Wahres "Schweineparadies"

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Wildschweine sind bekanntermaßen kluge Tiere. Jagdvorsteher Günter Krug bezeichnet das Odenhäuser Revier als "Schweineparadies". Damit meint er freilich die unliebsame Seite des vermehrungsfreudigen Wildes. Im Jagdjahr 2018/2019 wurden immerhin 26 Sauen erlegt und dennoch verursachten die Schwarzkittel einen vierstelligen Euroschaden im Grünland.

Wildschweine sind bekanntermaßen kluge Tiere. Jagdvorsteher Günter Krug bezeichnet das Odenhäuser Revier als "Schweineparadies". Damit meint er freilich die unliebsame Seite des vermehrungsfreudigen Wildes. Im Jagdjahr 2018/2019 wurden immerhin 26 Sauen erlegt und dennoch verursachten die Schwarzkittel einen vierstelligen Euroschaden im Grünland.

Zähneknirrschend hätten die Landwirte diesen Schaden wieder beseitigt. Krug, der als Vorsteher die Interessen der Landbesitzer von Amts wegen verteidigen muss, zeigte sich auf der Versammlung der Jagdgenossenschaft im Alten Schulsaal angesäuert: "Es muss mehr gegen diesen Schaden getan werden". Schnell hatte Krug die Schuldigen ausgemacht, neben den Verursachern nämlich die Jäger.

Ihnen warf er vor, sie hielten unzureichend drauf. Eine Wildkamera, die die Schweine als Täter abgelichtet habe, sei sogar entfernt worden. Das Dementi der nicht minder angespannten Jagdpächter Walter Burk und Hans-Peter Groß kam umgehend. Burk unterstrich: "Wir sind nicht die Bösen".

Wildschweinfleischpreis "im Keller"

Groß erläuterte anhand der Jagdstatistik seit 2011 es gebe für das Schwarzwild keinen ableitbaren Zusammenhang von Schadenshöhe und Abschusszahl. Die Tiere hätten im Revier keinen Einstand, also regelmäßigen Aufenthaltsort.

Krug wusste, auch im Nachbarrevier Kesselbach fehle ein Sauen-Einstand. Jagdgenosse Jürgen Bender bemühte sich, die Wogen zu glätten: "Woher sie auch kommen, wir haben aber den Schaden". Jagdaufseher Marcel Bender teilte das Ergebnis der Wildkamera mit. Die Sauen kämen erst nach 4 Uhr morgens aus der Deckung. Die Pächter stellten fest, bezüglich der Sauen brächten überregionale Jagden nichts. Das Verhältnis zu den Kesselbacher Jagdinhabern (Theobald/Rasch) sei überdies gestört. Groß verwies noch auf die wirtschaftliche Seite der Schweinejagd. Aufgrund der hohen Abschusszahlen sei der Preis "im Keller", Wildschweinfleisch nicht mehr wirtschaftlich zu vermarkten. Nach dem offenen Meinungsaustausch wich die Anspannung im Saal. Es scheint, als gebe es weder "die Schuldigen" noch eine Patentlösung für das Odenhäuser Wildschweinproblem.

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