Reinigungskräfte des Kreises erhalten Tariflohn

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Gießen (pm). Vor dem Hintergrund des Tarifstreits in der Reinigungsbranche haben Landrätin Anita Schneider und Dr. Christiane Schmahl, Erste Kreisbeigeordnete, auf die Sonderstellung der Reinigungskräfte des Landkreises hingewiesen. Diese werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes entlohnt und sind beim Servicebetrieb des Kreises beschäftigt. "Die gegenwärtige Situation in der Branche zeigt, dass die Gründung unseres Servicebetriebs wichtig und richtig war", sagte Schneider.

Nach der Kündigung des Rahmentarifvertrags für die Branche hatte die IG Bau Mittelhessen vor schlechteren Bedingungen für rund 1800 Reinigungskräfte im Kreis Gießen gewarnt. Im Gegensatz zu Reinigungskräften, die bei privaten Unternehmen beschäftigt sind, haben die rund 170 Reinigungskräfte des Kreises aber keinerlei Einbußen zu befürchten. Sie sind an den 53 Schulen, den Gebäuden der Kreisverwaltung und weiteren Liegenschaften tätig und werden mit einem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von etwa 13,50 Euro besser entlohnt als die meisten ihrer Kollegen in privaten Firmen, so die Landrätin.

Gute Arbeitsbedingungen

"Die Forderung der Gewerkschaft nach fairen Beschäftigungsverhältnissen für Reinigungskräfte ist richtig und zu unterstützen", sagte Schneider. Gerade aus dieser Motivation heraus nehme der Landkreis eine Vorbildrolle wahr und beschäftige seine Reinigungskräfte nach Tarif. "Wir haben vor sechs Jahren bewusst die Entscheidung getroffen, auf private Dienstleister zu verzichten und einen Eigenbetrieb zu gründen, der die Pflege unserer Gebäude übernimmt", erklärte Schneider.

Die für den Servicebetrieb zuständige Dezernentin Schmahl verwies auf die Qualität der Dienstleistungen: "Wir gewährleisten zu fairen Beschäftigungsbedingungen, dass unsere Anforderungen erfüllt werden." Die Arbeitsverhältnisse im Eigenbetrieb des Landkreises trügen dazu bei, Existenzen zu sichern. Beschäftigte seien sozialversicherungspflichtig und tariflich mit Stufensystem entlohnt und könnten geregelt Urlaub nehmen - anders als in der Praxis vieler privater Unternehmen.

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