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Wer mit dem Bus fahren möchte, sollte nicht im Regen stehen müssen. Unterstellmöglichkeiten wie hier in Lindenstruth sollten nach Meinung der Kommunalpolitiker der Regelfall sein.

"Dach überm Kopf" für Pendler

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Reiskirchen(la). Busnutzer sollen in Reiskirchen nicht länger im Regen stehen: Der Ausschuss für Jugend, Senioren, Kultur und Soziales (JSKS) beschäftigte sich in seiner Sitzung am Montag in der Ratsstube des Bürgerhauses mit einem entsprechenden Antrag der Freien Wähler (FW): Darin wird der Gemeindevorstand beauftragt zu prüfen, wo es in der Gemeinde Reiskirchen Bushaltestellen gibt, an denen keine Wartehäuschen aufgestellt sind bzw. wo weder Wetterschutz noch Sitzgelegenheit vorhanden ist. Zudem solle ermittelt werden, wo es keine Möglichkeit gibt, solche Wartehäuschen, in welcher Form auch immer, aufzustellen. Eine Kostenschätzung für Wetterschutz und Sitzgelegenheit wird erwünscht.

Seniorenbeirat ist gefordert

Gerhard Albach wies in der Begründung darauf hin, dass an vielen Buswartestellen Wetterschutz und Sitzgelegenheit fehlen. Es werde ständig dazu aufgefordert, mehr die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Dazu seien aber erst einmal die Voraussetzungen zu schaffen, dass diese für jedermann nutzbar sind. Für Behinderte und Ältere sei dies an vielen Haltestellen kaum möglich; sie seien Wind und Wetter ausgesetzt. Daher sollte angestrebt werden, nach und nach alle Haltestellen entsprechend auszustatten.

In der Diskussion wünschte Tobias Breidenbach (CDU), dass in dem Antrag auch die Barrierefreiheit aufgenommen werden sollte. Albach sah darin ein Problem, da es nicht sein könne, den FW-Antrag so zu verändern. Breidenbach sprach von einem Ergänzungsantrag und keineswegs von einem neuen Antrag.

Für Petra Süße (CDU) bedeutet das eine Erweiterung des FW-Antrags, das sei sicherlich möglich. Alfred Kerber (SPD) wünschte in diesem Zusammenhang auch Kontakt mit dem Seniorenbeirat Reiskirchen aufzunehmen, da dieser sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt habe. Bürgermeister Dietmar Kromm möchte die Möglichkeit einer Förderung durch das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz prüfen. Schließlich wurde der Antrag mit verschiedenen Änderungen einstimmig der Gemeindevertretung zum Beschluss empfohlen.

Danach sollen 30 000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt werden. Zudem sollte die Barrierefreiheit gegeben sein, die Frage der Förderung geklärt und der Seniorenbeirat eingebunden werden.

In einem weiteren FW-Antrag soll der Gemeindevorstand beauftragt werden, die Voraussetzungen für die Einrichtung eines Jugendparlamentes und einen Beschlussvorschlag zu erarbeiten. Laut Albach hat sich ein solches Gremium in anderen Kommunen bewährt. Um Jugendliche für die politische Arbeit zu begeistern, könnte das ein Weg sein, zumal 2021 Kommunalwahlen anstünden.

Interesse an Jugendparlament

Für Alfred Kerber (SPD), der - wie auch die weiteren Fraktionssprecher - für die Einrichtung eines Jugendparlamentes plädierte, kommt der Antrag zu früh. Er wünsche, dass das Parlament zunächst einen Jugendbeauftragten ernenne als Grundlage für alles Weitere.

Bürgermeister Kromm regte an, zunächst Kontakt zu Jugendlichen über die Vereine aufzunehmen. Im Blick auf die Schulen habe Parlamentsvorsitzender Michael Seipp-Wallwaey bereits Interesse festgestellt. Petra Süße brachte auch die Ortsbeiräte ins Spiel, Jugendliche zu den Sitzungen einzuladen. Der Ausschuss empfahl der Gemeindevertretung einstimmig, entsprechend der geführten Diskussion den Tagesordnungspunkt zu beschließen.

Kromm teilte überdies mit, dass sich der Etat 2020 dank einer Zuwendung des Landes um 332 834 Euro verbessert. Der Ausschuss empfahl einstimmige Annahme des Zahlenwerks. FOTO: KME

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