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Der Bürgermeister und die 15 Pfund Roggen

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Von: Siglinde Wagner

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pax_1451roggen_121121_4c © Siglinde Wagner

»Ich habe neulich in den Tageszeitungen gelesen, dass einst der Jahresbeitrag 15 Pfund Roggen betrug. Da dachte ich mir, das ist wichtig, das musst du dir unbedingt merken und aufgreifen«, sagte der Reiskirchener Bürgermeister Dietmar Kromm.

So kam es, dass der Rathauschef während des Jubiläumskonzerts des Gesangvereins »Sängerkranz Bersrod« nicht nur die Glückwünsche der gemeindlichen Gremien überbrachte, sondern außerdem an den Vorsitzenden Otto Armstroff ein Säckchen mit Bio-Roggen überreichte.

So mancher Besucher in der Beuerner Kirche dürfte sich darüber gewundert haben, aber Zeitungsleser wissen ja bekanntlich mehr. Bei dem symbolischen Geschenk sollte es nicht bleiben, auch der obligatorische weiße Umschlag wurde noch gezückt - der natürlich kein Backrezept enthielt.

Kromm sagte auch: »Heute nehmen wir das Konzert anders wahr, nicht mehr als selbstverständlich.« In Pandemiezeiten wird erst bewusst, wie schön so eine Veranstaltung sein kann - vor allen Dingen, wenn sie stattfinden kann.

Obwohl er sein Grußwort aufgrund eines Anschlusstermins vorgezogen hatte, so blieb er doch bis zum Konzertende. Vielleicht hat er beim Genuss des schönen Gesangs von »Belcanto« die Uhr aus dem Blick verloren? Ob er noch pünktlich kam und wer auf ihn warten musste, ist der Redaktion nicht bekannt.

Festzustellen ist zudem, dass die historischen Berichte im Vorfeld von Jubiläumsveranstaltungen immer wieder gerne von Festrednern aufgegriffen werden - schließlich findet sich darin so manche Anekdote aus den Annalen der Vereinsgeschichte wieder, die zum Schmunzeln anregt. siw/FOTO: SIW

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