Appell: Alle an einem Strang ziehen

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Die zweite Amtszeit von Dietmar Kromm als Bürgermeister hat offiziell am 27. Februar um 0 Uhr begonnen. 19 Stunden und 45 Minuten später hielt er dann auch seine Ernennungsurkunde in den Händen. Sein Stellvertreter Dr. Thomas Stumpf hatte sie ihm überreicht und damit dafür gesorgt, dass Kromm für seine Arbeit an der Spitze der Verwaltung auch bezahlt wird. Ohne Ernennung kein Geld, so will es das Beamtenrecht.

Die zweite Amtszeit von Dietmar Kromm als Bürgermeister hat offiziell am 27. Februar um 0 Uhr begonnen. 19 Stunden und 45 Minuten später hielt er dann auch seine Ernennungsurkunde in den Händen. Sein Stellvertreter Dr. Thomas Stumpf hatte sie ihm überreicht und damit dafür gesorgt, dass Kromm für seine Arbeit an der Spitze der Verwaltung auch bezahlt wird. Ohne Ernennung kein Geld, so will es das Beamtenrecht.

Kromm ist seit 2013 Bürgermeister von Reiskirchen. In der Stichwahl am 11. November wurde er mit 54,6 Prozent im Amt bestätigt. "Wir freuen uns auf weitere sechs Jahre gute Zusammenarbeit", sagte Stumpf, der darauf verwies, dass der Gemeindevorstand ein Kollegialorgan und der Bürgermeister "primus inter pares" ist. Und auch an die Gemeindevertretung richtete er einen Appell: Dreieinhalb Monate nach der Wahl sollten alle wieder an einem Strang ziehen.

Die Bereitschaft dazu bekräftigten die Sprecher der Fraktionen: "Wir reichen Ihnen die Hand", sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Tobias Breidenbach. Auch Gerhard Albach, der Sprecher der Freien Wähler, bot dem Bürgermeister eine erneut gute Zusammenarbeit an. Es sei wichtig, offen und ehrlich miteinander umzugehen. Auch Heidemarie Hagemann-Haag, die für die Grünen im Gemeindevorstand sitzt, hofft auf einen respektvollen Umgang miteinander und zitierte Fontane: "Zeit ist Balsam und Friedensstifter."

Grußwort aus der Partnergemeinde

Das politischste Grußwort des Abends sprach Reinhard Strack-Schmalor für die SPD: "Wir wollten eine andere Bürgermeisterin und fast die Hälfte der Wähler wollte das auch." In vielerlei Fragen stehe Reiskirchen vor wegweisenden Entscheidungen, sagte der Redner und nannte sechs Punkte: Straßenbeiträge, Ortsumgehung, Bauleitplanung, Waldwirtschaft, Windkraft und Haushalt. Vom Bürgermeister erwarte man klare Vorschläge und transparentes Handeln. Bei der Geschenkübergabe konnte sich der SPD-Vertreter einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Er überreichte Kromm ein Nummernschild fürs Auto: GI – RK 1. Man habe sich gegen DK wie Dietmar Kromm, und für RK wie Reiskirchen entschieden. "Damit Sie es nach Ihrer Amtszeit an Ihre Nachfolgerin weitergeben können."

Weitere Grußworte sprachen Jens Leffler, der Bürgermeister der thüringischen Gemeinde Drei Gleichen, zu der auch Reiskirchens Partnergemeinde Wandersleben gehört, und Stefanie Abendroth, die als Vorsitzende des Personalrats die 107 Beschäftigten der Gemeinde Reiskirchen vertrat. "Wir wollen auch als beratendes und unterstützendes Gremium gesehen werden." Der Bürgermeister als Kapitän könne sich auf seine Mannschaft verlassen. Es sei aber wichtig, im aktiven Austausch zu bleiben. "Die Mannschaft muss wissen, wohin die Reise geht."

"Ich bin gerne Bürgermeister von Reiskirchen", beteuerte Dietmar Kromm. Er schloss in seine abschließende Dankesrede nicht nur alle seine beruflichen Mitstreiter, sondern ausdrücklich auch die Familie – seine Partnerin Claudia und die Kinder Hanna und Sebastian – ein, die häufig auf gemeinsame Zeit verzichten müssen. "Das Amt hat nicht nur schöne Zeiten."

In Reiskirchen habe sich in den vergangenen sechs Jahren viel getan, es stünden aber auch noch große Aufgaben bevor. "Nicht alle Entscheidungen der Landesregierung sind nachvollziehbar", sagte Kromm und nannte als Beispiele den Konflikt um die Straßenbeiträge und den Ausstieg aus der Holzvermarktung. Auch sei die gute wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre nicht selbstverständlich. Es gebe also viele Unwägbarkeiten für seine zweite Amtszeit, aber: "Wenn wir alle zusammenstehen, wird Reiskirchen gute Zukunftschancen haben." (Foto: us)

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