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Die Bersröder Schüler und die Erinnerung an einen beliebten Lehrer

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In Bersrod unterrichtete vor vielen Jahren Heinz Spaar. Ehemalige Schüler erinnern sich noch heute an den Lehrer, der am 29. November 100 geworden wäre. Zu ihnen zählt Adelheid Arms-troff, die ihre Erinnerungen an diese Zeitung schickte.

Spaar wurde am 29. November in Gießen geboren und wuchs in der Westanlage auf. »Gerne erzählte er im Alter von seiner unbeschwerten Kindheit im alten Gießen, wo er die Herderschule bis zum Abitur besuchte und kurz nach Beginn seines Studiums als Soldat eingezogen wurde«, schreibt Armstroff. Fast die gesamte Dauer des Krieges verbrachte er in Russland. Die letzten Kriegstage verlebte er in Berlin, wo er zu diesem Zeitpunkt auch Vera, die Liebe seines Lebens, kennenlernte.

»Und wie bei so vielen Menschen begann auch für Heinz Spaar und seine Vera zu diesem Zeitpunkt ein neues Kapitel«, schreibt die ehemalige Schülerin. »Der Heirat in der zerstörten Gießener Johanneskirche folgte die Geburt des Sohnes Jürgen im Januar 1946 und bald darauf auch die Anstellung als Junglehrer in der Bersröder Volksschule.« Von dem Glück, ein sicheres Dach über dem Kopf und eine geräumige Wohnung im Bersröder Schulhaus gefunden zu haben, sprach das Ehepaar im Alter immer wieder.

Unvorstellbar war aber auch die Armut der jungen Familie, die mit buchstäblich nichts in ihr neues Leben startete und bis zuletzt immer wieder mit Dankbarkeit auf die Unterstützung der Bersröder zurückblickte.

Heinz Spaar unterrichtete in der Bersröder Volksschule von 1945 bis 1972 die Klassen fünf bis acht und wirkte nach der Auflösung der dortigen Schule bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand Ende der 1970er Jahre als Konrektor an der Goetheschule in Buseck.

Seine tiefe Verbundenheit mit Bersrod zeigte sich auch in seinem Engagement im Vereinsleben. So war er in fast allen Ortsvereinen Mitglied und wirkte außerdem als Lektor in der evangelischen Kirche. Auch nach dem Ende ihrer Schulzeit hatte er ein Auge auf seine ehemaligen Schüler und freute sich, dass aus den allermeisten »etwas Gescheites« geworden war.

Zufrieden verbrachte er mit seiner Vera den Ruhestand im 1972 neu erbauten Haus am Bersröder Sonnenhang und obwohl er in den letzten Jahren seines Lebens sehr unter den Folgen eines Schlaganfalls litt, blickte er dankbar auf sein erfülltes Leben zurück. Auch seine ehemaligen Schüler sind dem Lehrer noch heute dankbar. pm/FOTO: PM

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