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Ingrid und Erhard Ulrich sind seit 60 Jahren verheiratet.

Beim Haareschneiden hat’s »gefunkt«

  • vonSiglinde Wagner
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Reiskirchen/Buseck (siw). In Bersrod feiern Erhard und Ingrid Ulrich geb. Pietsch am heutigen Mittwoch diamantene Hochzeit. Die beiden verbindet nicht nur eine 60-jährige Ehe, sondern auch ein jahrzehntelanges gemeinsames Berufsleben. Als sich Erhard Ulrich durch den ganzen Landkreis radelnd auf Jobsuche begab, kam ihm der Zufall zupass: Im Frisörsalon Römer in Heuchelheim war just ein Bewerber abgesprungen und die ausgeschriebene Lehrstelle wieder vakant.

Berufswahl der Liebe wegen

Der damals 14-Jährige sagte spontan zu und nahm damit für die nächsten Jahre die immerhin 48 Kilometer lange An- und Heimfahrt mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter in Kauf.

Das war im April 1954. Sieben Jahre später legte Ulrich die Meisterprüfung ab und eröffnete 1962 in Bersrod sein erstes eigenes Geschäft, wobei er anfangs noch in Teilzeit für einen Friseur-Großhandel tätig war. Berufliche Weiterbildungen führten ihn nach England, Frankreich, Amerika und Kanada. Das Erlernte gab er an sein stetig wachsendes Team weiter, das zwischenzeitlich auf 52 Angestellte in weiteren Friseursalons in Buseck, Gießen, Lollar und Langgöns angewachsen war.

Die in Darmstadt geborene Jubilarin schlug zunächst einen anderen Berufsweg ein. Fast sieben Jahre war sie bei der Firma Minox in Heuchelheim beschäftigt, bevor sie der Liebe wegen ebenfalls in die Friseurbranche einstieg.

»Gefunkt« hatte es - man kann es sich schon fast denken - beim Haareschneiden. Ingrid Ulrich, die ihre Ausbildung in einem Friseursalon in Biberach an der Riß absolvierte, legte 1968 erfolgreich die Prüfung ab. Von nun an stand sie ihrem Mann auch beruflich zur Seite. Tochter Gabriele und Sohn Meik wurde der Beruf quasi ins Stammbuch geschrieben.

Nach insgesamt 67 Jahren ist der 81-jährige »Herr der Scheren« noch immer an drei Wochentagen für seine Stammkundschaft da; auch seine 79-jährige Ehefrau trifft man regelmäßig bei der Arbeit im Salon im Ortskern von Großen-Buseck an. »Aufhören ist derzeit kein Thema. Arbeit ist die beste Medizin«, sagen die beiden.

Nicht unerwähnt bleiben soll der »Mister-Hair-Cup«. Initiator und Namensgeber des beliebten Pokal-Fußballturniers ist Ulrich, ein ehemals aktiver Fußballer, der das Event nach wie vor unterstützt. Nun hofft er darauf, dass es nach der coronabedingten Zwangspause im Juli wieder stattfinden kann.

Auch wenn das Ehejubiläum wegen der aktuellen Lage nicht im großen Kreis gefeiert werden kann, so werden sich die Ulrichs über viele Gratulanten freuen können. Darunter auch zwei Enkel und Urenkel Ben, der Oma und Opa ganz schön auf Trab hält. FOTO: SIW

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