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Kreistag

Über das kuriose Erbe des Ex-Oberbürgermeisters

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Im Reiskirchener Kreistag hat Heinz-Peter Haumann ein letztes Mal das Rednerpult bestiegen. Am Montag fiel aber besonders ein Stab ins Auge - und der hat auch noch was mit ihm zu tun.

Verdiente Politiker werden für gewöhnlich damit geehrt, dass Straßen oder Plätze nach ihnen benannt werden. Zumeist erst dann, wenn sie tot sind, sich also nicht mehr dagegen wehren können (wenn sie es denn gewollt hätten).

Eine andere Ehrung der besonderen Art hat der frühere Gießener Bürgermeister und Oberbürgermeister Heinz-Peter Haumann bereits vor zwei Jahren erfahren, als im Gießener Kreistag der "Haumann-Stab" eingeführt wurde. Das "Optical Speakers Timing System" zeigt jedem Redner an, wie lange er noch sprechen darf; die Namensgebung geht auf den Kreistagsvorsitzenden Karl-Heinz Funck zurück. Seinerzeit wurde es angeschafft, weil im besonderen der Christdemokrat Haumann dazu neigte, das Zeitbudget zu strapazieren, wenn er es um der Sache willen für angemessen hielt und sich engagierte. Seit der "Haumann-Stab" da ist, hat er ihn stets im Blick gehabt und sich an die Zeitvorgaben gehalten. Am Montag in der Kreistagssitzung in Reiskirchen war es sein Fraktionsvorsitzender Claus Spandau, für den die Ampel auf Rot sprang (Foto). Haumann trat nur einmal noch ans Pult, um nach 40 Jahren Kommunalpolitik seinen Abschied aus dem Kreistag kundzutun.

Sicherlich kein leichter Schritt für einen Vollblutpolitiker. Aber ein selbstbestimmter, um einem Jüngeren den Weg frei zu machen. Das war ihm wichtig - so etwas zeichnet ihn aus. (so/Fotos: so/pm)

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