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Wilma Dörr

80 Jahre Organistin

Wilma Dörr feiert 90. Geburtstag

  • vonVolker Heller
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Rabenau (vh). Würde man Wilma Dörr geb. Pfeiff einen Ehrentitel verleihen wollen, würde wohl »Großmeisterin der Tasten« infrage kommen. Die rüstige Seniorin feiert am Sonntag, 16. Mai, ihren 90. Geburtstag. Noch immer ist sie als Organistin aktiv.

Mit fünf Jahren lernte Dörr Klavierspielen und saß mit neun zum ersten Mal an der Kirchenorgel im Dom. Die zwei Manuale, 1400 Pfeifen und 30 Register flößten ihr damals nur wenig Furcht ein.

Zu jener Zeit (1941) gab es kriegsbedingt sonst niemanden, der das Amt des Organisten ausüben konnte. Dörrs Klavierlehrer schlug der mittlerweile Zehnjährigen vor, die musikalische Verantwortung in Londorf zu übernehmen.

Dörr sagte »Ja« und aus dem Organistinnenamt wurde eine pflichtbewusste Institution. Um es in Vergleich zu setzen: Sie füllt dieses Amt schon länger aus, als die britische Königin Elisabeth II. regiert.

Schülerin Dörr nahm weiterhin Klavierunterricht, zusätzlich noch Orgelunterricht. An der Gießener Johanneskirche legte Dörr ihre C-Prüfung ab. Später gab Dörr selbst Klavierunterricht.

Kaum einen Sonntagsgottesdienst hat sie in den 80 Jahren versäumt, stets ihren Urlaub der Pflicht nachgestellt. Ihr verstorbener Ehemann kümmerte sich sonntags um das Mittagessen und die drei Söhne. Mit dem aktuellen Dompfarrer Frank Leissler hat Dörr den neunten Gottesmann seit ihrem Amtsantritt erlebt.

Zum 70. Orgenistinnenjubiläum hatte die Kirchengemeinde einen Festgottesdienst mit anschließendem Empfang ausgerichtet. Das konnte zum 80-Jährigen aufgrund der Pandemie leider nicht wiederholt werden. FOTO: VH

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