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Ein 127 Jahre altes Rohrstück hat seinen Geist aufgegeben und muss nun repariert werden. »Wegen des fortgeschrittenen Alters planen wir ohnehin eine Erneuerung des Abschnitts im Bereich Reiskirchen«, heißt es von den Stadtwerken.

Ab Montag geht hier nichts mehr

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Reiskirchen (pm). Manch einer hatte Frostschäden als Ursache für die nun anstehenden Arbeiten und die damit verbundene Sperrung der Bundesstraße 49 vermutet, doch an dem ist es nicht. Stattdessen sind es schlicht Alterserscheinungen an einem Rohrstück, die nun dafür sorgen, dass der Durchgangsverkehr in Reiskirchen über die B 49 für knapp vier Wochen umgeleitet wird.

Jenes Rohrstück ist Teil der Trinkwassertransportleitung im Ortskern direkt unter den Bahngleisen und muss nach einem Schaden repariert werden.

Ab dem kommenden Montag, 22. März, bis Freitag, 16. April, wird es daher nicht möglich sein, Reiskirchen wie gewohnt über die B 49 zu durchfahren. »Der Rohrbruch befindet sich direkt unter der die Bundesstraße kreuzenden Bahnlinie«, beschreibt Peter Keller, Leiter der Abteilung »Netze Energie und Wasser« bei den Stadtwerken Gießen (SWG), die Situation.

Ebendiese Lage macht die Angelegenheit vergleichsweise kompliziert. Tatsächlich trat der Schaden schon im Februar auf. »Wasserkundinnen und -kunden haben davon aber nichts mitbekommen«, sagt Keller. Die Gießener Stadtwerke stellten die Versorgung über andere Leitungen sicher. Nichtsdestotrotz gelte es, die wichtige Verbindung zwischen dem Wasserwerk in Queckborn und der Stadt Gießen schnellstmöglich wieder instand zu setzen, heißt es vonseiten der SWG. Dass die dafür nötigen Arbeiten erst Ende März starten, hat einen profanen Grund: Es brauchte viele Genehmigungen.

Weil die B 49 in diesem Abschnitt Teil einer Bedarfsumleitung für die A 5 ist, mussten die Stadtwerke ihre Planungen nicht nur mit dem Landkreis Gießen, sondern auch mit dem Autobahnamt abstimmen. Und weil die Schadstelle unter dem Bahngleis liegt, war auch die Zustimmung der Deutschen Bahn nötig. »Wir sind sehr froh, dass uns alle zuständigen Stellen so schnell ihr Einverständnis gegeben haben«, sagt Markus Paul, zuständiger Projektleiter.

Trotz der tiefen Temperaturen im Februar scheidet Frost als Ursache für den Rohrbruch aus. »In drei Meter Tiefe spielt Frost keine Rolle mehr«, sagt Keller: »Es war schlicht Materialverschleiß.«

Das betroffene Rohrstück gehört zu den wenigen Leitungsabschnitten der ersten Stunde. Es stammt tatsächlich aus dem Jahr 1894 und hat folglich rund 127 Jahre einwandfrei funktioniert. »Wegen des fortgeschrittenen Alters planen wir ohnehin eine Erneuerung des Abschnitts im Bereich Reiskirchen«, kündigt Keller an. Die neue Leitung wird dann aber nicht mehr durch den Ort, sondern daran vorbei verlaufen.

Für die Reparatur ziehen die SWG ein rund 18 Meter langes Kunststoffrohr in die schadhafte Gussleitung ein. Das sei laut Keller »die mit Abstand schnellste Methode«. Trotzdem sei das mit reichlich Aufwand verbunden. Denn für diese Maßnahme braucht es ein überdurchschnittlich langes Kopfloch - zumindest auf einer Seite. Wegen dessen Tiefe müssen zudem Spundwände gestellt werden. »Nur so können die Mitarbeiter sicher ihren Job erledigen«, erklärt Keller.

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