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Regeln sämtlich einzuhalten

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An Laubachs Gesamtschule wird den Jugendlichen heute ein "persönlicher Empfang" bereitet: Wie an den Folgetagen werden sie von den Lehrern am Bus abgeholt und getrennt in die Klassenräume geleitet. Auf die Weise setzt die Friedrich-Magnus-Gesamtschule (FMG) die geforderte abstandswahrende Wegeführung um. Nur ein Aspekt aus dem dicken Maßnahmenkatalog zum Schutz vor Covid-19.

Dazu gehören auch die Hygienevorschriften. Die sind hier leichter als anderswo zu gewährleisten, da es in jedem Raum ein Waschbecken gibt.

In den Genuss des persönlichen Empfangs - samt Aushändigung der vom Kreis gelieferten Mundschutzmasken - kommen freilich nur 60 Jugendliche, sagt Direktorin Irina Reh. Seit zehn Jahren in der Schulleitung, trägt sie an "normalen Tagen" Verantwortung für 550 Pennäler. In Zeiten von Corona aber gilt die Präsenzpflicht nur für die Abschlussklassen; fürs Erste zumindest. An der FMG sind es drei Haupt- und Realschulklassen, die sich in sechs Kleingruppen auf die Prüfungen Ende Mai vorbereiten.

60 von 550 Kindern - klar dass bei diesen Zahlen die Abstandsregeln auch im Klassenzimmer leicht einzuhalten sind Das gilt mithin für jene Sitzordnung, die den "Face-to-Face-Kontakt" verhindert. Zumal, da alle Jungen und Mädchen an Einzeltischen Platz nehmen müssen - mit Blick auf die Tafel. So gibt es zwar keinen Face-to-Face-Kontakt mit dem Mitschüler, doch "wenigstens" mit dem Lehrer.

An dieser Stelle spricht Reh den Kollegen ein dickes Lob aus: "Ihr Einsatz ist außergewöhnlich." Womit sie diese außergewöhnliche Zeit anspricht, in der das Gros der Kinder zum Homeschooling verdonnert ist. Sich dabei aber auf die Lehrer verlassen könne, wenn es etwa um das Erledigen der Arbeitsaufträge, die Rückkopplung mit Schülern wie Eltern gehe, wie die Direktorin versichert. Und noch ein Weiteres betont: "Alle Kollegen wollen Unterricht halten." Auch die über 60-Jährigen, denen es freigestellt ist, an die "Friedrich-Magnus" zu kommen. Dass man dort "mit großer Zuversicht und Besonnenheit die neue Woche angeht", das unterstrich Irina Reh abschließend. tb

Eigentlich war alles vorbereitet: Über Tage hatte das kleine Kollegium an der Grundschule am Edelgarten im Staufenberger Stadtteil Treis darauf hingearbeitet, dass der Unterricht für die vierte Jahrgangsstufe mit zwölf Kindern ab heute wieder beginnt. Am Freitag dann der Paukenschlag: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel entschied, dass die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts für vierte Klassen doch noch gekippt wird, weil dies eine Ungleichbehandlung im Vergleich zu anderen Grundschülern bedeute.

"So lange ich nichts Offizielles habe, gehe ich davon aus, dass der Unterricht stattfindet", sagte die Leiterin der Treiser Grundschule, Tanja Kubatz, am Freitagmittag. Am späten Nachmittag wartete sie noch immer auf eine klare Ansage aus dem Ministerium. Schließlich orientierte sie sich an den Nachrichten: kein Unterricht am heutigen Montag.

Für den Neustart auf Raten sah Kubatz die Schule gut gerüstet: Damit die zwölf Kinder in der Klasse Abstand halten, sollte die Gruppe noch einmal geteilt werden. Im Vorfeld sei "viel Eigeninitiative" nötig gewesen, sagt Kubatz. Desinfektionsmittel habe fürs Erste eine Mutter gespendet - vor allem, um Tische und Türklinken zu reinigen. Ende der Woche hat der Kreis Mundschutz zur Verfügung gestellt, doch da hatte man in Treis schon vorgesorgt: "Eine Mutter hat für die vierte Klasse Masken genäht", so die Schulleiterin. Es gebe in allen Klassenräumen Waschbecken, "und wir haben auch noch Flüssigseife".

Ein anderes Thema macht der Rektorin mehr Sorgen: Von insgesamt fünf Pädagogen an der Schule sei sie als Schulleiterin die einzige, die nicht altersbedingt oder wegen Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehöre. Damit, wie ursprünglich für heute geplant, beide Gruppen der geteilten Klasse unterrichtet werden können, habe sie eine Assistenz-Lehrkraft organisiert. Die anderen Kollegen sollten, so war der Plan, Unterricht mit vorbereiten, aber direkten Kontakt zu den Kindern vermeiden. Vom Schulamt fühle sie sich in dieser Hinsicht "schon ein bisschen im Stich gelassen".

