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Auf den ersten Blick kaum erkennbar: Die Inschrift über dem Portal der Atzbacher Kirche, auf die Pfarrer i.R. Adalbert Gundel zeigt. FOTO: BKL

Rätselhafte Inschrift

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Lahnau(bkl). "Herr Pfarrer, ich habe an einer Tür der Atzbacher Kirche eine Inschrift entdeckt, kann aber den Sinn nicht erfassen", bat eine Dame Anfang der 1980er Jahre Gemeindepfarrer Adalbert Gundel um Aufklärung.

Sie wollte mit den Mitarbeitern einer Gießener Behörde eine Entdeckungsreise durchs Lahntal unternehmen und sie dabei diese Inschrift suchen lassen. Gundel, der damals neu als Pfarrer in der Gemeinde war, habe entgegnen müssen, dass er die Inschrift noch nicht gelesen hätte, berichtet der Theologe, der heute im Ruhestand ist. Der Satz auf dem Querbalken über dem Portal an der Nordseite der Kirche ist aufgemalt und nicht ganz einfach zu lesen, denn jedes Wort hat kunstvoll verzierte Anfangsbuchstaben.

Glocken im Krieg eingeschmolzen

Die Inschrift ist zudem, da von einem Vordach verdeckt, nicht ohne Weiteres erkennbar. "Ich habe mich gefreut, auf diese Weise zu erfahren, was ein Künstler damals niedergeschrieben hat und welchen Auftrag er den Besuchern gab", sagt Gundel, der entzifferte: "Von Gottes Lob erschalle dieses Haus send breit zum Heil die Taten Jesu aus". Hinzugefügt ist die Jahreszahl 1767, das Einweihungsjahr des Kirchengebäudes nach zwei Jahren Bautätigkeit mit Grundsteinlegung im April 1765. Aus dem Jahr 1767 stammen auch die 43 Emporenbilder des Licher Malers Daniel Hisgen (1733-1812), die im Innern der Kirche von der Erschaffung der Welt bis zur Bekehrung des Paulus Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament erzählen.

Die Atzbacher Kirche ist ein im Stil des frühen Klassizismus errichteter symmetrisch angelegter Saalbau, als Querkirche konzipiert und mit hohen Bogenfenstern und einem Walmdach als Abschluss. An der Nordseite befindet sich der 1899 erneuerte, 37 Meter hohe Kirchturm. Aus der Vorgängerkirche sind zwei Glocken von 1686 und 1743 übernommen, die 1850 durch ein Dreiergeläut ersetzt wurden.

Zwei neue Rincker-Glocken für die Kirche gab es 1951, nachdem die alten in beiden Weltkriegen eingeschmolzen worden waren. Urkundlich erstmals erwähnt ist für das Dorf Atzbach eine "Kapelle mit Kirchhof" bereits 1337.

"Die Bedeutung ist, dass Gottes Wort in der Predigt ausgelegt werden und die Hörer dieses Wort aufnehmen und weitersagen sollen", erklärt Gundel, von 1981 bis 2000 Pfarrer der Kirchengemeinden Atzbach und Dorlar, die Inschrift über dem Ostportal: Aber auch die Musik sei wichtig, sagt der 80-Jährige. Gundel habe dies mit Gertrud Emmerich erlebt, die 50 Jahre lang die Orgel in der Atzbacher Kirche spielte. Und auch mit den Vorträgen des seit 92 Jahren bestehenden Kirchenchores und dessen Dirigenten Hans Martin Schlöndorf.

Der Chor gehört zum Evangelischen Sängerbund, der seine Musik mit dem Ziel verbindet, "die Botschaft der Bibel mit musikalischen Mitteln zu verkündigen".

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