Virenschutz ist Pflicht - und dies nicht nur für die Rechner: Der Besuch im Senioreninternetcafé geht derzeit nur mit Mund-Nasen-Schutz und Voranmeldung. FOTO: PAD
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Virenschutz ist Pflicht - und dies nicht nur für die Rechner: Der Besuch im Senioreninternetcafé geht derzeit nur mit Mund-Nasen-Schutz und Voranmeldung. FOTO: PAD

Nach Familien-Pflegezeit

"Radwegeausbau priorisieren"

  • vonred Redaktion
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Gerade in Zeiten von Covid-19 hat sich gezeigt, dass digitale Infrastruktur nicht nur wichtig ist, um von zu Hause aus arbeiten zu können, sondern auch, um Kontakte zu pflegen. Risikogruppen wie ältere Menschen können so mit Freunden und Familie gefahrlos reden. Beim Senioreninternetcafé in Pohlheim stellt man bislang jedoch keinen großen Ansturm fest.

Gießen(pm). Die Freien Wähler im Landkreis setzen auf eine öffentlichkeitswirksame Präsentation des Radwegekonzepts. Das erklärte Günther Semmler, FW-Fraktionsvorsitzender, im Kreistag. Das vom Landkreis erarbeitete Konzept bedürfe noch einer möglichen Ergänzung und Verbesserung, wenn die Kreisbevölkerung und die Städte und Gemeinden zur Komplettierung des Planes beim Landkreis zielführende Anregungen einreichen, erklärte Semmler.

Auch Kreisverbandsvorsitzender Kurt Hillgärtner (Rabenau) sieht noch Handlungsbedarf, "denn in vielen Bereichen muss noch deutlich nachjustiert werden".

Die Förderung des Radverkehrs sei Teil "der Strategie der Freien Wähler, zukunftsorientierte Verkehrslösungen zu realisieren". Die bereits vielfältigen Anstrengungen beim "dringend notwendigen Radwegeausbau im Landkreis müssen fortgeführt werden. Der Radwegeausbau muss insgesamt Priorität erhalten", sagte Semmler.

Bedarfsgerechte Radwegenetze bilden eine wesentliche Basis für die Mobilität. Langfristiges Ziel sollte sein, möglichst viele Menschen aller Generationen für das Fahrradfahren zu begeistern. Um die Stärke des Fahrrads als flexibles Verkehrsmittel der kurzen Wege zur Geltung zu bringen, müsse das Radverkehrsnetz dicht geknüpft sein.

Nach Auffassung der FW-Politiker könne dies nur mit einem attraktiven Angebot gelingen. "Mit dem vorliegenden Konzept sind wir sicherlich bei der Umsetzung auf einem guten Weg, aber noch lange nicht am Ziel", sagte Hillgärtner. Den Bürgern und Kommunen und allen am Radverkehr beteiligten Gruppen sei ausreichend Zeit zu geben, um das Konzept zu prüfen, so die Freien Wähler.

Der Landkreis führt in den kommenden zehn Tagen vier öffentliche Dialogveranstaltungen in Laubach, Staufenberg, Biebertal und Pohlheim durch. Interessierte haben zudem die Möglichkeit, bis zum 6. Oktober online Anregungen zum Konzept zu geben.

Eine ältere Dame hat Probleme mit ihrem neuen E-Mail-System. Für Jochen Happel ist dieser Fall Routine. Schnell hat er geholfen, das Programm einzurichten und zum Laufen zu bringen. Vermutlich lächelt die Frau zufrieden - durch den Mundschutz ist dies nicht zu erkennen, nur an ihren Augen zu erahnen.

Seit 2014 gibt es in Watzenborn-Steinberg das Internetcafé für Senioren. Die Mitglieder der ersten Stunde sind längst im Ruhestand. Aktuell bilden Jochen Happel, Bernhard Happel und Jakob Happel das ehrenamtliche Team, öffnen in der Corona-Zeit mittwochs von 16 bis 18 Uhr das Café. Jakob Happel ist vom Rentenalter noch weit entfernt, hilft aber aufgrund seiner Kenntnisse im Umgang mit Apple-Produkten mit.

