Gestalteten das Missionsfest thematisch: (von links) Prof. Dr. Wilhelm Richebächer, Gemeinschaftspastor Anderson Husemann, Friederike Wolf, Frank Daffa, Pfarrer Dieter Sandori und Pfarrer Hartmut Miethe.
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Gestalteten das Missionsfest thematisch: (von links) Prof. Dr. Wilhelm Richebächer, Gemeinschaftspastor Anderson Husemann, Friederike Wolf, Frank Daffa, Pfarrer Dieter Sandori und Pfarrer Hartmut Miethe.

Burkhardsfelden: Kirche in Afrika Thema bei Missionsfest

Reiskirchen (la). Das Thema "Ohnmacht, Heilung, Hoffnung – Kennzeichen der wachsenden Kirche in Afrika", stand im Mittelpunkt des Missionsfestes an Christi Himmelfahrt in der Sport- und Kulturhalle in Burkhardsfelden.

Kurzfristig hatte man aufgrund der unbeständigen Witterung das Fest von der Meilbach, einem Wald, in dem schon vor Jahrzehnten diese Veranstaltung regelmäßig stattfand, in die Halle verlegt.

Pfarrer Dieter Sandori erinnerte bei der Begrüßung der Besucher, die aus vielen Kirchengemeinden der Umgebung gekommen waren, an den Missionsbefehl. So hätten sich auch an diesem Morgen viele Menschen auf den Weg nach Burkhardsfelden gemacht.

Prof. Dr. Wilhelm Richebächer von der Hermannsburger Mission hatte für die Predigt die Bibelstelle Epheser 1, 20b-23 ausgewählt. Darin sprach er Situationen im täglichen Leben an – wenn sich Menschen etwa total verschließen, zurückziehen und sich abkoppeln würden. Oft verzage man und frage sich, "warum es gerade mich oder meine Familie getroffen hat".

"Für Christen stets Hoffnung"

Gott selbst setze Wendepunkte, regiere die Welt, auch in der Ukraine. Wo die Waffen sprächen, habe die Politik versagt. Gott arbeite in der Stille und im Verborgenen. Für Christen gebe es auch in der ausweglosesten Situation Hoffnung. Das habe Gott auch in der Auferstehung seines Sohnes gezeigt. Wenn es im Glaubensbekenntnis heiße, dass Jesus zur Rechten Gottes sitze, so könne man das in Afrika nachvollziehen, wo der Sohn stets rechts vom Vater den Platz einnehme.

Der Missionsbericht erfolgte in diesem Jahr als Dialog auf der Basis von Fragen und Antworten. Pfarrer Sandori verwies zunächst auf gemeinsame Wege mit Prof. Richebächer, die die beiden Gleichaltrigen im Studium zusammenführten. Richebächer, der seine Wurzeln in Marburg hatte, sich in Gemeinden und in der Landeskirche engagierte, ging nach Tansania, um zu erfahren, wie der Glaube in Afrika gelebt werde. Hier arbeitete er zunächst als Gemeindeassistent und stellte schnell fest, dass es ein starkes Wachstum bezogen auf den Glauben gibt.

Speziell widmete sich Richebächer in seinen Ausführungen auch der Arbeit der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT). Seit Herbst 2012 gibt es diese Einrichtung, in der die Studierenden in einem sechssemestrigen B.A.-Studiengang die Grundlagen sozialer und diakonischer Arbeit kennenlernen, interkulturelle Kompetenzen und praxisorientiertes Fachwissen erwerben und die Grundlagen für die Arbeit bei Hilfs- und Nichtregierungsorganisationen erhalten.

{newPage}Einer dieser Studenten ist Frank Daffa, der in einem Fragendialog mit Richebächer über Leben und Kirche in Tansania und Deutschland berichtete. Außer beim Wetter gebe es noch weitere gravierende Unterschiede. So wolle man in Deutschland alles möglichst bis in das Detail regeln. In seiner Heimat esse man heute das, was man habe, und wenn etwas übrig bleibe, habe man auch noch was für den nächsten Tag.

Großes Engagement im Gottesdienst

Daffa berichtete über seine Kindheit und seinen sehr strengen Vater, der eben nur wollte, dass der Sohn eine gute Ausbildung und damit später ein besseres Leben erfahre. Habe man Fußball gespielt und sei dann mit schmutziger Kleidung nach Hause gekommen, wusste der Vater gleich, dass das Vergnügen wieder einmal im Vordergrund gestanden habe und nicht das Lernen. In seiner Kindheit sei er in einem Kinderchor gewesen. Viele Jugendliche brächten sich in Afrika in den Gottesdienst ein. Es gebe viele Chöre, die alle singen wollten, was zur Folge habe, dass nicht selten vier oder fünf Chöre den Gottesdienst musikalisch umrahmten.

In der Jugendarbeit regelten die jungen Leute ihre Angelegenheiten verstärkt selbst, in Deutschland dagegen gebe es Vorgaben von Erwachsenen. Der Kontakt untereinander, vor allem auch zu Nachbarn, sei intensiver. Man grüße sich gegenseitig, in Deutschland sei man reservierter. Anders sei auch die Einstellung der Menschen im Umgang mit Ohnmacht und Leiden. Hier habe man mehr Gottvertrauen.

Friederike Wolf, die sich in Kamerun engagierte und eine Freundin Daffas ist, hat dort ähnliche Erfahrungen gemacht. Die Jugendarbeit sei lebendig und geschehe von Herzen. Es werde gesungen und getanzt, aber auch gebetet. Sehr wichtig sei der Glaube.

Gestaltet wurde der Gottesdienst von den Pfarrern Dieter Sandori (Burkhardsfelden und Lindenstruth) und Hartmut Miethe (Grünberg und Harbach), Gemeindepastor Anderson Husemann (Chrischona-Gemeinschaft) sowie Frank Daffa und Friederike Wolf, die mit Prof. Richebächer von der Hermannsburger Mission gekommen waren.

Der Posaunenchor der Chrischona-Gemeinschaft Burkhardsfelden (Leitung: Christa Wallenfels-Diehl) und der Kirchenchor Burkhardsfelden (Leitung: Werner Volk, Beuern) umrahmten die Veranstaltung musikalisch. Der Formel-1-Club sorgte für das leibliche Wohl. Die Kollekte war für die Hermannsburger Mission bestimmt.

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