Für die Rückkehr der vierten Klasse hatte sich Kubatz auch auf "etwas Seelsorge" für die Kinder eingestellt, das sei nach schwierigen Wochen ohne Schule wichtig. Nun läuft, abgesehen von der Notbetreuung, die unterrichtsfreie Zeit für Grundschulen vorerst weiter - in Treis, im Kreis und hessenweit. jwr

Wenn heute um kurz vor acht Uhr die ersten Schüler der integrierten Gesamtschule Hungen am Busbahnhof ankommen, werden sie schon erwartet. "Alle Kollegen, die morgens Unterricht haben, werden schon um 7.30 Uhr vor Ort sein", beschreibt Alexandra Kuret wenige Tage vor der Wiedereröffnung nach den Osterferien die Pläne zur Aufsicht an der IGS. Die Jugendlichen werden direkt am Bus in Empfang genommen und von dort in ihren Unterrichtsraum geführt. Und auch nach der letzten Stunde werden sie vom Lehrer wieder zum Bus begleitet. "Nur auf dem Hin- und Rückweg sind die Eltern gefordert", appelliert die Direktorin an die Erziehungsberechtigten, ihrem Nachwuchs noch einmal die Abstandsregeln und das Tragen von Gesichtsmasken ans Herz zu legen.

Grundsätzlich sei man auf den heute nach insgesamt sechswöchiger Pause wieder aufgenommenen Präsenzunterricht vorbereitet, bekräftigt Kuret. Die IGS Hungen habe ein "weitläufiges Schulgelände" mit mehreren Gebäuden.

Da von den insgesamt rund 900 Schülern der Gesamtschule nur der Jahrgang 12 sowie die Prüfungskandidaten der Klassen 9 und 10 Unterricht haben, wird die Zahl der anwesenden Schüler unter 150 liegen. "Die räumlichen Vorgaben können wir im Moment problemlos erfüllen", sagt Kuret. Jeder Jahrgangsstufe sollen in den kommenden beiden Wochen zwei Häuser zugeordnet werden.Pro Raum sind - bei fester Sitzordnung - zehn bis zwölf Jugendliche vorgesehen. Zwar gebe es an der Hungener Schule eine Reihe von Lehrkräften, die einer Risikogruppe angehören, "aber aktuell haben wir das personell im Griff", versichert die Schulleiterin.

Das gilt auch für die Hygienestandards. Die Hausmeister haben in den vergangenen Tagen kontrolliert, dass Seife- und Handtuchspender voll sind, in den Klassenräumen gibt es Waschbecken mit warmem oder kaltem Wasser.

In der Oberstufe werden nur Deutsch, Englisch und die Leistungskurse im Präsenzunterricht erteilt, die Klassen 9 und 10 haben an drei Tagen pro Woche sechs Unterrichtsstunden mit jeweils zwei Stunden Deutsch, Mathematik und Englisch. pd

Normalerweise besuchen knapp 1800 Schüler die Willy-Brandt-Schule. Am heutigen Montag steuern nur etwa 500 Jugendliche die Eingangstore der Kreisberufsschule an der Gießener Carl-Franz-Straße und die Außenstelle in Biebertal an. Vor Ort unterrichtet werden derzeit nur Teilzeitberufsschüler und Klassen der Fachoberschule. Die räumlichen Voraussetzungen für den Neustart nach sechs Wochen Pause sind gegeben. "Das ist im Moment kein Problem", sagt Andrea Stremme. Die Schulleiterin zählt eine Reihe von Maßnahmen auf, die Schülern und Lehrern angesichts der Corona-Pandemie Schutz bieten sollen. So gibt es außer geteilten Lerngruppen und Abstandsregeln festgelegte Laufwege. "Ein Treppenhaus dient nur dem Aufgang, das andere ist für den Weg nach unten gedacht", erläutert Stremme und nennt weitere Veränderungen: Der Eintritt ins Sekretariat wird über eine Klingel geregelt, in den Toiletten dürfen sich maximal zwei Personen gleichzeitig aufhalten und Mundschutz soll auf allen schulischen Wegen getragen werden.

"Der Landkreis hat zugesagt, dass wir genügend Seife und Einmalhandtücher zur Verfügung haben", erläutert Stremme zum Thema Hygiene. Die Reinigungskräfte würden in vollem Umfang eingesetzt, obwohl die aktuelle Schülerzahl weniger als ein Drittel der normalen Größe beträgt. Etliche Mitglieder des Kollegiums gehörten zu Risikogruppen. Unabhängig davon sei es momentan kein Problem, den Unterricht abzudecken. "Wenn die Schülerzahlen wieder hochgefahren werden, wird das schwieriger."

Fachoberschüler werden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sowie in ihrer beruflichen Fachrichtung unterrichtet. Für sie stehen Mitte Mai Abschlussprüfungen an.

Im Juni sind Prüfungen für Teilzeitberufsschüler vorgesehen. Auf diesem Feld werden an der Willy-Brandt-Schule über zehn Berufe abgedeckt, vom Einzelhändler bis zum Floristen. Bei den Prüfungen führen die jeweiligen Kammern Regie. "Die Schüler werden möglichst gezielt auf ihre Prüfungen vorbereitet", versichert Stremme. pd

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