Hat Corona bei Senioren für mehr Interesse an Computern und Internet gesorgt? "Also bei uns nicht", sagt Bernhard Happel. "Es sind nur wenige neue Leute dazugekommen." Er hat die Erfahrung gemacht, dass viele Ältere derzeit nicht gerne weggehen - und daher dann auch das Senioreninternetcafé nicht nutzen. "Der eine und andere hat doch Angst."

Zudem musste das Senioreninternetcafé aktuell aufgrund der Abstandsregeln die Besucherzahl herunterfahren und eine Voranmeldung (internetcafe@pohlheim.de) einführen. Vor Corona habe es eine Gruppe Senioren gegeben, die immer zum "Surfen vorbeikam, weil es bei ihnen im Dorf noch kein schnelles Internet gibt", erzählt Bernhard Happel. Da wurde dann Kuchen und Kaffee mitgebracht, sich gerne auch mal über Themen weitab von Computern unterhalten, zum Beispiel Schildkröten. "Bei uns passt der Name Café", sagt Bernhard Happel und schmunzelt für einen Moment, um dann zu seufzen. "Leider geht das derzeit nicht."

Aktuell liege das Hauptaugenmerk darauf, bei technischen Problemen zu helfen. Oft werden die drei angesprochen, wenn von einem alten auf ein neues Gerät gewechselt wird, damit auch die Daten - Familienfotos, Texte, Dokumente - mit umziehen, berichten sie. Häufig erhalten sie auch Anfragen, welches Smartphone, Tablet oder Laptop besonders bedienerfreundlich und damit seniorengeeignet sei. "Da helfen wir gerne", sagt Jochen Happel.

Aus den Pohlheimer Seniorenheimen habe man seit der Eröffnung 2014 noch gar keine Gäste gehabt, berichtet Bernhard Happel. Er selbst habe bei Besuchen in Seniorenheimen andernorts festgestellt, dass es dort oft kein WLAN gibt. So hätten selbst Bewohner, die eigentlich fit im Umgang mit dem Computer sind, keine Chance, online zu gehen.

Dies hatte auch der Kreisseniorenbeirat vor Monatsfrist kritisiert: Nicht alle Pflegeheime seien ausreichend mit WLAN ausgestattet, schrieb er in einer Pressemitteilung. Dabei sei es mittlerweile nicht mehr ungewöhnlich, dass über Skype oder WhatsApp mit den Kindern und Enkeln Kontakt gehalten werde, gerade, wenn diese weit weg leben, arbeiten oder studieren. Besonders an WhatsApp hätten sich die meisten Senioren schnell gewöhnt, berichtet Jochen Happel. "Da ist es komplizierter, den Umgang mit dem Betriebssystem zu lernen, als die Anwendung selbst zu bedienen."

Dass erst jetzt vielerorts öffentliche WLANs eingerichtet werden, hält das Team des Internetcafés für verspätet. "Die meisten haben eh eine Daten-Flatrate", sagt Jakob Happel. "Öffentliche WLAN-Spots sind für die meisten schon zu spät gekommen." Kaum jemand würde heute noch durch die Stadt laufen und danach suchen.

Pohlheim(gdp). Seit Wochen wird deutschlandweit für die Aktion "3. Oktober - Deutschland singt" geworben, um den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung zu würdigen. Fünf Chöre aus Watzenborn-Steinberg (Kirchenchor, Gospelchor, Männerchor Sängerkranz, Eintracht Männerchor und Chorifeen) sind diesem Aufruf gefolgt und wollen zusammen mit der Bevölkerung singend den Jahrestag begehen.

