen. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch den Chor "Belcanto" des Gesangvereins "Sängerkranz" Bersrod. Anschließend folgt eine Schlagerparty mit den "Speed-Zockern".

Das Sonntagsprogramm beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst im Festzelt. Um 11 Uhr ist ein musikalischer Frühschoppen mit der Partyband "Vulkanexpress" vorgesehen. Am Nachmittag werden ab 14.30 Uhr Kaffee und Kuchen angeboten. Weitere Attraktionen: Kinderkarussell, Hüpfburg, Kinderschminken, "Sankt Florian" Holzfigur schnitzen mit anschließender Versteigerung, Fahrzeugschau und vieles mehr.

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