Der Windpark "Auf dem Läushübel" oberhalb von Rüddingshausen. FOTO: VH
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Der Windpark "Auf dem Läushübel" oberhalb von Rüddingshausen. FOTO: VH

Vorschlag: Windräder am Waldrand

  • vonVolker Heller
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Rabenau(vh). Das äußere Ende des Rotorblatts an einem Windrad kann um die 300 Stundenkilometer schnell werden. Doch die Genehmigung eines Windrads dauert Jahre. "Der Wind ist kein Schnelldreher", erklärte Markus Steinhöfer, Projektleiter Windenergie bei der Juwi-Gruppe (Wörrstadt bei Mainz). Die Gemeinde Rabenau hatte zur Informationsveranstaltung am Mittwochabend in die Sport- und Kulturhalle Rüddingshausen eingeladen. Rund 150 Zuhörer aus dem Ort und umliegenden Dörfern lauschten zunächst gespannt, um später bei der von Simon Trockel (IFOK-Institut) moderierten Diskussion die Referenten fleißig zu löchern. Etliche Wortbeiträge lieferten Sachargumente, Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Juwi betreibt vier Windräder, die 2008 in der Feldgemarkung "Auf dem Läushübel" unweit des Schützenvereins errichtet wurden. Mit einer Höhe von 100 Metern bis zur Rotorspitze und einer Nennleistung von zusammen vier Millionen Kilowattstunden pro Jahr sind diese Windräder technisch überholt und unwirtschaftlich geworden. Juwi möchte deshalb alle vier Windräder abbauen und nur noch zwei Windanlagen neu bauen. Diese reichten 250 Meter bis zur Rotorspitze und erzeugten zusammen 25 Millionen Kilowattstunden jährlich. Der Plan sieht vor, dass damit ab September 2024 Strom erzeugt werden kann.

Grundstücke für den Bau der beiden neuen Windräder sind bereits vertraglich gebunden.

Gemeinde besitzt keine Vorrangfläche

Vorprüfungen bezüglich Schall, Schattenwurf oder Turbulenzen werden aktuell am Computer simuliert. Ein Dutzend Gutachten müssen erstellt werden, etwa zum Boden, Brandschutz, Luftverkehr oder Wasser, damit das RP diese prüfen und gegebenenfalls die Baugenehmigung erteilen kann. Mit dem Baubeginn beginne die Vergabe von verzinslichen Sparbriefen. Diese finanzielle Form der Bürgerbeteiligung beträfe zunächst die Rüddingshäuser, danach die Orte der Umgebung.

Bürgermeister Florian Langecker nahm einen Kritikpunkt auf: "Wir besitzen als Gemeinde keine Vorrangfläche." Hubert Weimer, Mitglied einer Rüddingshäuser Interessengruppe, schlug vor, die Standorte für die beiden Windräder in den zur Feldgemarkung angrenzenden Waldrand zu verschieben. Somit könne die Gemeinde Rabenau Flächenpacht erzielen und die Abstände zum Ortsrand betrügen gut 1500 Meter. Steinhöfer sagte eine Alternativenprüfung zu. Claudia Bröcker von der Regionalplanung beim RP Gießen machte deutlich, die im Teilregionalplan Energie festgelegte Vorrangfläche sei der Maßstab.

Eine Homepage ist in Arbeit: www.windpark-rueddingshausen.de.

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