Drei Unterführungen sollen im Verlauf des geplanten Radweges zwischen Gießen und Buseck entstehen. Eine davon wird die B 49 bei Oppenrod queren, um an den bestehenden Betonweg beziehungsweise den hessischen Radfernweg R 7 anzuschließen. FOTO: TB
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Drei Unterführungen sollen im Verlauf des geplanten Radweges zwischen Gießen und Buseck entstehen. Eine davon wird die B 49 bei Oppenrod queren, um an den bestehenden Betonweg beziehungsweise den hessischen Radfernweg R 7 anzuschließen. FOTO: TB

Zwischen Gießen und Oppenrod

Radweg entlang der B 49: Nach zehn Jahren Planung soll endlich der nächste Schritt folgen

  • vonChristina Jung
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Seit über zehn Jahren laufen die Planungen, jetzt zeichnet sich deren Ende ab. Wann der Radweg entlang der B 49 zwischen Gießen und Oppenrod aber tatsächlich gebaut wird, ist immer noch unklar.

Er soll von Gießen über Annerod nach Oppenrod führen und 5,5 Kilometer lang sein. Seit mehr als zehn Jahren wird der Radweg an der B 49 geplant, jetzt ist ein Ende in Sicht. Die Beteiligten sind zuversichtlich, dass das Projekt Anfang 2020 soweit gediehen ist, dass die Unterlagen zur Planfeststellung eingereicht werden können.

In der jüngsten Sitzung des Ferwalder Bauausschusses war das Thema kritisch diskutiert worden, weil die Planungen bereits so lange dauern. Und das obwohl Thorsten Hitz (HS Ingenieure) bereits 2016 erklärt hatte: "Wir sind soweit, dass wir Baurecht schaffen können." Auf Nachfrage sagte der Fachmann jetzt im Gespräch mit der Gießener Allgemeinen Zeitung, dass es nur noch an "technischen und landschaftsplanerischen Feinheiten" hänge und er "sehr, sehr positiv gestimmt" sei, dass "Anfang nächsten Jahres eine Planstand erreicht sein wird, der genehmigungsfähig ist". Auch Busecks Bürgermeister Dirk Haas und sein Fernwalder Kollege Stefan Bechthold sind mittlerweile guter Dinge. "Ich glaube, es geht jetzt vorwärts", sagt Haas. "Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, dass wir jetzt endlich in die Umsetzung kommen, sagt Bechthold.

Nacharbeiten erforderlich

Weil der Radweg an einem FFH-Gebiet entlang verläuft, sind eine Umweltverträglichkeitsprüfung und ein Planfeststellungsverfahren zur Baurechtschaffung erforderlich. Die für Letzteres notwendigen Unterlagen, die vom beauftragten Ingenieurbüro (HS) zusammengestellt würden, seien bisher nicht ausreichend gewesen, sagte auf Anfrage Sonja Lecher, Pressesprecherin von Hessen Mobil. "Bisherige Prüfungen ergaben, dass hierbei noch Nacharbeiten erforderlich sind", so Lecher. "Erst wenn sie fertiggestellt und abschließend positiv geprüft sind, kann beim Regierungspräsidium (RP) Gießen das Planfeststellungsvefahren/Baurechtsverfahren beantragt werden." Hessen Mobil sei derzeit lediglich beratend tätig, werde erst das Baurechtsverfahren begleiten. Sobald Baurecht besteht, kann es losgehen. "Wann das zeitlich der Fall sein wird, können wird zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen."

RP braucht ein Jahr, Bauzeit circa zwei Jahre

Und wie sieht der weitere Fahrplan aus? Wenn die Planunterlagen fertiggestellt sind, gehen sie zwecks Anhörung an das RP. Hier geht man laut stellvertretendem Pressesprecher Thorsten Haas von einem Zeitbedarf von rund einem Jahr aus. Dabei handelt es sich um "einen Richtwert, der von vielen Faktoren abhängig ist", sagte Haas. Ist das Anhörungsverfahren abgeschlossen, werden die Unterlagen ans Hessische Verkehrsministerium übergeben, das letzten Endes den Planfeststellungsbeschluss erlässt. "Sofern gegen diesen nicht geklagt wird, besteht dann Baurecht für den Radweg", erklärt die Pressesprecherin. Den Vorbereitungen und schließlich dem Bau steht nichts mehr im Weg. Aufgrund des zu erwartenden Umfangs rechnet Lecher mit einer Bauzeit von rund zwei Jahren.

Kosten wird der Radwegbau laut Lecher rund 4,7 Millionen Euro, die der Bund zahlt. Die beteiligten Kommunen müssen anteilig die Planungskosten tragen, die sich laut Hitz bisher auf 150 000 Euro belaufen. Auf Fernwald kommt mit knapp 53 Prozent der größte Betrag zu, Gießen muss rund 36 Prozent übernehmen, Buseck elf Prozent.

Im Verlauf des Radweges sind nach wie vor drei Unterführungen vorgesehen, davon zwei im Bereich von Annerod, um den Anschluss an die Ortslage zu gewährleisten. Das dritte Querungsbauwerk ist östlich der Ganseburg geplant, um die B 49 von Nord nach Süd zu queren und an den bestehenden Betonweg nach Oppenrod beziehungsweise zum hessischen Radfernweg R 7 anzuschließen.

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