Beim Fällen legt die Gemeinde drauf

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Reiskirchen(la). Die Situation im Reiskirchener Wald beschäftigte den Bau- und Umweltausschuss in seiner jüngsten Sitzung zwei Stunden lang. Der stellvertretende Leiter von Hessen Forst in Wettenberg, Ralf Jäkel, der zuständige Revierförster Dieter Illhardt, Betriebsassistentin Alina Kratofil sowie Christian Raupach vom Hessischen Waldbesitzerverband informierten die Ausschussmitglieder über den Waldwirtschaftsplan. Schwer wurde es, eine Zukunftsprognose zu stellen.

Hiebsatz bereits überschritten

Windwurf, Borkenkäfer und Trockenheit sind verantwortlich dafür, dass das Soll des Hiebsatzes der letzten Forsteinrichtung von 2015 bis 2024 bereits überschritten wurde. Noch sei kein Ende in Sicht. Detailliert gingen die Forstfachleute auf die Gemeindewaldungen in den einzelnen Gemarkungen ein. Die Aufforstung kostet je Hektar etwa 20 000 Euro. Die Pflege schlage nochmals mit 500 bis 1000 Euro je Jahr pro Hektar zu Buche - und dies sind nur Prognosen. Eines ist allerdings sicher, dass der Wald keinen finanziellen Überschuss mehr abwirft.

Der Holzverkauf sei ins Stocken geraten. Oft lohne es sich gar nicht, abgestorbene Bäume zu fällen, da die Holzwerbung erheblich teurer sei als der Erlös. Es gibt über 50 Hektar Freiflächen im Gemeindewald. Raupach prophezeite, dass das Jahr 2020 für die Fichte absolut brutal werde.

Der Waldwirtschaftsplan wurde zunächst mit einem Minus von 149 000 Euro vorgestellt. Die Erträge belaufen sich insgesamt auf 69 538 Euro, wobei die Erlöse aus Holzverkäufen mit 59 838 Euro die größte Einnahmeposition darstellt. Die Kosten für Arbeiter werden mit knapp 89 000 Euro erwartet, die Betreuungskosten mit 29 000 Euro, knappp 14 000 Euro fallen für Verbrauchsmittel und 13 000 für die Wegeherstellung an.

Die Ausschussmitglieder erhöhten vorsorglich den Ansatz für das erwartete Minus um 100 000 Euro. Denn noch sei unklar, wie viele Buchen noch absterben werden.

SPD und CDU stellten Anträge, eine nachhaltige und auf den Klimawandel ausgerichtete Forstpolitik einzuschlagen. Diese wurden einstimmig befürwortet.

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