Der Bürgersaal am Bahnhof in Londorf wird voraussichtlich zusammen mit dem alten Bahnhof der dritte Kindergarten der Gemeinde Rabenau. FOTO: VH
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Der Bürgersaal am Bahnhof in Londorf wird voraussichtlich zusammen mit dem alten Bahnhof der dritte Kindergarten der Gemeinde Rabenau. FOTO: VH

Wird aus Bürgersaal eine Kita?

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Die Gemeinde Rabenau hat mit dem sechsgruppigen Kindergarten "Rabennest" in Londorf bereits die größte Einrichtung im Landkreis. Hinzu kommt die Kita "Kunterbunt" in Rüddingshausen mit zwei Gruppen. Seit 1. Januar betreibt der DRK-Kreisverband Marburg-Gießen beide Einrichtungen. Aber acht Gruppen sind immer noch nicht genug, sodass Rabenau unabwendbar ein dritter Kindergarten ins Haus steht.

31 Absagen fürs neue Kita-Jahr

DRK-Vorstand Christian Betz und Sachgebietsleiter Christoph Quandel stellten nun Möglichkeiten vor, das Defizit abzustellen. In der Lumdatalhalle diskutierten Mitglieder der drei Rabenauer Ausschüsse für Finanzen, Bauen und Jugend.

Für das Kindergartenjahr 2020/2021 habe man 31 Anfragen absagen müssen: Acht Ü3-Kinder, zehn U3-Kinder, 13 U2-Kinder. Aktuell gebe es 38 Kinder mit Anspruch auf einen Platz. Die momentane Unterversorgung werde in den nächsten Jahren eher noch steigen, prognostizierte Betz.

Damit die Kita "Rabennest" langfristig ihre Betriebserlaubnis für 138 Betreuungspunkte behalte, müsse ein offenes Konzept erarbeitet werden. Dies habe der Landkreis verlangt. Sonst drohe der Verlust von 38 Punkten, sagte Betz.

DRK und Bürgermeister hätten in der gesamten Rabenau Örtlichkeiten gesucht für einen Kita-Standort. Übrig geblieben sind drei Varianten. Der Bürgersaal in Londorf wird zusammen mit dem alten Bahnhof für eine zweigruppige Kita umgebaut. Diese Übergangslösung - mindestens - wird wohl kommen.

Da der Bedarf von mindestens vier Gruppen ausgeht, würde entweder am Bürgersaal für weitere zwei Gruppen angebaut oder auf dem Festplatz in Geilshausen ein viergruppiger Kita-Neubau entstehen. In diesem Fall würde der bis dahin genutzte Bürgersaal rückgebaut und wäre für die Allgemeinheit wieder zugänglich.

Alle drei Ausschüsse stimmten einhellig für den Vorschlag von Ottmar Lich (FW), Vorsitzender des Finanzausschusses. Demnach würden 20 000 bis 25 000 Euro angesetzt, damit ein Architekturbüro für den beabsichtigten Umbau des Bürgersaals die Kosten ermitteln könne. Vorläufig kalkuliert die Rabenauer Verwaltung den Umbau mit einer halben Million Euro.

Alternative: Neubau

Lich nannte drei Aspekte als Grundlage für die weitere Beratung in den Gremien: Baukosten, jährliche Betriebskosten und eventuelle Auswirkungen auf die Grundsteuer B. Hinzu käme noch, dass Rabenau diese Investition sowie den möglichen Neubau an das Rote Kreuz abtreten könnte. Laut Betz koste ein viergruppiger Neubau rund vier Millionen Euro. Das DRK müsse allerdings nicht europaweit ausschreiben.

Für den Bau des DRK-Hauses in Daubringen (einschließlich einer Kita) habe man im Umkreis von 70 Kilometern heimische Firmen berücksichtigt. In Daubringen sei außerdem zügig gebaut worden.

Selbst im Falle der Übergangslösung im Bürgersaal benötige man eine neue Leitung und zusätzliches Personal. Den Bürgersaal als eine Filiale des unweit gelegenen "Rabennestes" führen, das ginge nicht, sagte Betz.

Der DRK-Vertreter erläuterte zudem durch Corona bedingte Maßnahmen. Es gebe eine 14-tägliche kostenlose Testung für die Erzieherinnen (freiwillig). Fiebertests seien für die Kinder eingeführt. Das DRK habe sämtliche Arbeitsverträge mit dem Personal entfristet, das habe 53 800 Euro Fördergeld eingebracht. Der Impfschutz gegen Masern werde konsequent durchgesetzt.

Die Anerkennung der Kita "Rabennest" als Familienzentrum sei beantragt worden, dafür gebe es wiederum Fördergeld, sagte Betz. In beiden Kitas seien die Fußböden erneuert worden. Gemäß TÜV-Auflagen würden noch beide Außenanlagen nachgebessert. Fußböden und Außenanlagen kosteten 70 100 Euro, finanziert über Stiftungsgeld und per Förderantrag durch das Land. Rabenau habe das nichts gekostet.

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