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Silke Werner kümmert sich mit drei Mitstreitern um elf Bienenvölker. Beim Fototermin umschwärmen die kleinen Tiere auch den ebenfalls mit Gesichtsschutz ausgestatteten Fotografen. FOTO: RGE

Reichlich Honig

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Vier Hobby-Imker kümmern sich in Garbenteich liebevoll um ihre Honigbienen und hoffen auf eine gute Ernte. Bis es so weit ist, vergehen allerdings noch einige Wochen.

Sie sind zuständig für mehr als eine halbe Million kleiner Tiere: Angelika Weis und Silke Werner aus Garbenteich kümmern sich gemeinsam mit Silvia und Klaus-Dieter Pfeffer auch in Zeiten von Corona um Honigbienen. Die sind seit den ersten warmen Tagen alltäglich in der Natur unterwegs. Ihr Auftrag: Nektar für leckeren Honig sammeln und durch die Bestäubung Pflanzen die Fortpflanzung ermöglichen.

Elf Bienenvölker mit Hofstaat aus Königin, Drohnen und Arbeiterinnen sowie drei Ableger mit neu gebildeten Völkern von jeweils bis zu 50 000 Bienen betreuen die Garbenteicher Hobby-Imker auf einer Streuobstwiese vor den Toren des Pohlheimer Stadtteils. Ihre Arbeit ist viel mehr als ein Hobby, sondern vor allem Arbeit mit, in und für die Natur.

Ständiges Summen und Brummen

Silke Werner, die Apothekerin vor Ort, hat zudem besonders in Zeiten der Pandemie mit ihren Mitarbeitern oft schwierige Aufgaben zur Sicherstellung der Versorgung mit Medikamenten und Hilfsmitteln zu lösen. Da brauche sie nach Feierabend etwas, um draußen an der frischen Luft Abstand zu gewinnen, sagt die Naturliebhaberin. Bereits vor zehn Jahren begann sie mit ihrem Hobby als Imkerin. Sie schloss sich Silvia und Klaus-Dieter Pfeffer an, die schon im Jahr 2002 mit ersten Bienenstöcken gestartet waren.

2016 kam noch Angelika Weis dazu, Lebenshilfe-Personalsachbearbeiterin und Kirchenvorsteherin der evangelischen Kirchengemeinde. Die Bienen faszinieren sie "als wichtiger Teil von Gottes Schöpfung".

Die vier Imker kümmern sich selbstverständlich auch in Pandemie-Zeiten im Wechsel um die Bienenvölker. Zweimal wöchentlich ist die Kontrolle vor Ort bei den Stöcken Pflicht, erzählt Angelika Weis. Es ist ein ständiges Summen und Brummen an den Einflügen der Stöcke. Mit kleinen Pollenhöschen an ihren Beinen und Nektar in der Honigblase kommen die Arbeiterinnen vom Sammeln von den umliegenden Wiesen zurück. Zurzeit stehen die Kirschbäume und der Raps in voller Blüte, weitere Obstsorten folgen. Blumenwiesen blühen mit ihrer Vielfalt über die gesamte warme Jahresperiode in wechselnden Farben.

Vom Sonnenaufgang bis zum -untergang sind die Bienen unterwegs und zwar vom Frühjahr bis zum Spätsommer. Das gibt reichlich Ernte für den wertvollen Nektar, der die Brut ernährt - und vor allem später die menschlichen Honigfreunde erfreut. Die Arbeiterinnen bewachen auch ihre Königin, die von den Drohnen umgeben ist, die für die Fortpflanzung zuständig sind.

Wie der Mensch kann auch die Biene erkranken und damit ein ganzes Volk bedroht sein. Das haben die Hobby-Imker bereits erlebt, dann ist auch hier eine schonende Behandlung angesagt. Krankheiten, Parasiten wie die Varroamilbe, aber auch der Mensch mit Pestiziden schwächen die Bienen, die für das natürliche Gleichgewicht und die Landwirtschaft essenziell sind.

Im Hochsommer kann das Nektarangebot auf dem Land schon mal knapp werden, die Bienen können kaum noch Nektar einsammeln und brauchen ihre Vorräte auf. Die Landwirtschaft ist dann "blüh-arm", private Gärten können das Angebot nicht ausgleichen.

Bis vor einigen Jahren waren zum Beispiel auf nahegelegenen Friedhöfen noch reichlich Blüten zu finden, doch die neueren Friedhofsordnungen für die Urnengräber erlauben häufig keine Bepflanzung mehr, so die Beobachtung der vier Imker. Erstaunlicherweise seien hier die Stadtimker in den Metropolen im Vorteil.

Ihre "Ernte" fahren die Garbenteicher deshalb erst Ende Juli/Anfang August ein. Eine Wabe enthält dann ungefähr zwei Kilogramm Honig. Da bis zu zehn Waben in einen Stock sind, kommen durchschnittlich 20 bis 25 Kilogramm Honig pro Volk zusammen.

Von den eigenen Bienen geerntet und selbst geschleudert, schmecke der Honig einfach besser, das wissen auch die Freunde und Bekannten der Hobby-Imker zu schätzen. "Die Bienen sind ein entscheidender Teil der biologischen Vielfalt und wichtig für das natürliche Gleichgewicht unserer Heimat, sagen sie. Ihr "tierisches Hobby" als Imker möchten sie alle nicht missen.

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