So wie bundesweit bei über 500 Veranstaltungen wird am Samstag, 3. Oktober, um 19 Uhr auf dem Rathausplatz in Watzenborn-Steinberg mit Gesang, Begleitmusik, Grußworten und 200 Bürgern mit Kerzen dieses besondere Ereignis gefeiert. Dabei werden zehn Lieder erklingen - von Chorälen bis Popsongs - die von der Bundesorganisation vorgeschlagen wurden. Zeitgleich werden die Lieder auch auf anderen öffentlichen Plätzen in Deutschland gesungen.

Die Pohlheimer Initiative geht auf Cordula Scobel, Kantorin der Christuskirche, zurück, der der Tag der Deutschen Einheit als gebürtige Dresdnerin sehr am Herzen liegt. Wegen der Hygienevorschriften ist die Teilnehmeranzahl auf 200 Personen begrenzt. Wer mitsingen will, sollte sich bis zum 1. Oktober bei Mitorganisator Günther Dickel unter E-Mail singmit-pohlheim-3okt@gmx.deanmelden.

Gießen(pm). Wie kann der Wiedereinstieg in den Beruf reibungslos gelingen? Diesem Problem stellt sich das Projekt "Region stärkt Frauen und Beruf - Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf" der Zaug GmbH, dem Zentrum für Arbeit und Umwelt Gießen.

Zaug bietet im November wieder einen vierwöchigen kostenfreien Kompaktkurs für Wiedereinsteigerinnen an. Angesprochen sind Frauen, die nach Familien- oder Pflegezeit wieder beruflich aktiv werden möchten. Trotz zunehmenden Fachkräftemangels sind die Hürden vor allem für Frauen nach wie vor hoch, den Wiedereinstieg erfolgreich zu gestalten.

Lässt sich an früher erworbene Qualifikationen anknüpfen oder steht die berufliche Neuorientierung mit entsprechender Weiterbildung im Vordergrund? Welche Kompetenzen wurden in der Familienzeit genutzt und gestärkt und wie lassen sich potenzielle Arbeitgeber davon überzeugen? Wie sehen zeitgemäße Bewerbungsunterlagen aus, welche Bewerbungswege gilt es heute zu nutzen und wie läuft der Bewerbungsprozess ab? Auch die Vereinbarkeit der Berufstätigkeit mit familiären Verpflichtungen wird thematisiert.

Der Workshop bietet lösungsorientierte Unterstützung zur beruflichen Orientierung und Berufswegplanung, Kompetenzanalyse und intensives Bewerbungstraining. Ergänzt wird dieser Workshop durch ein individuelles Wiedereinstiegscoaching. Es kann auch individuell und unabhängig vom Workshop-Angebot in Anspruch genommen werden.

Start für den nächsten Workshop, der in Laubach stattfindet, ist der 2. November. Die Teilnahme ist kostenfrei. Er findet jeweils montags bis donnerstags von 9 Uhr bis 12 Uhr im Alten Bahnhof statt. Termine für das Wiedereinstiegscoaching werden individuell vereinbart.

Interessierte Frauen können sich bei der Zaug unter den Telefonnummern 01 76/83 71-75 70 oder 06 41/9 52 25-23 sowie auch per E-Mail an FrauUndBeruf@zaug.debei Dr. Sabine Reichhold informieren und anmelden.

Pohlheim: Mit über ein Promille erwischt- Polizisten erwischten Donnerstagfrüh einen 53-jährigen Fahrer, der im berauschten Zustand unterwegs war. Bei seiner Kontrolle in der Schanzenstraße pustete er 1,75 Promille. Es folgte die Blutentnahme auf der Polizeiwache und Sicherstellung des Führerscheins. Der 53-Jährige muss sich in einem Strafverfahren wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verantworten.

Heuchelheim/Lahnau: Defekt an Bremse- Ein 52-jähriger Mann aus Lahnau befuhr am Mittwoch gegen 11.50 Uhr mit einem Lkw samt Anhänger die Landstraße 3020 von Atzbach nach Heuchelheim. Dabei riss die Bremsleitung des Lkw, die Bremsen blockierten und der Lastwagen kam von der Fahrbahn ab. Es entstand Sachschaden in Höhe von 3000 Euro. pm

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