+

Der Bürgermeister und ein ärgerliches Bild

  • schließen

Das hier abgedruckte Bild hat das Zeug zum Fotorätsel: Was ist hier zu sehen? Eine Kollegin meinte zuerst "moderne Kunst", doch nein, es handelt sich um keine Installation eines Verpackungskünstlers. Mit Blick auf das viele Plastik könnte man auf einen Entsorgungscontainer für Wertstoffe tippen - würde man nicht auf den zweiten Blick die Hundekotbeutel erkennen. Dazwischen noch ein paar Kunststofffolien und Bauschutt.

Tatsächlich handelt es sich um die Kompostgrube des Friedhofs Ettingshausen. Reiskirchens Bürgermeister Dietmar Kromm ist über diesen Anblick sehr verärgert: "Es ist total ärgerlich, wenn es Menschen gibt, die nicht in der Lage sind, den kommunalen Wertstoffhof zu nutzen", schreibt er mit Blick auf die Baustoffe und Plastikfolien.

Den Hundekot würde man da allerdings auch nicht entgegennehmen - müsste man aber auch nicht dorthin bringen. "Ebenso unverständlich ist für mich, dass Hundebesitzer die Hundekotbeutel nicht in den öffentlichen Abfallkörben entsorgen", schreibt Kromm. "Die Gruben auf den Friedhöfen sind ausschließlich für die Entsorgung von Grünabfällen und Restmüll von den Friedhöfen vorbehalten."

Vor allem ärgert den Bürgermeister, dass die Mitarbeiter des Bauhofs nun das Ganze wieder sortieren müssen - und damit andere Arbeiten in der Gemeinde liegen bleiben. Das koste "viel Zeit und Geld".

Die Entsorgung von Hundekotbeuteln in der Kompostgrube zeugt allerdings nicht nur von Bequemlichkeit, sondern auch der absoluten Ignoranz der Tatsache, dass sich Plastikbeutel nicht zersetzen - übrigens auch, wenn man sie an Wegrändern zurücklässt oder in Felder wirft. Dies ist nicht nur ein Umweltfrevel, sondern kann richtig teuer werden: Wer Baumaterialien, aber auch Hundekotbeutel in die Abfallgruben der Gemeinde Reiskirchen wirft, kann laut Friedhofsordnung mit einem Bußgeld von 1500 Euro bestraft werden. (bpf/Foto: pm)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare